- 20.02.2012, 10:13:34
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Österreichs Hühnerfleisch wird Gentechnik-frei
Wien (OTS) - Großteil der heimischen Masthuhn- und Putenzüchter
haben auf kontrolliert Gentechnik-freie Fütterung umgestellt - rund
80.000 Tonnen potenziell mit GVO belasteter Soja werden durch
Gentechnik-freie Ware ersetzt
Als "neuen Meilenstein für die Gentechnik-freie
Lebensmittelproduktion in Öster-reich" begrüßt Markus Schörpf, Obmann
der ARGE Gentechnik-frei, den Qualitätssprung beim heimischen
Mastgeflügel: "Nachdem im Jahr 2010 bereits die komplette
österreichische Milchwirtschaft und die komplette
Frischeier-Produktion auf kontrollierte Gentechnik-freie Fütterung
umgestiegen sind, folgt jetzt ein weiterer wichtiger Sektor: Mit dem
heutigen Tag ist erstmals österreichisches Hühnerfleisch aus
kontrolliert Gentechnik-freier Produktion in den Regalen des
Lebensmittelhandels zu finden (betrifft insbesondere: Hofer, REWE
Group, SPAR, Zielpunkt). In den nächsten Wochen wird Hühnerfleisch
aus österreichischer Produktion bei den angeführten
Lebensmittelhändlern vollständig auf Gentechnik-Freiheit umgestellt;
Putenfleisch folgt danach." Hühner- und Putenfleisch aus biologischer
Produktion war selbstverständlich immer schon garantiert
Gentechnik-frei.
Für die konventionelle Landwirtschaft bedeutet dies einen
gewichtigen Qualitäts-Schritt: Damit werden rund 80.000 Tonnen
potenziell mit gentechnisch veränderten Organismen (GVO) belasteter
Soja durch kontrolliert Gentechnik-freie Ware ersetzt. Konsumenten
erkennen die Gentechnik-freie Ware am grünen Kontrollzeichen "Ohne
Gentechnik hergestellt". Nur österreichische Ware bzw. Bio-Produkte
können diesen besonderen Qualitätsstandard bieten.
Gentechnik-freie Fütterung soll bei Mastgeflügel Branchenstandard
werden
Seit Anfang Jänner 2012 wird bei den größten Geflügelbetrieben,
die rund 90% des heimischen Mastgeflügelmarktes abdecken - Hubers
Landhendl in Oberösterreich, Steirerhuhn-Lugitsch und Titz in der
Steiermark sowie Wech in Kärnten - Gentechnik-frei gefüttert. Damit
kommt sechs bis acht Wochen nach Beginn der Fütterung das erste
Hühnerfleisch mit der Qualitätsbezeichnung "Ohne Gentechnik
hergestellt" auf den Markt. Aufgrund der Größe und Marktrelevanz der
beteiligten Lebensmittelhändler und Betriebe kann davon ausgegangen
werden, dass in kürzester Zeit die gesamte Branche folgen wird. Im
ersten Schritt werden Frisch-geflügelfleisch und zerlegte Ware
ausgelobt; für verarbeitete Ware (z.B. Wurst) und Importware wird
noch an Lösungen gearbeitet.
Österreich: Bei Gentechnik-Freiheit führend in Europa
"Kontrolliert Gentechnik-freie Erzeugung ist ein besonderes
Qualitätsmerkmal für österreichische Lebensmittel, das der Erwartung
der Konsumenten nach hochwertigen und streng kontrollierten
Lebensmitteln voll entspricht. Mit dem neuen, europaweit
einzigartigen Schritt der Umstellung auf Gentechnik-freie Fütterung
setzen Österreichs Geflügelwirtschaft und der Lebensmittelhandel
einen entscheidenden Impuls in Richtung Qualität, Rückverfolgbarkeit
und Gentechnik-Freiheit", freut sich Markus Schörpf, Obmann der ARGE
Gentechnik-frei.
"In Österreich sind keinerlei gentechnisch veränderte Lebensmittel
am Markt. Aller-dings: Im Bereich der Futtermittel aus
konventioneller Produktion muss, aufgrund der Angebotslage auf den
Weltmärkten, mit gentechnisch veränderter Soja gerechnet werden. In
Österreich handelt es sich dabei um ein Importvolumen von rund
600.000 Tonnen, zumeist aus Südamerika. Rund 400.000 Tonnen davon
gehen in die Schweinezucht und -mast, rund 75.000 Tonnen in die
Mastrinderfütterung, rund 45.000 Tonnen in die Legehennenfütterung
und rund 80.000 Tonnen in die Geflügelmast. Einige Anteile - wie z.B.
der Sojabedarf für die komplette heimische Legehennenfütterung -
konnte bereits in den letzten Jahren auf kontrolliert
Gentechnik-freie Ware umgestellt werden. Wenn es nun gelingt, die
80.000 Tonnen Soja für die Mastgeflügelzüchtung ebenfalls mit
kontrolliert Gentechnik-freier Ware zu ersetzen, ist dies ein
gewaltiger Erfolg und ein wichtiges Signal", erklärt Markus Schörpf.
"Wir danken allen involvierten Unternehmen - von den
Futtermittelbetrieben über die Aufzucht- und Schlachtbetriebe bis zum
Lebensmittelhandel - für die großen gemeinsamen Anstrengungen zur
Erreichung dieses Meilensteins."
Die ARGE Gentechnik-frei (www.gentechnikfrei.at) ist eine
europaweit einzigartige Plattform aus Lebensmittelherstellern,
Lebensmittelhandel, Bauernverbänden, Umwelt- und
Konsumenten-schutzorganisationen. Die Plattform ist 1997 entstanden
und vergibt Europas erstes Kontroll-zeichen für Gentechnik-frei
erzeugte Lebensmittel. Mehr als 1.650 Produkte - von Milch und
Milchprodukten über Eier, Brot- und Backwaren, Sojaprodukte, Öe,
Cerealien und Getränke - führen bereits das grüne Kontrollzeichen
"Ohne Gentechnik hergestellt". Voraussetzung für die Vergabe des
Kontrollzeichens sind die Einhaltung der Richtlinie "Gentechnik-freie
Produktion" im Österreichischen Lebensmittel-Codex sowie die
regelmäßige Überprüfung und Zertifizierung durch externe
Kontrollstellen.
Rückfragehinweis:
Florian Faber
Geschäftsführer ARGE Gentechnik-frei
[email protected]
Tel: 01-90440-54 oder 0664-3819502
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