• 29.02.2012, 10:40:06
  • /
  • OTS0107 OTW0107

Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie: Serotonin-1A Rezeptor moduliert das Ruhenetzwerk des Menschen

Wien (OTS) - ForscherInnen der MedUni Wien haben erstmals den
Einfluss des Serotonin-Systems auf das Default Mode-Netzwerk (DMA) im
menschlichen Gehirn untersucht und weiters festgestellt, dass bei
Menschen mit Depressionen die hemmende Wirkung des Serotonin-1A
Rezeptors verringert ist. Das führt dazu, so Siegfried Kasper, Leiter
der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, dass die
Betroffenen "praktisch nie zur Ruhe kommen können".

Die Gehirnregionen im Default Mode-Netzwerk, das auch
Ruhezustandsnetzwerk genannt wird, sind dann aktiv, wenn wir nichts
tun bzw. unsere Gedanken schweifen lassen und uns in einem Zustand
äußerer Ruhe befinden. Die Aktivität dieses Ruhezustandsnetzwerkes
wird durch den Serotonin-1A Rezeptor moduliert. Bei Menschen mit
Depressionen ist diese Regulation beeinträchtigt. Kasper: "Dann
stehen die Patientinnen ständig wie unter Strom."

Die an der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie
von Andreas Hahn und dem Studienleiter Rupert Lanzenberger
durchgeführte Studie wurde nun in dem Top-Journal "Proceedings of the
National Academy of Sciences (PNAS)" veröffentlicht. Beteiligt waren
auch andere WissenschafterInnen der MedUni wie Wolfgang Wadsak und
Markus Mitterhauser von der Universitätsklinik für Nuklearmedizin,
sowie Christian Windischberger vom Zentrum für Medizinische Physik
und Biomedizinische Technik (MRT-Exzellenzzentrum).

"Diese Entdeckung eröffnet neue Möglichkeiten für die Erforschung
und Behandlung von psychiatrischen Erkrankungen wie Depression,
Schizophrenie und Angsterkrankungen auf molekularer Ebene", sagt
Kasper. Das sei die Basis für die Entwicklung wirksamer Medikamente,
die helfen, den Serotonin-1A Rezeptor in ausreichendem Maß zu
beeinflussen.

Service: Proceedings of the National Academy of Sciences
Differential modulation of the default mode network via serotonin-1A
receptors. Hahn A, Wadsak W, Windischberger C, Baldinger P, Höflich
AS, Losak J, Nics L, Philippe C, Kranz GS, Kraus C, Mitterhauser M,
Karanikas G, Kasper S, Lanzenberger R. Proc Natl Acad Sci USA, 2012
Feb 14; 109(7);2619-24.

Medizinische Universität Wien - Kurzprofil

Die Medizinische Universität Wien (kurz: MedUni Wien) ist eine der
traditionsreichsten medizinischen Ausbildungs- und Forschungsstätten
Europas. Mit fast 7.500 Studierenden ist sie heute die größte
medizinische Ausbildungsstätte im deutschsprachigen Raum. Mit ihren
31 Universitätskliniken, 12 medizintheoretischen Zentren und
zahlreichen hochspezialisierten Laboratorien zählt sie auch zu den
bedeutendsten Spitzenforschungsinstitutionen Europas im
biomedizinischen Bereich. Für die klinische Forschung stehen über
48.000m2 Forschungsfläche zur Verfügung.

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501; Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MEU

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel