• 07.03.2012, 12:49:31
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Seniorenbund ad Frauentag: Wir kämpfen für die Seniorinnen in Österreich!

Ignoranz der Bedürfnisse dieser fast 1,7 Mio Frauen erreicht Schmerzgrenze! Forderungskataloge vorgelegt.

Wien (OTS) - Zum morgigen Internationalen Frauentag halten die
beiden Bundesobmann-Stellvertreterinnen des Österreichischen
Seniorenbundes, LAbg. Ingrid Korosec, Landesvorsitzende des Wiener
Seniorenbundes, und Mag. Gertrude Aubauer, ÖVP-Seniorensprecherin im
Nationalrat, fest:

"2010 lebten laut Statistik Austria in Österreich 1.660.659 Frauen
im Alter über 50 bzw. 1.103.215 Frauen im Alter über 60 Jahren. Auch
bei den diesjährigen Diskussionen zum Internationalen Frauentag
werden ihre Bedürfnisse jedoch völlig ignoriert. Wir sagen wie's ist:
Die ausschließlich im Mittelpunkt stehenden Fragen, ob man Frauen zur
Vollzeitarbeit am besten zwingen soll, oder ob man Väter dazu zwingen
soll, einen oder drei Monate nach der Geburt ihre Frauen zu
unterstützen, oder ob man Unternehmen dazu zwingen soll ihre
Aufsichtsratsreihen mit mehr Frauen zu füllen, helfen diesen fast 1,7
Millionen Österreicherinnen überhaupt nicht. Abgesehen davon, dass
all diese sozialistischen Zwangsideen sowieso niemandem wirklich
helfen. Aus unserer Sicht ist die weit verbreitete Ignoranz gegenüber
den Bedürfnissen der Seniorinnen völlig inakzeptabel, erreicht
mittlerweile die Schmerzgrenze. Daher legen wir heute die
Seniorenbund-Forderungskataloge zur Verbesserung der Lebenssituation
älterer Frauen in Österreich vor!"

Frauen-Einkommen auch im Pensionsalter brennendes Thema! - Mit
Forderungskatalog.

"Die Einkommenssituation der Seniorinnen reicht von den
Hochbetagten mit besonders kleinen oder gar keinen Pensionen bis zu
kurz vor der Pension stehenden Frauen, deren Einkommenssituation sich
wiederum zwischen "bestes Einkommen des bisherigen Lebens" und
"arbeitsuchend mit schlechter Aussicht auf Einstellung" bewegt. Wenn
es im vergangenen Jahrzehnt dem Seniorenbund in jedem Jahr gelungen
ist, die so genannten Mindestpensionen (Ausgleichszulage) stärker
anzuheben als andere Pensionen, so ist dies eine der wichtigsten
konkreten Maßnahmen zur aktiven Unterstützung dieser Frauen - ein Weg
den wir jedenfalls weiter gehen werden. Und hinsichtlich der
pensionsnahen Jahrgänge pochen wir weiterhin vehement auf unser
Aktionsprogramm "Wir schließen die Einkommenslücke der Frauen in
Pension", welches auch die raschere Anhebung des gesetzlichen
Frauenpensionsalters - bei deutlich verbesserter Anrechnung der
Kindererziehungszeiten - beinhaltet. Es ist gerade für die
pensionsnahen Frauenjahrgänge ein besonderer Wehrmutstropfen, dass
diese Punkte im aktuellen Reformpaket der Regierung von einem
Regierungsteil blind blockiert wurden", betont Korosec zur
Einkommenssituation der Seniorinnen.

"Im aktuellen Reformpaket ist es gelungen, Null-Anpassungsrunden
bei Pensionen zu verhindern und konnte die konkrete Ausgestaltung der
Pensionsanpassungen 2013 und 2014 auf die jeweiligen
Herbst-Verhandlungsrunden verschoben werden, damit man auf jeweils
aktuell vorliegende Teuerungsraten reagieren kann. Gleichzeitig
wurden Änderungen bei den Invaliditätspensionen und ein
Beschäftigungspaket für ältere Arbeitnehmer angekündigt. Allerdings
fehlen dazu bis dato die konkreten Gesetzesvorlagen - was wir
weiterhin scharf kritisieren. Besonders wichtig ist nun die sofortige
Vorlage der konkreten Beschäftigungsmaßnahmen für Ältere. Denn nur so
wird man verhindern können, dass weiterhin ein Drittel der
betroffenen Frauen direkt aus der Arbeitslosigkeit in die Pension
übertritt. Ein Punkt, der die Einkommenssituation der Frauen sehr
negativ beeinflusst und ausschließlich durch aktivierende Maßnahmen
abgestellt werden kann", erklärt Aubauer, die vehement auf die
Vorlage konkreter Arbeitsmarktmaßnahmen in den nächsten Wochen pocht.

