- 07.03.2012, 13:15:46
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Bund und Länder wollen öffentlichen Verkehr forcieren
LH Dörfler bei Verkehrsreferenten-Konferenz in Graz
Klagenfurt (OTS/LPD) - In Graz fand heute, Mittwoch, die
Landesverkehrsreferentenkonferenz statt. Ihr wichtigstes Anliegen ist
es, den öffentlichen Verkehr für die Menschen attraktiver zu
gestalten und sie zum Umstieg vom Auto zu bewegen. Behandelt und
beschlossen wurden auch Maßnahmen der Infrastruktur und
Verkehrssicherheit.
Kärntens Verkehrsreferent Landeshauptmann Gerhard Dörfler informierte
über die Konferenzergebnisse in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit
dem steirischen Gastgeber, Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann,
Verkehrsministerin Doris Bures, ÖBB-Generaldirektor Christian Kern
und den weiteren Verkehrsreferenten.
Dörfler dankte Bures und Kern dafür, dass sie trotz Sparpaket die
neue Südbahn mit Semmering- und Koralmtunnel außer Streit stellen. Er
strich die europäische Dimension der Koralmbahn hervor und erklärte,
dass man jetzt schon den Nutzen der Baltisch-Adriatischen Achse
europäisch entwickle. Dies geschehe im Rahmen des Projektes BATCo mit
den Regionen von Danzig bis Bologna und den Adriahäfen.
Als für ihn wichtiges Projekt und Riesenchance nannte Dörfler die
E-Mobilität. Wichtig sei es Förderprogramme für den Umstieg auf
E-Autos zu entwickeln. Kärnten sei dabei Vorreiter in Europa, verwies
er auf das Testprojekt mit Mercedes.
Für Ministerin Bures war diese Konferenz etwas Besonders und nichts
Alltägliches. Erstmals würden alle neun Bundesländer und der Bund in
dieser Form an einem Strang für den öffentlichen Verkehr ziehen,
verwies sie auf eine sehr konstruktive Diskussion. Man wolle dem
öffentlichen Verkehr in Österreich Vorrang geben, die Leistungen für
die Fahrgäste verbessern, Angebote vergrößern. Dazu entwickle man nun
gemeinsam ein Gesamtkonzept. Neben dem Personentransport soll auch
die Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene forciert werden.
"Wir wollen die Menschen auf den Geschmack bringen, auf den
öffentlichen Verkehr umzusteigen", so Bures. ÖBB-Chef Kern
informierte über die zahlreichen Infrastruktur-Ausbauprojekte der ÖBB
und betonte, dass man auf Qualität für den Fahrgast setze.
In der Landesverkehrsreferentenkonferenz wurde beschlossen, an eine
Optimierung der Landschaft des öffentlichen Verkehrs im Sinne der
Kunden heranzugehen. Eine Arbeitsgruppe mit Vertretern von Bund,
Ländern und Gemeinden soll herausarbeiten, welches Angebot des
öffentlichen Verkehrs Österreich braucht. Ein Ziel ist es auch, die
Tarife und Zugangskriterien bei Ermäßigungstickets für z.B. Kinder,
Familien oder Senioren zu vereinheitlichen. Zudem arbeitet man an
einer österreichweiten, einheitlichen Rabattkarte für sämtliche
öffentliche Verkehrsmittel.
Die Länder wollen außerdem mit dem Bund eine gemeinsame Reformlösung
bei der Schüler- und Lehrlingsfreifahrt erzielen. Die öffentlichen
Verkehrsleistungen sollen dabei für die Jugendlichen attraktiver
werden, um sie längerfristig als Kunden im öffentlichen Verkehr zu
binden. Erreichen will man so auch einen Beitrag zum Klimaschutz und
eine Verwaltungsvereinfachung. Besprochen wurde auch eine neue
Verordnung, in deren Rahmen man für mehr Sicherheit im Bereich von
Eisenbahnkreuzungen sorgen will.
Ein Projekt, bei dem Kärnten federführend ist, ist die Graphen
Integrations Plattform GIP, das ebenfalls Thema der Konferenz war.
GIP ist ein Instrument für Verkehrsinformation, Verkehrsmanagement
und Verkehrssteuerung. Die GIP umfasst alle Verkehrsarten - vom
motorisierten Individualverkehr und öffentlichen Verkehr bis hin zu
Radfahrern und Fußgängern - und kann diese intermodal verknüpfen. Die
Verkehrsreferenten ersuchen die Landesamtsdirektoren, für die
Anwendung der GIP die erforderlichen Maßnahmen im Verwaltungsbereich
zu setzen. Ministerin Bures wird gebeten, die erforderliche
Unterstützung durch ihr Ministerium sicherzustellen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
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