Offener Brief an den Ministerrat: Stoppen Sie endlich den Atomstromhandel des Staatskonzerns Verbund!

- UWD fordert Beschluss zum "Aus für Atomstromhandel" im Ministerrat

Wien (OTS) -

  • Verbundgesellschaft ist nach wie vor schwarzes Schaf der heimischen E-Wirtschaft
  • Hauptversammlung muss am 12. April die Weichen stellen: Verbundvorstand darf ohne Antiatom-Roadmap nicht verlängert werden

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler!
Sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Der Erfolg der österreichischen Antiatom-Außenpolitik steht und fällt damit, welche Schritte die Republik Österreich im eigenen Land setzt. Es ist allerdings eine Tatsache, dass die staatliche Verbundgesellschaft, deren Geschäftspraktiken der gesamten E-Wirtschaft in Österreich und Österreichs Ansehen im Ausland schaden und eine Verhöhnung der Antiatom-Politik der Bundesregierung darstellen, das schwarze Schaf der heimischen E-Wirtschaft ist.

Fest steht, dass der Verbund als größter Energieversorger und Wasserkraft-Produzent Österreichs über seine Tochtergesellschaft Verbund Sales GmbH 79 % Graustrom vertreibt - während österreichweit andere EVUs ausgestiegen sind.
Fest steht, dass der Verbund seine Pumpspeicherkraftwerke mit Graustrom aus unbekannter Herkunft betreibt - und sie in der Werbung als "grüne" Batterien in den Alpen verkauft.
Fest steht, dass der Verbund an Spekulationsgeschäften an den internationalen Strombörsen mit Graustrom und Atomstrom verdient und inzwischen mehr Strom in Deutschland als in Österreich verkauft.

Am 12. April 2012, vier Tage vor dem Anti-Atomgipfel, findet die Hauptversammlung der Verbundgesellschaft statt. Wir verlangen, dass der Verbund-Vorstand bei dieser Hauptversammlung einen verbindlichen Ausstiegs-Fahrplan aus seinem Graustrom-Vertrieb und dem Handel mit Strom unbekannter Herkunft auf den Tisch legt und endlich aus den Atomgeschäften aussteigt.

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Vizekanzler! Die 380 KV-Leitungen in Österreich glühen Tag für Tag gefüllt mit Atomstrom aus den Schrottmeilern Temelin und Dukovany. Pünktlich zum Ministerrat fließen mehr als 1.800 MW aus Tschechien nach Österreich - schauen Sie nicht länger tatenlos zu! Wir fordern Sie zum wiederholten Mal auf, endlich einen Ministerratsbeschluss zu fassen und damit den definitiven Ausstieg aus dem Atomstromhandel der staatseigenen Verbundgesellschaft festzulegen.

Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes
Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes

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Öffentlichkeitsarbeit
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