• 28.02.2012, 10:00:32
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WWWforEurope: Welfare, Wealth and Work - ein neuer Wachstumspfad für Europa

Wien (OTS/WIFO) - Ein europäisches Forschungskonsortium erarbeitet
empirische Grundlagen für ein neues, sozioökologisches
Wachstumsmodell.

Europa kämpft heute um seine finanzielle Stabilität,
Budgetkonsolidierung und seinen inneren Zusammenhalt. Ziel der
Wirtschaftspolitik ist eine neue Zukunftsperspektive von Wohlfahrt,
Prosperität und Beschäftigung.

Unsere Überzeugung: Europa muss auf einen neuen Wachstumspfad
umschwenken

Europa wird diesen Kampf auf lange Sicht nur gewinnen, wenn es
sich heute für den richtigen Entwicklungspfad entscheidet: einen
anspruchsvollen, unbequemen Pfad,

- der auf Wirtschaftswachstum und Beschäftigungssteigerung auf Basis
von Innovation und erhöhter Wettbewerbsfähigkeit setzt,

- der sich zugleich dem Ziel sozialer Integration und der Bekämpfung
der Armut verpflichtet,

- und der einer ökologischen Strategie zur Bewältigung von
Klimawandel und Energiewende folgt.

Gerade in Krisenzeiten braucht Europa ein Umschwenken auf ein
sozial und ökologisch orientiertes Wachstumsmodell, eine
sozioökologische Transformation. Dies ist auch die Ausrichtung, die
die Strategie Europa 2020 der EU vorgibt.

Gelingen kann eine solche sozioökologische Transformation aber nur
auf Basis abgesicherter analytischer Grundlagen und mit
wissenschaftlich fundierten Konzepten. Diese zu erarbeiten und damit
auch zur politischen Umsetzung des neuen Wachstumsmodells
beizutragen, ist das Ziel eines großen Forschungsprojektes, an dem 33
wissenschaftliche Institutionen aus 12 EU-Ländern vier Jahre lang
gemeinsam in einem Konsortium arbeiten werden.

Die Europäische Kommission hat dem Konsortium, das durch das WIFO
koordiniert wird, nach einem strengen Ausleseprozess den Zuschlag für
dieses Projekt im 7. Forschungsrahmenprogramm erteilt. "Welfare,
Wealth and Work for Europe" hat sich das Konsortium als Titel
gewählt: WWWforEurope - ein Triple W als Zielcode einer neuen
EU-Wirtschaftspolitik.

Unser Forschungsziel: Die empirische Basis zur
sozioökologischen Transformation legen

Ziel des Forschungsprojektes ist es, auf Basis profunder
wissenschaftlicher Arbeit die analytischen Grundlagen für die
sozioökologische Transformation zu erarbeiten und operationale
Konzepte für deren Umsetzung zu entwickeln.

Dazu werden in dem Projekt fünf Forschungsschwerpunkte
angesprochen, von denen jeder ein für die sozioökologische
Transformation wesentliches Politikfeld reflektiert.

- Forschungsschwerpunkt 1 setzt sich mit den Herausforderungen an
den europäischen Wohlfahrtsstaat auseinander und analysiert die
Auswirkungen von Globalisierung, Demographie, Entwicklung neuer
Technologien und Postindustrialisierung auf die Strukturen des
Wohlfahrtsstaates. Die Analyse wird auch die gravierenden
fiskalischen Restriktionen einbeziehen, denen die EU-Länder heute
ausgesetzt sind.

- Forschungsschwerpunkt 2 widmet sich der ökologischen und
biophysischen Dimension der sozioökologischen Transformation. Wie
ökologische Nachhaltigkeit auf Wachstum und Beschäftigung wirkt, ist
dabei eine zentrale Frage mit weitreichenden Konsequenzen für
Wirtschafts- und Wohlfahrtspolitik. Dies wird von traditionellen, am
Bruttoinlandsprodukt (BIP) orientierten Indikatoren der
Wirtschaftspolitik nur unzureichend abgebildet.