Die beiden Bundesobmann-Stellvertreterinnen des Österreichischen
Seniorenbundes legen daher die konkreten Forderungen zur
Einkommenssituation älterer Frauen vor:

- Senkung des Eingangssteuersatzes - für die ersten 200,- bis 300,-
   Euro über der Steuerfreigrenze sollte der Steuersatz maximal 20% 
   betragen. Dies betrifft besonders viele Frauen.
 - Sofortige Umsetzung des ÖVP-Maßnahmenpaketes "Wir schließen die 
   Einkommenslücke der Frauen in Pension": Angleichung des 
   gesetzlichen Pensionsantrittsalters der Frauen schrittweise ab 
   2014, Zielerreichung 2024. Umsetzung aller entsprechenden 
   Begleitmaßnahmen (bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten 
   auf die Pension, AMS-Paket, Belohnungsmodell, etc.).
 - Aktive Unterstützung jener Frauen, die mit 60 NICHT die Pension 
   antreten möchten. Zwangspensionierungen - vor allem im 
   staatsnahen Bereich - müssen ausnahmslos eingestellt werden!
 - Einführung des Seniorenbund-Belohnungsmodells mit 12% mehr 
   Pension für jedes nach dem gesetzlichen Pensionsantrittsalter 
   gearbeitete Jahr - davon profitieren in der Umstellungszeit auf 
   Pensionsantrittsalter 65 die von der Umstellung betroffenen 
   Frauen ganz besonders stark (bis zu 60% mehr Pension!). Die 
   Erhöhung der Zuschläge im Rahmen des aktuellen Reformpaketes kann 
   nur als erster Schritt in die richtige Richtung betrachtet werden.
 - Abschaffung der Ruhens- und Wegfallensbestimmungen: vorzeitig in 
   Pension gedrängte Frauen sind hauptsächlich Betroffene dieses 
   weiterhin geltenden quasi-Arbeitsverbots - dies ist zu beenden. 
 - Sofortige Umsetzung der "senior-pools" beim AMS: wir brauchen 
   eine nationale Kraftanstrengung, um Frauen im fortgeschrittenen 
   Erwerbsalter mehr Chancen am Arbeitsmarkt zu eröffnen.
 - Sofortige Einführung des "Frühpensionsmonitorings": Wir wollen 
   schwarz auf weiß sehen: In welcher Branche, in welcher Region, 
   bei welcher Betriebsgröße wird wer in welchem Alter und mit 
   welcher Begründung frühpensioniert. Nur wer das weiß, kann 
   die "fit2work"-Teams zielgerichtet und punktgenau einsetzen. Wer 
   auf der Frühpensions-Liste negativ auffällt, wird verpflichtet, 
   an diesem Programm teilzunehmen! Davon profitieren ganz besonders
   viele Frauen. 
 - Sofortige Umsetzung der "Lebensverdienstkurve neu": Besonders 
   Frauen wird es unterstützen, wenn Anfangsgehälter in Zukunft 
   höher sind, wenn Vorrückungen nicht mehr auf dem (Dienst-)Alter 
   alleine basieren. Während Frauen heute für immer die Vorrückungen 
   während der Karenzzeit verlieren, können sie bei 
   der "Lebensverdienstkurve neu" nach der Karenz sogar mit besserer
   Bezahlung wiedereinsteigen, wenn sie die Zeit auch für 
   Weiterbildung o.Ä. genutzt haben!
 - Kampf der Teuerung: Besonders für die Bezieherinnen der geringen 
   Frauen-Einkommen ist es wichtig, dass wir alles unternehmen, um 
   jetzt die Teuerung zu bekämpfen. Dazu hat der Seniorenbund am 
   22.02.12 ein umfassendes Maßnahmenpaket inklusive 
   der "Seniorenbund-Sparrechnung" vorgestellt. Die Umsetzung dieser
   Punkte werden wir konsequent weiterverfolgen.

Pflege ist weiblich! - Mit Forderungskatalog!

"Die Mehrheit der Pflegenden ist weiblich. Sowohl im
professionellen als auch im Laien-Bereich. Pflegende Angehörige sind
im Schnitt 58 Jahre alt und zum überwältigenden Teil (79%)weiblich.
Und Pflegegeld beziehen zweimal so viele Frauen wie Männer (lt. Stat.
Austria 2009 67% der Pflegegeldauszahlungen an Frauen). Pflege ist
also weiblich - Verbesserungen der Pflege werden so zur aktiven
Frauenpolitik und dürfen nicht länger als lästiges Beiwagerl der
Sozial- oder Gesundheitspolitik abgetan werden. Da muss endlich
Bewegung in die viel zu lange aufgeschobenen Verhandlungen kommen",
hält die Pflege- und Gesundheitsexpertin des Seniorenbundes,
Bundesobmann-Stellvertreterin Ingrid Korosec fest.

