• 07.03.2012, 10:24:34
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ÖH STEOP-Watch: STEOP bedeutet Knock-Out-Phase und zerplatzte Träume

Ergebnisse des STEOP-Watch Berichts wurden heute präsentiert

Wien (OTS) - Am 30.3.2011 wurde im Nationalrat die Einführung
einer neuen Studieneingangs- und Orientierungsphase - kurz STEOP - in
einer Husch-Pfusch Aktion beschlossen. Bereits bei ihrer Einführung
kritisierte die Österreichische HochschülerInnenschaft die STEOP
massiv und verwies auf die Gefahr, dass die STEOP zu einer reinen
Knock-out Phase werden würde. "Die Bundesvertretung der ÖH hat daher
die STEOPWATCH ins Leben gerufen. Zwei Monate lang wurden
Erstsemestrige dazu aufgefordert ihre Erfahrungen mit der STEOP an
uns zu schicken. Dies war mittels E-Mail und über eine Online-Umfrage
möglich - alleine im Zuge der Umfrage haben sich 2298 Studierende
rückgemeldet. Die Berichte der Studierenden bestätigten leider zu
großen Teilen die Befürchtungen der ÖH: Die STEOP baut extremen Druck
auf Studierende auf, sie wurde oft ungerecht und willkürlich
umgesetzt und ist in vielen Fällen eine Knock-Out-Phase. Zahlreiche
verzweifelte Studierende meldeten sich bei uns, weil sie ihre
Lebensträume zerplatzen sahen", erklärt Janine Wulz vom Vorsitzteam
der ÖH.

"Die STEOP ist in allererster Linie eine Schikane für Studierende,
die dazu verwendet wird, Studierende aus ihrem Wunschstudium zu
drängen. Sie ist eine politisch motivierte Knock-out Phase, die für
Studierende zahlreiche, negative Konsequenzen hat. Eines der
zentralen Probleme ist die lebenslange Sperre für Studierende in dem
jeweiligen Fach an der jeweiligen Universität. Zudem kommt, dass
Studierende ein Semester verlieren, was wiederum fatale Auswirkungen
auf Beihilfen und Versicherungsschutz hat. Die Probleme an den
Universitäten lassen sich nicht durch Knock-Out Prüfungen und
Zukunftsraub an jungen Menschen lösen. Vielmehr braucht es einen
Ausbau der Hochschulen und den freien Zugang zu Bildung für Alle -
ohne Schikanen und Barrieren", fordert Angelika Gruber vom
Vorsitzteam der ÖH.

Wolfgang Weigel, Pressereferent des UniversitätslehrerInnenverbandes
schließt sich der Kritik an der STEOP an: "Nunmehr wird den
Studierenden in der Anpassungsphase an der Schnittstelle zwischen
Mittelschule und Universitäten keine Zeit gegeben, sich zu adaptieren
und ihre Studienwahl zu überlegen. Sie sollen so rasch wie möglich
ein Studium angehen, das vor allem dem wirtschaftlichen Bedarf
entspricht und sie für den Arbeitsmarkt bereit macht. Fehler werden
nicht toleriert, Ausprobieren ist nicht möglich, Umwege werden mit
Ausschluss bedroht. Das Bologna-System verschärft die Eingangs- und
Anpassungsphase noch zusätzlich. Abgefragt werden vor allem
Stressresistenz und Leistungsfähigkeit unter Druck. Der ULV plädiert
daher dringend für ein Überdenken der Funktion einer STEOP.
Studierenden soll eine Entscheidungshilfe geboten werden, die der
oder dem einzelnen Studierenden zeitgerecht flexible Reaktionen auf
Erfahrungen und Einsichten ermöglicht."

"Die STEOP soll ihrem Namen gerecht werden. Sie muss eine
tatsächliche Orientierung ohne psychischen Druck ermöglichen und darf
nicht länger als Selektionsphase missbraucht werden", so schließt
Stefan Kastel, Mitglied der Stop STEOP Initiative mit der Forderung
nach einer grundlegenden Reform der Studieneingangsphase.

Nähere Infos finden Sie im STEOP WATCH Evaluationsbericht:
http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Presse/STEOPWATCH_Eval
uationsbericht.pdf
oder den Presseunterlagen: http://www.oeh.ac.at/index.php?id=11

Rückfragehinweis:
Österreichische HochschülerInnenschaft (ÖH)
Sara Scheiflinger, Pressesprecherin
Tel.: 0676 888 52 211
mailto:[email protected]; http://www.oeh.ac.at

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