Windbüchler-Souschill: Freiwilligengesetz ist erster Schritt

Grüne: Forderung nach Verlängerung der Familienbeihilfe auf 25 für freiwillig Engagierte

Wien (OTS) - "Seit über 40 Jahren absolvieren junge Menschen Freiwilligendienste gerade im Sozialwesen im rechtlichen Graubereich. Die Grünen haben seit jeher gefordert, dass die Freiwilligendienste einen gesetzlichen Rahmen bekommen müssen zum Schutz der jungen Freiwilligen", erläutert die Jugend- und Zivildienstsprecherin der Grünen, Tanja Windbüchler-Souschill. Unter anderem fordert Windbüchler-Souschill, dass für die Zeit des Freiwilligendienstes im In- und Ausland die Familienbeihilfe gewährt wird, eine klare Begrenzung zu Dienstverhältnissen geschaffen und der Ausbildungscharakter forciert wird. "Freiwilligenarbeit soll im In-und Ausland gestärkt und anerkannt werden."

Seit mehr als zwei Jahren wird an einem Gesetz gearbeitet. "Das nun vorliegende Freiwilligengesetz geht grundsätzlich in die richtige Richtung, kann aber nur als erster Schritt gesehen werden", meint Windbüchler-Souschill und weiter: "Das soziale und ökologische Engagement junger Menschen ist zu fördern aber auch abzusichern. Der rechtliche Rahmen für Freiwillige, der Sozial- und Lohndumping verhindern und die Arbeitsmarktneutralität gewährleisten soll, ist nicht klar ersichtlich. Der Ausbildungscharakter und die Stärkung sozialer Kompetenzen müssen im Vordergrund stehen. Ständige Kontrollen und Evaluationen sind diesbezüglich notwendig."
Als Hauptkritikpunkt am Freiwilligengesetz sieht die Jugendsprecherin der Grünen die Bezugsdauer der Familienbeihilfe bei freiwilligen Engagement: "Der rechtliche Rahmen gibt leider nicht vor, dass durch Absolvierung eines Freiwilligendienstes die Bezugsdauer der Familienbeihilfe bis 25 verlängert wird. Das ist mehr als schade, denn freiwilliges Engagement ergibt somit einen Nachteil in der Ausbildung und in der Erwerbsbiografie. Ein Jahr Freiwilliges Sozialjahr bedeutet in der Ausbildung und im Studium ein Jahr weniger Familienbeihilfenbezug." Als Beispiel führt sie eine 19-jährige HAK-Maturantin an, die nach der Matura ein freiwilliges Sozialjahr absolviert und mit 21 beginnt, Pädagogik zu studieren. Mit einem für das Berufsleben wichtigen Auslandssemester wird die Chance sehr gering bis 24 das Studium beendet zu haben. Diese junge Frau kann niemals mit 24 das Studium beendet haben. "Das freiwillige Jahr hat zwar Erfahrung und soziale Kompetenz gebracht, in der Ausbildung selbst bringt es leider keine Vorteile. Die Ausbildung und das Studium dauert mit freiwilligem Engagement genauso lange wie ohne", ist Windbüchler-Souschill enttäuscht über die nichtvorhandene Weitsichtigkeit von Sozial- und Familienministerium.

Die Grünen fordern daher: "Wenn ein freiwilliges Jahr absolviert wird, muss die Bezugsdauer der Familienbeihilfe auf 25 verlängert werden. Zusätzlich soll das im Freiwilligenjahr Erlernte in einschlägigen Berufsausbildungen angerechnet werden."

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