- 06.03.2012, 10:06:25
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Birkenpollen- und Nahrungsmittel-Allergien: Hoffnung für 400.000 Österreicher
Wien (OTS) - Die Birkenpollen-Allergie und damit verbundene
Kreuzallergien zählen in Österreich zu den häufigsten allergischen
Erkrankungen. Forscher der MedUni Wien sind den Ursachen auf der Spur
und entwickeln hochwirksame neue Impfstoffe.
Alleine in Österreich sind rund 400.000 Menschen von einer
Birkenpollen-Allergie und damit verbundenen Nahrungsmittelallergien
betroffen, insbesondere gegen Apfel, Pfirsich, Haselnuss, Karotten
und Sellerie. 70 Prozent aller Birkenpollenallergiker leiden an
solchen Kreuzallergien. Ein besonderes Problem: Die
Nahrungsmittelallergie besteht bei den meisten Betroffenen (86
Prozent) ganzjährig, also nicht nur während der Pollensaison im
Frühjahr.
Klinische Studie für neue, hochwirksame Impfstoffgeneration startet
im Herbst
Barbara Bohle vom Institut für Pathophysiologie und
Allergieforschung der MedUni Wien steht nun vor dem Durchbruch für
eine neue, wirksamere Generation an Impfstoffen: "Die bislang
verwendeten Impfstoffe haben einen großen Nachteil. Sie wirken zwar
gegen das Birkenpollen-Allergen, helfen aber nur selten bei
Kreuzallergien." Für die neuen Impfstoffe will Bohle deshalb nur das
reine Allergen - statt des konventionellen Proteingemisches -
verwenden. "Davon versprechen wir uns auch für die Behandlung von
Nahrungsmittelallergien einen Erfolg", so Bohle. Im Herbst startet
die Forscherin eine entsprechende klinische Studie, bei der
Nahrungsmittelallergien erstmals mit dem entsprechenden Allergen
behandelt werden. Bohle: "Konkret heißt das, dass wir zum Beispiel
eine Apfelallergie mit dem Allergen des Apfels behandeln."
Kreuzallergien: Der Apfel fällt nicht weit vom Birkenstamm
Wichtige Grundlagen für diesen neuen Therapieansatz stammen von
Heimo Breiteneder vom Institut für Pathophysiologie und
Allergieforschung an der MedUni Wien. Ihm gelang der Nachweis, dass
das Birkenpollen-Allergen zu einer übergeordneten "Superfamilie" von
Molekülen mit gleicher Molekülstruktur gehört. Dazu Breiteneder:
"Aufgrund der Evolution von einem gemeinsamen Vorläufer her gibt es
sind die heute rund 16.000 bekannten Vertreter dieses Molekültyps in
Bakterien, Pflanzen und Tieren weit verbreitet. Allerdings wirken nur
rund zehn davon als Allergen. Neben dem Birkenpollen-Allergen unter
anderem auch das im Apfel enthaltene Allergen."
Den Ursachen der Allergien auf der Spur
Breiteneder nimmt an, dass ein Vorläufer des
Birkenpollen-Allergens "Bet v 1" in früher Vorzeit für den Organismus
eine Gefahr darstellte, auf die sofort reagiert werden musste. "Die
Nahrungsmittelallergien sind sozusagen die Ausläufer dieses
Mechanismus, der vom Birkenpollen-Allergen angeschalten wird."
Breiteneder weiter: "Bestätigt sich diese Annahme, wäre das ein
weiterer wesentlicher Schritt, um die Ursachen für das Entstehen von
Allergien zu verstehen." Breiteneder ist übrigens ein Pionier der
Allergenforschung, 1988 identifizierte er mit "Bet v 1", dem erstmals
ein Protein der Birkenpollen als Auslöser der Birkenpollenallergie,
weltweit das erste pflanzliche Allergen auf molekularer Ebene.
Rückfragehinweis:
Medizinische Universität Wien Mag. Johannes Angerer Leiter Corporate Communications Tel.: +431 40160 - 11 501; Mobil: +43 664 800 16 11 501 mailto:[email protected] http://www.meduniwien.ac.at
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