- Forschungsschwerpunkt 3 beschäftigt sich mit den Treibern des
Wandels, insbesondere mit Innovation und der Verantwortung von
Innovations- und Industriepolitik für die Ausgestaltung des
Innovationssystems und der Produktionsstrukturen. Forschung und
Innovation sind ja selbst Kernfaktoren des Wachstums. Innovations-
und Industriepolitik sind damit aber auch wichtige Instrumente der
sozioökologischen Transformation.

- Forschungsschwerpunkt 4 untersucht Strukturen der Governance und
Institutionen auf der europäischen Ebene, die für die
sozioökologische Transformation wesentlich sind. Ein neuer
Wachstumspfad erfordert substantielle Änderungen in Richtung einer
konsistenteren und besser koordinierten makroökonomischen Politik in
der EU. Dabei ist das unterschiedliche Entwicklungsniveau von
Regionen und Ländern zu berücksichtigen.

- Forschungsschwerpunkt 5 fokussiert auf die Rolle der Regionen in
der sozioökologischen Transformation. Dies setzt an bei der
Erforschung der institutionellen Voraussetzungen für die
Transformation auf der urbanen und ruralen Ebene, führt weiter mit
der Rolle regionaler Arbeitsmärkte und der Bedeutung kultureller
Diversität und reicht bis zur Frage, welche Rolle die europäische
Regionalpolitik für die Dynamik der Transformation spielen kann.

Was wir erreichen wollen: Eine neue Wirtschaftspolitik

"Nicht nur Griechenland, ganz Europa braucht neue Impulse für
Wachstum und Beschäftigung!", sagt Franz Fischler, der frühere
EU-Agrarkommissar. Franz Fischler ist Mitglied des Policy Board des
Forschungsprojektes und wird in dieser Funktion - gemeinsam mit
anderen Board-Mitgliedern wie dem früheren italienischen
Premierminister Giuliano Amato und der renommierten britischen
Ökonomin Sheila Dow - für zusätzliches Qualitätsmonitoring und für
Kontrolle und Unterstützung in der Dissemination der
Projektergebnisse sorgen.

Franz Fischlers Statement umreißt, was mit dem Forschungsprojekt
angestrebt wird: Es soll dazu beitragen, die sozioökologische
Transformation nachhaltig auf der politischen Agenda der EU zu
etablieren, und es wird den Entscheidungsträgern und
Politikgestaltern auf europäischer, nationaler, regionaler und
lokaler Ebene die analytischen Grundlagen und die operationalen
Instrumente zur Umsetzung der sozioökologischen Transformation zur
Verfügung stellen.

In seinem Konzept und seinen Zielen findet das Forschungsprojekt
die Unterstützung von Christoph Leitl, Präsident der
Wirtschaftskammer Österreich und Präsident des WIFO, sowie Herbert
Tumpel, Präsident der Österreichischen Bundesarbeitskammer und
Vizepräsident des WIFO.

Daten und Fakten

WWWforEurope ist ein integratives Forschungsprojekt mit
vierjähriger Laufzeit, das von der Generaldirektion Forschung und
Innovation im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm ausgeschrieben wurde und
von der Europäischen Kommission finanziert wird.

Das 7. Forschungsrahmenprogramm unterstützt nicht nur
sozioökonomische Forschungsaktivitäten, sondern auch viele
Forschungsprojekte in den Naturwissenschaften und anderen
Disziplinen. Es bündelt alle forschungsrelevanten EU-Initiativen und
spielt eine zentrale Rolle, um die Ziele Wachstum,
Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung zu erreichen.

Das Projektkonsortium von WWWforEurope bilden Expertinnen und
Experten aus 33 wissenschaftlichen Institutionen aus 12 EU-Ländern.
Der Forschungsansatz ist strikt interdisziplinär: In das Team sind
Wissenschafterinnen und Wissenschafter aus den Disziplinen Ökonomie,
Ökologie, Geschichte, Politikwissenschaft und Gender Studies
eingebunden.

Das Qualitätsmonitoring wird durch einen hochrangigen
Wissenschaftlichen Beirat garantiert, zu dem unter anderen
Nobelpreisträger Kenneth Arrow und der Harvard-Ökonom Philippe Aghion
zählen.

Rückfragehinweis:
Dipl.-Ing. Dr. Franz Sinabell
Stellvertretender Leiter
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-481 * Fax. +43 1 798 93 86
[email protected]

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