AK und Eichamt überprüften Anwendung der Tara-Taste: Papier noch immer teilweise zu Prosciuttopreisen verkauft

Linz (OTS) - Seit 1. Jänner 2012 dürfen Preise für lose Produkte (Obst, Wurst, Käse etc.) ausschließlich ohne Verpackungsmaterial ermittelt werden. Eine bundesweite Überprüfung durch das Eichamt ergab, dass sich fast ein Drittel der Geschäfte nicht an die neue Regelung hält. In Linz prüfte die AK mit dem Ergebnis, dass auch hier noch einige Geschäfte das neue Gesetz noch nicht umgesetzt haben.

"Wos wiegt des hot's" - aber bitte ohne Verpackung! Denn seit 1. Jänner diesen Jahres schreibt das (Maß- und Eich)Gesetz vor, dass nur die Ware selbst, ohne Verpackungsgewicht (Tara), verrechnet werden darf. Ausnahmen: Trennblätter bis zu einem Gramm (dürfen weiterhin mitgewogen werden, können von den Kunden/-innen aber abgelehnt werden) und übliche Schutzpapiere für Süßwaren (Pralinen, Bonbons etc.).

Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen hat Mitte Februar österreichweit die Anwendung der neuen Bestimmung in 307 Geschäften überprüft. In 83 Fällen (27 Prozent) wurden Gesetzesverstöße festgestellt (siehe www.bev.gv.at ). In Linz hat zusätzlich die AK Oberösterreich getestet, ob sich die Geschäfte an die Neuregelung halten (siehe www.ak-konsumenten.info). Eingekauft wurde bei zehn Fleischhauereien, drei Feinkostläden und sieben Supermärkten.
Bei allen zehn Fleischhauereien waren der Abwiegevorgang und die Tara-Gewichtsmessung für Konsumenten/-innen gut erkennbar. Bei drei Unternehmen wurde am Bon zusätzlich das Verpackungsgewicht ausgewiesen. Lediglich bei zwei Fleischhauereien ergab die Kontrolle, dass die Verpackung vermutlich mitverrechnet wurde. Bei beiden Unternehmen bestätigte sich der Verdacht bei einem zweiten Testkauf.

Bei 100 Prozent der getesteten Feinkostläden zeigte die Kontrolle, dass die Verpackung mitgerechnet und somit mitbezahlt wurde.

Die Supermärkte haben ihre Hausaufgaben gemacht: 100 Prozent der getesteten verfügten über gut einsehbare Waagen mit erkennbarer Tara-Taste und haben das Gewicht der Verpackung abgezogen. Am Bon schienen die korrekten Nettogewichte und Tara-Werte auf.

Dennoch: Die uneinheitliche Verwendung von Kassen- oder Wiegebonaufdrucken irritiert. Vor allem, wenn das Verpackungsgewicht angeführt wird, obwohl es ohnehin nicht verrechnet werden darf. Einfacher und klarer wäre, auf den Bons lediglich das Gewicht und den Preis der Ware anzuführen. "Der Handel sollte möglichst schnell auf moderne Waagen mit eingespeicherten Verpackungsgewichten umstellen, um Klarheit über die korrekte Preisermittlung garantieren zu können", verlangt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.
Sowohl Eichamt als auch AK werden die Kontrollen in den nächsten Monaten weiterführen.

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