- 20.03.2012, 13:28:56
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Schatz: Arbeitskräfteüberlassungsgesetz Schritt in die richtige Richtung
Für Grüne fehlt Auflösungsabgabe die wirklich greift
Wien (OTS) - "Es war höchste Zeit für ein besseres
Arbeitskräfteüberlassungsgesetz (AÜG). Endlich tut sich was", meint
Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen und kontert
damit der Offensive der Arbeitskräfteüberlasser gegen das neue
Arbeitskräfteüberlassungsgesetz. Die längst überfällige Anpassung an
die EU-Richtlinie und die Umsetzung des Prinzips "gleicher Lohn für
gleiche Arbeit" wurde mittlerweile jahrelang von den Arbeitgebern
hinausgezögert und verweigert. "Ich unterstütze den nun vorliegenden
Entwurf des Sozialministeriums und hoffe, dass Minister Hundstorfer
nicht erneut in die Knie geht, wie schon bei der Auflösungsabgabe",
sagt Schatz. Sie weist darauf hin, dass auch beim nun vorliegenden
Entwurf noch Verbesserungen notwendig sind: "Der vorliegende Entwurf
ist bereits ein Kompromiss, der wichtige Probleme gar nicht
aufgreift. Diese sind die Überwälzung der Kosten für Stehzeiten der
LeiharbeiterInnen auf das AMS und die übermäßige und
zweckentfremdende Nutzung von Leiharbeit, sowie die häufige Umgehung
von arbeitsrechtlichen Vorgaben", erläutert Schatz.
"Fakt ist, und das ist das eigentliche Problem, dass auch in
Österreich der Einsatz von Leiharbeit weit über ihr ursprüngliches
Ziel, dem Decken von Auftragsspitzen, hinausgeht", sagt Schatz. Immer
mehr normale Arbeitsverhältnisse wurden in den letzten Jahren durch
schlechte Leiharbeitsverträge ersetzt auch in Branchen, die nicht
konjunkturabhängig sind. Die Leiharbeitsbranche wächst und boomt auf
Kosten derer, die ganz unten in der Hierarchie der österreichischen
ArbeitnehmerInnen stehen. "Heute gibt es LeiharbeiterInnen, die bis
zu zehn Jahre in einer Firma als "ArbeitnehmerInnen 2. Klasse"
arbeiten und trotzdem nicht angestellt werden. 48 Prozent aller
LeiharbeiterInnen machen diese Jobs nur, weil es keine andere
Alternative für sie gibt."
LeiharbeiterInnen sind schlicht weg billiger als das Stammpersonal
und können, darin besteht wahrscheinlich der größte Vorteil für
Beschäftiger-Betrieben, jederzeit freigesetzt werden. Daran ändert
der jetzige Gesetzesentwurf auch nichts. Das Gesetz ist aber ein
Schritt in die richtige Richtung. "Es fehlen eine Auflösungsabgabe,
die wirklich greift und die übermäßige Freisetzung von
LeiharbeiterInnen in Stehzeiten eindämmt", fordert Schatz und
plädiert weiters für eine prozentuelle Begrenzung der Anzahl
überlassener LeiharbeiterInnen in den jeweiligen Betrieben.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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