- 02.03.2012, 11:59:38
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Greenpeace-Protest gegen Plünderung Westafrikas durch EU-Riesentrawler
Greenpeace-AktivistInnen protestieren an deutschem Fischtrawler gegen Ausbeutung der Meere
Noakchott(Mauretanien)/Wien (OTS) - AktivistInnen an Bord des
Greenpeace-Schiffes Arctic Sunrise, unter ihnen die Österreicherin
Melanie Aldrian, protestierten heute früh vor der Küste Mauretaniens
gegen die massive Überfischung westafrikanischer Gewässer durch
Fabrikschiffe aus Europa. Die AktivistInnen befestigten symbolische
Euroscheine und ein Banner mit der Aufschrift "Keine EU-Steuergelder
für Meeresraubbau!" an der Bordwand des deutschen Supertrawlers
Maartje Theadora. Das Schiff zählt mit seinen 9.082 Tonnen
Ladekapazität und 141 Metern Länge zu einem der größten europäischen
Schiffe, die derzeit vor der Küste Mauretaniens fischen.
"Die Geldscheine symbolisieren die Millionen aus der Tasche der
EU-Steurzahler, die Riesenschiffe wie die Maartje Theadora bekommen,
um Motoren und Schleppnetze weiter aufzurüsten- ausgerechnet jene
EU-Schiffe, die der Meeresumwelt und den Menschen am meisten schaden
und weitaus mehr fischen als die Umwelt vertragen kann", kritisiert
Greenpeace-Meeresbiologin Antje Helms.
Die Maartje Theadora gehört zur Flotte der "Pelagic
Freezer-Trawler Association" (PFA), einer Unternehmensgruppe mit 34
Schiffen unter niederländischer, deutscher, französischer, britischer
und litauischer Flagge. Die PFA-Schiffe gehören zu den größten der
Welt: ihre 600 Meter langen Schleppnetze können bis zu 250 Tonnen
Fisch pro Tag fangen, der Fisch wird direkt an Bord verarbeitet.
Die Fangflotte der EU hat eine zwei bis dreimal höhere
Fangkapazität als für eine nachhaltige Fischerei gut wäre. Die
Folgen: Die Fischbestände in EU-Gewässern sind massiv überfischt und
immer häufiger weichen die Fischtrawler auf andere Meeresregionen
aus, wie vor die Küste Westafrikas. "Das ist eine perverse Politik,
die den Raubbau der Meere und die Ausbeutung der Ressourcen ärmerer
Länder mit unseren Steuergeldern finanziert", so Antje Helms. Die
Europäische Union unterhält mit Mauretanien ein Fischereiabkommen.
Dieses ermöglicht EU-Fangschiffen den für sie beinahe kostenlosen
Zugang zu Mauretanischen Fischereigründen.
Wie die europäischen Steuerzahler die Plünderung der Meere vor
Westafrika finanzieren, belegt der diese Woche von der
Umweltschutzorganisation veröffentlichte Report "Plündern um jeden
Preis: EU-Fischerei in Westafrika". Um Motoren und Fanggerät zu
modernisieren erhielt die PFA 1994-2006 direkte Fördergelder von
insgesamt 46,8 Millionen Euro. Rund 143 Millionen Euro wurden 2006
bis 2012 zusätzlich von der EU gezahlt, um Firmen wie der PFA
Fischereirechte in Mauretanien und Marokko zu sichern - 90 Prozent
der Kosten dafür finanzieren EU-Steuerzahler.
Die derzeit laufende Reform der Gemeinsamen Fischereipolitik
bietet der EU die Chance, die Überkapazitäten der europäischen Flotte
massiv abzubauen - angefangen bei den größten und umweltschädlichsten
Riesentrawlern. Öffentliche Gelder müssen vor allem handwerkliche,
umweltschonende Küstenfischereien unterstützen. Greenpeace fordert
die österreichische Bundesregierung auf, sich aktiv für einen Abbau
der Überkapazitäten einzusetzen: "Binnenländer wie Österreich dürfen
angesichts der dramatischen Krise in den Meeren nicht weiter
stillschweigend zusehen, wie EU-Flotten weiterhin die Gewässer -
nicht nur in Westafrika - plündern," fordert Helms einen aktiven
Einsatz von Fischerei- und Umweltminister Niki Berlakovich.
Greenpeace-Report: http://www.ots.at/redirect/pluendern2
Rückfragehinweis:
Greenpeace CEE
Antje Helms, Meeresbiologin Greenpeace, 0664 2148952
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0664 6126718
mailto:[email protected]
www.greenpeace.at
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