Schatz: Arbeitsbedingungen im Tourismus werden Jahr für Jahr mieser

Jammern ist zu wenig, mutige Initiativen sind gefragt

Wien (OTS) - "Mich wundert es nicht, dass der Tourismus zunehmend zur Fluchtbranche wird", meint Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. Jede/r dritte Arbeitnehmer/in will den Arbeitgeber- oder die Branche wechseln und die Zahl der Lehrlinge geht seit Jahren zurück. "Die Probleme sind lange bekannt:
massive Verstöße gegen das Arbeitszeit- und Jugendschutzgesetz, Niedriglöhne, keine Aufstiegschancen und 'hire and fire'-Arbeitsplätze. In diesem gesamten Sektor muss dringend aufgeräumt werden. Das wirtschaftliche Aushängeschild Österreichs muss ein akzeptabler Arbeitsmarkt werden", fordert Schatz.

"Die Verantwortlichen versagen aber bisher komplett", meint Schatz und erläutert: Die Gewerkschaft ist zu zahm, die Abschlüsse bei Kollektivvertragsverhandlungen zu niedrig, was ein Mindestlohn von 1200 Euro (seit 2011) zeigt. Die Hälfte aller Beschäftigten kommt mit ihrem Einkommen nicht aus und ist auf Unterstützung durch Angehörige angewiesen. Viele arbeiten mit All-In-Verträgen, weit über zehn Stunden pro Tag, was die Situation nochmals verschärft.
Von Versprechungen im Regierungsprogramm a la "Attraktivierung der Ausbildungs- und Arbeitsplatzqualität insbesondere für Lehrlinge im Tourismus" ist man meilenweit entfernt. Minister Hundstorfer ruht sich gerne auf den hohen Zahlen an offenen Lehrstellen aus, die fast nur durch das Gastgewerbe zu Stande kommen.

Er selbst fand ja noch vor geraumer Zeit, man könne die Jungen ruhig ins Gastgewerbe in die westlichen Bundesländer schicken. Die Aussagen des Ministers sind zynisch. " Ich würde jedem abraten, eine Lehre in der Branche zu machen, bevor sich nichts Grundlegendes ändert", meint Schatz.
"Seit Jahrzehnten kennt man die Missstände, die Einkommenssituation wird immer schlechter. Wann werden endlich Konsequenzen von den Verantwortlichen gezogen? Der nächste Kollektivvertrag muss deutliche Verbesserungen bringen, einen Mindestlohn von 1350 Euro, die Abschaffung der geringfügigen Beschäftigung, die im Tourismus Schwarzarbeit fördert und der All-In Verträge. Weiters fordern wir eine Umsetzung des Regierungsprogramms und eine Aktion scharf, damit Arbeitsrechte und Kollektivverträge endlich eingehalten werden", sagt Schatz.

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