• 13.02.2012, 11:01:22
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MedUni Wien setzt Expertenkommission zur Aufklärung der Vorgänge nach 1945 ein

Spezielles Augenmerk auf die "Malaria-Therapie" an der Klinik Hoff

Wien (OTS) - Die Medizinische Universität Wien setzt zur
Aufklärung der Vorgänge an der Medizinischen Fakultät nach 1945,
insbesondere der Fälle von "Malaria-Therapie" an der Klinik Hoff,
eine unabhängige Expertenkommission ein. Die Frage, ob Behandlungen
durchgeführt wurden, die nicht dem damaligen Stand der Wissenschaft
entsprochen haben, soll vorrangig behandelt werden.

"Die MedUni Wien setzt mit dieser selbstkritischen Bestandaufnahme
aktiv einen Schritt in Richtung Transparenz und Klarheit über die
Zeit nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Auseinandersetzung
mit der Vergangenheit hört nicht 1945 auf. Gerade in Zeiten
intensiver Ethikdebatten auf dem Gebiet der Medizin haben wir eine
gesellschaftliche und wissenschaftliche Verpflichtung, auch die
Ereignisse der vergangenen 70 Jahre mit offenem Blick zu erfassen und
allfälliges begangenes Unrecht aufzuklären, sowie auch diesen
Abschnitt der Geschichte der Medizin in die Lehre für unsere
Medizinstudenten zu integrieren", sagt Christiane Druml, Vizerektorin
der MedUni Wien für Klinische Angelegenheiten und Vorsitzende der
Bioethikkommission.

Die Expertenkommission wird im Speziellen die Situation der
psychisch Kranken an der damaligen Medizinischen Fakultät der
Universität Wien in den Jahren ab 1945 aufarbeiten. Der Fokus liegt
darauf, herauszufinden, ob Behandlungen durchgeführt wurden, die
nicht nach damaligen Grundsätzen und anerkannten Methoden der
medizinischen Wissenschaft erfolgt sind und ob ethische Richtlinien
bei dieser Patientengruppe verletzt wurden.

Der interdisziplinären Expertenkommission gehören unter anderen
der Wiener Patientenanwalt Konrad Brustbauer und die Psychiaterin und
Psychoanalytikerin Elisabeth Brainin an. Die endgültige
Zusammensetzung der Expertenkommission soll in den nächsten Tagen
feststehen.

Service:
Unter der Telefonnummer 01/40 400-3568 (Mo. - Fr.: 9-15 Uhr)
können sich Betroffene an ein geschultes Krisenteam der
Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie an der MedUni
Wien wenden.

Rückfragehinweis:

Medizinische Universität Wien
   Mag. Johannes Angerer
   Leiter Corporate Communications
   Tel.: +431 40160 - 11 501
   Mobil: +43 664 800 16 11 501
   mailto:[email protected]
   http://www.meduniwien.ac.at

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