• 16.02.2012, 11:06:15
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ELGA: Kosten höher als Einsparungen (1)

Unabhängige Expertise bestätigt: Kostendämpfung ist gering - Berechnungen des Ministeriums beruhen auf schwerwiegenden Fehlern

Wien (OTS) - Ein verheerendes Zeugnis stellt eine unabhängige
Studie der Kosten-Nutzen-Analyse des Gesundheitsministeriums zum
ELGA-Projekt aus. Zahlreiche Mängel führten zu einer groben
Verfälschung der finanziellen Erwartungen, so der Sukkus der
Expertise, die die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) heute,
Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz präsentierte.

Die Österreichische Ärztekammer hat in den vergangenen Monaten
wiederholt auf gravierende Ungereimtheiten im aktuell vorliegenden
Gesetzesentwurf hingewiesen, dabei aber stets betont, dass sie einem
zeitgemäßen digitalen Datenaustausch per se positiv gegenüberstehe.
Das Projekt ELGA sei in seiner jetzigen Form aber mit einer Fülle von
Fehlern behaftet. Zuletzt hatte ein Gutachten des renommierten
Verfassungsjuristen Heinz Mayer dem Projekt schwerwiegende
verfassungsrechtliche Defizite bescheinigt. Nun liegt ein weiteres
Gutachten vor, das die finanzielle Seite des Projekts unter die Lupe
genommen und sich mit der Kostenproblematik beschäftigt hat.

Schlampige Kosten-Nutzen-Analyse

"Die vom Gesundheitsministerium vorgelegte Kosten-Nutzen-Analyse ist
schlampig und dilettantisch", kritisierte ÖÄK-Präsident Walter Dorner
in seinem Statement. Die Daten des Ministeriums, die auf einer Studie
aus dem Jahr 2008 des deutschen Unternehmens Debold & Lux basieren,
würden schwerwiegende Fehler selbst bei simplen Rechenvorgängen und
betriebswirtschaftlichen Annahmen beinhalten, die Ergebnisse würden
dadurch verfälscht. Dorner: "Die gründliche Analyse der Steuer- und
Unternehmensberatung Hübner & Hübner hat ergeben, dass die Kosten von
ELGA den Nutzen bei weitem übersteigen. Der jährliche Nutzen beträgt
demnach lediglich 22 Millionen Euro und nicht, wie von
Gesundheitsminister Stöger kolportiert, 129 Millionen Euro." Bei
Berücksichtigung der Kosten ergebe sich erst nach Jahrzehnten ein
positiver Nettoeffekt, d.h. ein Überhang des Gesamtnutzens über die
Gesamtkosten.(ms/sl)

(Forts.)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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