Grünewald: Töchterle kann Probleme der Medizinischen Universitäten nicht weiter ignorieren

Grüne fordern bundeseinheitliche Lösung

Wien (OTS) - "Die Gründung eigener Medizinischer Universitäten und ihre Ausgliederung aus den Stammuniversitäten erzwang den Aufbau eigener Binnenstrukturen in der Verwaltung. Die Investitionen in Personal und Räumlichkeiten verursachten beträchtliche Mehrkosten, die vom Bund nur unzureichend ausgeglichen wurden", erläutert der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, die derzeitige Problematik.

"Gleichzeitig finanziert das Wissenschaftsministerium die den Ländern überantwortete Verpflichtung der Krankenversorgung in Wien mit 100 Prozent des ärztlichen Personals und der Journaldienste, in Graz zu 50 Prozent und in Innsbruck zu 46 Prozent. Auch bei Bau- und Sanierungskosten ist der Bund mit bis zu 50 Prozent der Kosten beteiligt, ähnliches gilt für die apparative Ausstattung. Die weitestgehende Inanspruchnahme von UniversitätsärztInnen für die Belange der Krankenversorgung erlaubt kaum mehr die Erfüllung der Dienstpflichten in Forschung und Lehre und stellt den wissenschaftlichen Nachwuchs vor massive Probleme. Lokale Sparmaßnahmen erhöhen die Arbeitsbelastung nochmals und Verletzungen des Arbeitszeitgesetzes sind an der Tagesordnung", warnt Grünewald. "Der Vorschlag, budgetäre Umschichtungen würden die Aufrechterhaltung des Routinebetriebes ermöglichen sind naiv, da hier nur 'Löcher' gestopft werden indem wieder andere aufgerissen werden. Gute Berufungen auf Professuren scheitern am Geld und unzureichend guten Arbeitsbedingungen."

"Dem Ministerium sind diese, seit Jahren existierenden, Probleme bekannt. Angemessene Reaktionen fehlen. Obwohl nahezu ein Drittel des Budgets aller 21 Universitäten von den Medizinischen Universitäten okkupiert wird fehlen im Ministerium entsprechende Strukturen um dieser krisenhaften Entwicklung zu begegnen. Somit sind die Medizinischen Universitäten in den Verhandlungen mit den Ländern weitgehend ohne entsprechende Unterstützung durch den Bund in einer schlechten, ja unterlegenen Position", analysiert Grünewald die derzeitige Lage.

"Wenn man den Eindruck, ja die Überzeugung gewinnt, dass man im Ministerium nicht verstanden wird und dort auch kein Verständnis für die realen Arbeitsbedingungen an den Kliniken vorhanden ist, kann ich verstehen, dass man, wie nun in Innsbruck, zu drastischeren Mitteln greift, wenn alles andere nichts nützt. Vertröstungen und Banalisierung der Situation an Universitätskliniken müssen ein Ende haben und Minister Töchterle sollte sich vor Ort bei den Betroffenen der Realität stellen", fordert Grünewald.

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