• 08.03.2012, 09:26:02
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AUGE/UG, Paiha zum 8. März: "Wer bei Sozialen Diensten spart, spart bei Frauen!"

Ausbau sozialer Dienste käme unmittelbar und gleich mehrfach insbesondere Frauen zugute!

Wien (OTS) - Vor massiven Einschnitten bei sozialen
Dienstleistungen im Zuge der Budgetkonsolidierung warnt Klaudia
Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG - Alternative und Grüne
GewerkschafterInnen/Unabhängige GewerkschafterInnen am heutigen
Frauentag und im Vorfeld des am 21. März stattfindenden
Sozialgipfels: "Die veranschlagten Einsparungspotentiale bei Ländern
und Gemeinden, bei den Ermessensausgaben sowie im Rahmen der Reform
des Fördersystems lassen massive Einschnitte bei den Sozialen
Diensten befürchten. Wer bei sozialen Diensten spart, spart
allerdings bei den Frauen, bei unseren Chancen und bei unseren
Interessenslagen! Wir werden uns dagegen zu wehren wissen!"

Zwt.: Soziale Dienste wesentlicher Beschäftigungsfaktor für Frauen

Soziale Dienste seien dabei einerseits wichtige Arbeitgeber für
Frauen, andererseits ermöglichen sie vielfach Frauen überhaupt erst,
einer Erwerbstätigkeit nachzugehen und so eigenes Einkommen zu
generieren: "79 % aller Beschäftigten im Sozial- und
Gesundheitsbereich sind weiblich. Den sozialen Diensten kommt damit
eine wesentliche Rolle als Arbeitgeber für Frauen zu. Gleichzeitig
ermöglichen soziale Dienste - etwa im Pflege und Betreuungsbereich -
vielfach überhaupt erst die Erwerbstätigkeit von Frauen. Häusliche
Pflege und Betreuung wird in unserer Gesellschaft nach wie vor zur
'Frauensache' gemacht und kommt der Gesellschaft bzw. dem Staat auch
billig, ist sie doch unbezahlt. Pflege und Betreuung Angehöriger ist
allerdings nicht nur physisch wie psychisch ausserordentlich
belastend, sondern geht auch klar zulasten der ökonomischen
Eigenständigkeit und sozialen Absicherung von Frauen. Gut
ausgebaute, bedarfsgerechte soziale Dienste waren seit jeher zentrale
Forderungen der Frauenbewegung, um ein eigenständiges,
selbstbestimmtes Leben, frei von ökonomischen und familiären Zwängen,
sowie den Ausbruch aus tradierten Geschlechterrollen zu ermöglichen,"
so Paiha. "Wer in soziale Dienste investiert, investiert damit gleich
mehrfach in Frauen und damit in Wohlstand und gesellschaftlichen
Fortschritt!"

Zwt.: Soziale Dienste sind mehr wert! Frauen verdienen mehr!

Soziale Dienste seien allerdings eine Niedriglohnbranche: "Das
durchschnittliche Einkommen im Sozial- und Gesundheitsbereich liegt
17 % unter jenem der anderen Branchen. Soziale Arbeit ist im
Verhältnis zum gesellschaftlichen Wohlstand, der geschaffen wird,
deutlich unterbezahlt und es ist wohl kein Zufall, dass diese
Unterbezahlung einmal mehr besonders Frauen trifft. Und es ist wohl
auch kein Zufall, dass es im frauendominierten Gesundheits- und
Sozialbereich die höchste Teilzeitquote - 53 % aller Beschäftigten
arbeiten nur Teilzeit - gibt." Ähnlich hoch sei sie mit 46 % im
Erziehungs- und Unterrichtsbereich, einer Branche mit einem ebenfalls
überdurchschnittlich hohen Frauenanteil von 55 %.

"Das hohe Ausmaß an Teilzeitbeschäftigung liegt nicht zuletzt
daran, dass sich die öffentliche Hand zunehmend aus der ausreichenden
Finanzierung sozialer Dienste zurückzieht und knappe finanzielle
Mittel nur noch Teilzeitbeschäftigung zulassen. Und natürlich sind
auch Frauen, die in Sozial- und Gesundheitsberufen arbeiten von
fehlenden Kinderbetreuungseinrichtungen betroffen. Wer davon spricht,
Vollzeit statt Teilzeit zu ermöglichen und vor der 'Armutsfalle
Teilzeit' warnt, darf von der massiven Sparpolitik von Bund, Ländern
und Gemeinden bei sozialen Diensten nicht schweigen. Wir brauchen
dringend mehr Geld für Bildung und Soziale Dienste - eben eine
Sozial- und eine Bildungsmilliarde. Denn: soziale Arbeit ist nicht
nur mehr wert, sondern schafft auch Mehrwert! Und: es sind vor allem
die Frauen, die diesen Mehrwert schaffen. Frauen verdienen daher
einfach auch mehr!" schließt Paiha.

Rückfragehinweis:
Klaudia Paiha, Bundessprecherin der AUGE/UG
Tel: 0664/614 50 14
Internet: www.auge.or.at

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