AK fordert: Öffentliche Gelder für qualitative Ausbildung einsetzen

Linz (OTS) - Rund 35 Millionen Euro aus öffentlichen Geldern flossen in Oberösterreich 2011 als direkte Förderungen an Unternehmen, die Lehrlinge beschäftigen. Die Ausbildungsplätze sind damit aber weder mehr noch besser geworden. "Angesichts Tausender Jugendlicher ohne Berufsausbildung und dem von der Wirtschaft immer beklagten Fachkräftemangel wird klar, dass das jetzige Fördersystem der falsche Ansatz zur Fachkräftebildung ist", so AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Die Ausbildungsbereitschaft von Betrieben ist primär vom eigenen Fachkräftebedarf und der Konjunktur abhängig. Eine Förderung von Unternehmen, die Lehrlinge ausbilden, ist angesichts der sich abzeichnenden Knappheit von Lehrlingen nicht mehr erforderlich. Und sie hat in der Vergangenheit auch nichts an den Problemen der Lehrausbildung geändert: Jugendliche mit Migrationshintergrund finden eher einen Platz an einer AHS als eine Lehrstelle (nur 6 Prozent) und Mädchen sind unter den Lehrlingen nach wie vor unterrepräsentiert und in wenigen Berufen konzentriert (z.B. Friseurin) und viele Jugendliche wechseln nach Abschluss der Lehre in andere Berufe. Auch die Durchfallquote bei der Lehrabschlussprüfung liegt seit Jahren relativ konstant bei hohen 17 Prozent, Tausende Jugendliche stehen überhaupt ohne jegliche Berufsausbildung da. Und das, obwohl die Förderung für Ausbildungsbetriebe von 2009 auf 2011 fast verdreifacht wurde.

Aber 75 Prozent der Förderungen werden in Oberösterreich mit der Gießkanne verteilt: ohne Rücksicht auf individuelle Bedürfnisse oder regionale bzw. betriebliche Erfordernisse und ohne Bedacht auf gefragte Zukunftsberufe. Zudem wird nur ein Prozent der betrieblichen Lehrstellenförderung zum Ausgleich von Lernschwächen von Lehrlingen eingesetzt.

"Unser Ziel ist es, dass die Zahl der oberösterreichischen Jugendlichen, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung dastehen, auf unter zehn Prozent zu senken. Eine pauschale Lehrstellenförderung in Millionenhöhe ist aber kein geeignetes Instrument dafür. Die Mittel für die Basisförderung sollen daher schrittweise gekürzt und zur Ausweitung der Investitionen in Zukunftsberufe sowie zur Verbesserung und Sicherung der Ausbildungsqualität verwendet werden. Sinnvoll wäre auch, in eine Jugendausbildungsgesellschaft zu investieren, die alle Aktivitäten zur Ausbildung und Beschäftigung koordiniert", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Anreize für gute Ausbildung sollen bleiben

Für Ausbildungsbetriebe, die lernschwache und benachteiligte Jugendliche gut ausbilden, sollen Unterstützungsleistungen angeboten und verstärkte Anreize geschaffen werden. Überall dort, wo Betriebe die Ausbildung nicht alleine schaffen, muss eine ergänzende überbetriebliche Ausbildung ermöglicht werden.

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Dr. Sabine Naderer
Tel.: (0732) 6906-2178
sabine.naderer@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0002