"Diesen Punkt muss man mit ein paar deutlichen Zahlen untermauern,
um zu zeigen, wie weit die aktuellen Debatten an der täglichen
Lebensrealität der Frauen im Lande vorbei gehen", erklärt Abgeordnete
Aubauer und führt aus:

"Im Jahr 2010 waren im Gesundheits- und Sozialwesen laut Statistik
Austria mehr als 289.000 Frauen (vgl.: 73.400 Männer) unselbständig
beschäftigt. Hinzu kommen die "24-Stunden-Betreuerinnen" (mehr als
37.000, Frauenanteil nahezu 100%). Dazu kommen mit den pflegenden
Angehörigen noch einmal sagenhafte rund 275.000 Frauen (ca 350.000
Pflegegeldbezieher werden zu Hause von Angehörigen gepflegt, lt.
BMASK-Bericht stellen Frauen 79% der pflegenden Angehörigen, ergibt
abgerundet diese Summe!) - davon übrigens mehr als 50%, also 128.500
Frauen, im Alter über 50! Folgen noch Laienpfleger bzw. Freiwillig
Tätige in diversen Vereinen, die aber gar nicht beziffert werden
können. Macht im Minimum (!) rund 600.000 Frauen, die in Österreich
täglich im Bereich von Gesundheit, Pflege und Betreuung tätig sind.
Nimmt man dies nun mit den ca. 240.000 Frauen, die Pflegegeld
beziehen zusammen, reden wir hier von 840.000 täglich betroffenen
Frauen, die von jeder Verbesserung der Pflegesituation direkt
profitieren! Dennoch ergötzen wir uns zum Internationalen Frauentag
lieber an Debatten um Besetzungsquoten in Aufsichtsräten oder
Ähnlichem. Das ist absurd!"

Die beiden Bundesobmann-Stellvertreterinnen des Seniorenbundes legen
daher den Pflege-Forderungskatalog des Seniorenbundes vor:

Forderungen für Pflegebedürftige

- Jährliche automatische Valorisierung des Pflegegeldes.
 - Rascher Abschluss der Pflege-Struktur-Verhandlungen: Die 
   Verlängerung der Dotierung des Pflegefonds ist nur ein erster 
   Schritt. Wir brauchen echte Strukturreformen, um die Mittel 
   besser einzusetzen. 
 - Langfristige Sicherstellung einer nachhaltigen Finanzierung der 
   Pflegekosten durch die Zweckwidmung von vermögensbezogenen 
   Steuern (wurde bei Spekulationssteuer und Umwidmungssteuer 
   verabsäumt!)
 - Intensive Verbesserung der Schnittstellen zwischen Gesundheits- 
   und Pflegebereich im Zuge der anstehenden Gesundheitsreform.
 - Massiver Ausbau der mobilen Dienste.

Forderungen für in der Pflege Tätige
 - Stärkere Bewerbung / Information über das Angebot von "Urlaub von
   der Pflege": Hier bleiben jährlich budgetierte Mittel ungenutzt!
 - Bessere Bezahlung von Pflege(fach)kräften
 - Reform der Pflegeausbildung (von der Lehre bis zur Uni!)
 - Einführung eines 3-stufigen zertifizierten Ausbildungsprogramms 
   für Laienpflegerinnen (wird derzeit vom Seniorenbund gemeinsam 
   mit dem Hilfswerk im Pilotversuch getestet). 
 - Rechtliche Besserstellung pflegender Angehöriger im Erbrecht

Frauenbeteiligung im Österreichischen Seniorenbund

Der Österreichische Seniorenbund hat in seinen 9
Landesorganisationen und den mehr als 2.000 Orts- und Bezirksgruppen
mehr als 305.000 Mitglieder - davon 194.000 Frauen, das sind 63,6%
oder fast zwei Drittel. Sämtliche Funktionen (Obleute, deren
Stellvertreter, etc.) werden ehrenamtlich, also unbezahlt erledigt.
Ingrid Korosec, Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes, und Mag.
Gertrude Aubauer, ÖVP-Seniorensprecherin im Nationalrat, wurden beim
ordentlichen Bundestag des Seniorenbundes 2009 mit großen Mehrheiten
zu den beiden Stellvertreterinnen von Bundesobmann Dr. Andreas Khol
gewählt. Damit setzt sich auch im Bundesvorstand des Seniorenbundes
ein Trend durch, der auf allen Funktionsebenen des Seniorenbundes zu
beobachten ist: Immer mehr Frauen engagieren sich aktiv für die
Anliegen der Älteren. So wurde der Anteil an Ortsgruppen- und
Bezirksobfrauen im Seniorenbund in den vergangenen Jahren
vervielfacht.

"Immer mehr Frauen beschränken ihre Aktivität im fortgeschrittenen
Alter nicht mehr auf die Pflege von Angehörigen oder die
Beschäftigung mit den Enkelkindern. Immer mehr von ihnen übernehmen
auch im Seniorenbund aktiv Verantwortung und stärken so auch die
Vertretung der frauenspezifischen Themen in der Seniorenpolitik. Wir
beide unterstützen dies mit aller Kraft und halten daher zum
Internationalen Frauentag 2012 fest: Mit der Ignoranz gegenüber den
Bedürfnissen der Seniorinnen muss Schluss sein. Wer Frauenanliegen
diskutiert, darf auf diese fast 1,7 Millionen Österreicherinnen nicht
vergessen", so die beiden Politikerinnen abschließend.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, stv. GS Susanne Walpitscheker,
0650-581-78-82, [email protected], www.seniorenbund.at

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