• 27.02.2012, 09:00:37
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  • OTS0028 OTW0028

Die Arbeitskräftemobilität in der Hochschulforschung in der EU und in Österreich

Wien (OTS/WIFO) - Grenzüberschreitende Arbeitsplatzwechsel sind
unter wissenschaftlichen Arbeitskräften im Hochschulsektor häufig.
EU-weit hatten im Jahr 2009 mehr als die Hälfte der Arbeitskräfte im
wissenschaftlichen Bereich bereits mindestens einmal in ihrer
Karriere für mehr als drei Monate grenzüberschreitend den
Arbeitsplatz gewechselt. In Österreich lag dieser Anteil etwas unter
dem EU-Durchschnitt.

Im EU-Durchschnitt sind gemäß einer Umfrage, die im Rahmen des
Projektes MORE (Mobility of Researchers in Europe) im Auftrag der
Europäischen Kommission (Generaldirektion Forschung und Innovation)
mit Beteiligung des WIFO durchgeführt wurde, rund zwei Drittel der
mobilen wissenschaftlichen Arbeitskräfte Männer, in Österreich sogar
drei Viertel. Frauen sind somit offenbar in ihrer beruflichen
Mobilität stärker eingeschränkt als Männer. In Österreich ist zudem
der Frauenanteil unter den Arbeitskräften in Wissenschaft und Technik
im europäischen Vergleich sehr niedrig und zugleich der Anteil der
prekären Beschäftigungsverhältnisse (befristete Verträge,
Teilzeitbeschäftigung) überdurchschnittlich hoch.

Österreich zählt nicht zu den bevorzugten Zielländern für
international mobile wissenschaftliche Arbeitskräfte. Unter jenen
Forscherinnen und Forschern, die bereits hier gearbeitet haben und
mit dem Arbeitsumfeld vertraut sind, genießt aber der
Forschungsstandort Österreich ein gutes Ansehen.

Die Befragungsergebnisse unterstreichen die hohe intrinsische
Motivation mobiler wissenschaftlicher Arbeitskräfte: Die wichtigsten
subjektiven Beweggründe für internationale Arbeitsplatzwechsel
beziehen sich primär auf die Qualität des Forschungsumfeldes, während
monetäre Anreize eher als nachrangig eingestuft werden. Das Fehlen
einer Finanzierung von Mobilitätsepisoden, von
Kinderbetreuungseinrichtungen und der Verlust von Netzwerken werden
von Forscherinnen und Forschern EU-weit wie in Österreich als
wichtigste Mobilitätshemmnisse empfunden.

Aus wirtschafts- und forschungspolitischer Sicht sind vor allem
die Ergebnisse zu den subjektiven Beweggründen relevant. Demnach sind
die Qualität der Forschung und der Forschungsinfrastruktur, aber auch
Karrieremöglichkeiten im Empfängerland maßgebliche Faktoren im
internationalen Wettbewerb um wissenschaftliche Arbeitskräfte im
Hochschulsektor.

Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem WIFO-Monatsbericht
2/2012 ( http://www.wifo.ac.at/wwa/pubid/43574 ).

Rückfragehinweis:
Dr. Andreas Reinstaller
Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung - WIFO
Tel. +43 1 798 26 01-305 * Fax. +43 1 798 93 86
[email protected]

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