• 06.03.2012, 14:11:31
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VÖZ-Präsident Gasser: Kürzung der Presseförderung geht zu Lasten der Meinungsvielfalt

VÖZ-Präsident appelliert an Regierung, Verhandlungen über grundsätzliche Reform der Presse- und Medienförderung aufzunehmen: "Ja zu Reformen, Nein zu Kürzungen"

Wien (OTS) - "Unabhängigkeit, Titel- und Meinungsvielfalt der
heimischen Medienlandschaft zu fördern, ist gerade in wirtschaftlich
volatilen Zeiten eine demokratiepolitisch und gesellschaftlich
unverzichtbare Aufgabe", betont Hans Gasser, Präsident des Verbandes
Österreichischer Zeitungen (VÖZ), hinsichtlich der heute im
Ministerrat beschlossenen Kürzungen der Presseförderung um 15
Prozent: "Wir sagen Ja zu Reformen bei der Presseförderung, aber klar
Nein zu Kürzungen auf Kosten der Meinungsvielfalt."

Gasser fordert eine generelle Neuausrichtung der Presse- und
Medienförderung: "Der österreichischen Medienlandschaft stehen in den
kommenden Jahren tektonische Verschiebungen zwischen Online und Print
am Leser- und Werbemarkt bevor. Wir brauchen daher eine
grundsätzliche Reform der Förderinstrumente, um Titelvielfalt,
Qualität, Unabhängigkeit und Verlässlichkeit der Berichterstattung
weiterhin zu gewährleisten." Gasser appelliert an die Bundesregierung
rasch Verhandlungen über eine neue Presse- und Medienförderung
aufzunehmen.

Der VÖZ-Präsident warnt vor existenziellen Auswirkungen auf die
Medienlandschaft durch die Kürzung der Presseförderung: "Die
Kürzungen schwächen in erster Linie jene kleinen Tages- und
Wochenzeitungen, die bereits heute unter großem wirtschaftlichen
Druck ihre Leistungen anbieten. Manche wären gezwungen, ihr
Erscheinen einzustellen. Gerade in einem Land, in dem sich die
Zeitungslandschaft äußerst konsolidiert darstellt, wäre der Verlust
weiterer Tages- und Wochenzeitungstitel nicht verschmerzbar." Darüber
hinaus trifft die Reduktion der Presseförderung auch den
außeruniversitären Aus- und Fortbildungsbereich "ins Mark."

Nutznießer einer weiteren Reduktion der Presseförderung ist in
erster Linie der ORF: "2011 wurde der ORF mit fast 600 Millionen Euro
an Gebührengeldern versorgt. Demgegenüber muten jene zwölf Millionen
Euro, die im vergangenen Jahr an Presseförderung ausbezahlt wurden,
geradezu lächerlich gering an. Die Kürzung der Pressförderung
verschärft dieses Ungleichgewicht weiter und geht zu Lasten eines
fairen Wettbewerbs zwischen privaten Zeitungsprodukten und dem
öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Dabei kann niemand in diesem Land
ein Interesse daran haben, dass der mit öffentlichen Beihilfen
finanzierte ORF ein Meinungsmonopol erlangt."

Rückfragehinweis:
VÖZ - Verband Österreichischer Zeitungen
Mag. Andreas Csar

Tel.: +43 1 533 79 79 - 419   
   Email: [email protected]      
   www.voez.at

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