GPA-djp fordert mehr Politische Bildung und Abschaffung von Pflichtpraktika

SchülerInnen-Umfrage ergab große Zufriedenheit mit dem Umfeld in der Schule, weniger mit dem Bildungssystem; jeder Zweite arbeitet neben der Schule oder in den Ferien

Wien (OTS/GPA-djp/ÖGB) - Österreichs SchülerInnen ab 15 Jahren sind zufrieden mit ihrem schulischen Umfeld, größtenteils auch mit ihren LehrerInnen, weniger aber mit dem Bildungssystem. Sie fühlen sich nicht ausreichend informiert über die verschiedenen Schultypen und wünschen sich außerdem, dass im Unterricht mehr politische und sozialpolitische Themen vermittelt werden sollen. Jede/r Zweite ab 15 Jahren arbeitet bereits regelmäßig neben der Schule oder in den Ferien, das sind die Eckpunkte der Ergebnisse der ersten SchülerInnen-Umfrage, die IFES im Auftrag der GPA-djp als zuständige Gewerkschaft für Österreichs SchülerInnen durchführte.

Vorbereitung auf die Arbeitswelt schon in der Schule

"Mehr als 37 Prozent, also ein sattes Drittel, fühlen sich schlecht informiert, jede/r Zehnte sogar sehr schlecht, was die Wahl ihrer weiterführenden Schule betrifft. Wir sprechen uns deswegen für die Einführung einer Berufs-, Bildungs- und Arbeitsweltorientierung als Unterrichtsfach ab der 6. Schulstufe aus", erklärt GPA-djp-Vorsitzender Wolfgang Katzian, dem vor allem auch mehr politische Bildung ein großes Anliegen ist. Die Umfrage ergab klar, dass sich die SchülerInnen stark für Themenbereiche wie Antirassismus, Integration, Umwelt, Gleichberechtigung etc. interessieren, weniger aber für Innenpolitik. "Da ist also auf der einen Seite großes Interesse da für Themenbereiche, die die Jugendlichen persönlich betreffen, auf der anderen Seite fehlt es am Verständnis und am Wissen darüber, dass viele dieser Bereiche natürlich von der Innenpolitik geregelt werden. Da muss man nachdenken, was falsch läuft in der Kommunikation, die Zusammenhänge müssen besser vermittelt werden", fordert Katzian mehr politische Bildung in der Schule im Rahmen eines eigenen Unterrichtsfachs.

"Wir wissen aus unserer täglichen Arbeit, dass SchülerInnen von Unternehmen manchmal auch als billige oder gar als Gratis-Arbeitskräfte missbraucht werden. Deswegen fordern wir die Abschaffung der Pflichtpraktika", erklärte GPA-djp-Jugendsekretärin Barbara Kasper. Stattdessen sollen Programme zur Berufserfahrung eingeführt werden, die während der Unterrichtszeit, mit klarem, fachspezifischem Tätigkeitsbereich als "normales Dienstverhältnis bzw. Arbeitsverhältnis" mit kollektivvertraglicher Entlohnung durchgeführt werden.

Detailergebnisse der Umfrage:

36 Prozent der insgesamt 300 befragten SchülerInnen besuchen eine AHS, 25 Prozent eine HTL, 14 Prozent eine HAK und die restlichen 25 Prozent "sonstige berufsbildende Schulen".

Was die Zufriedenheit in der Schule anbelangt, sind die Befragten allgemein mit ihren MitschülerInnen am zufriedensten (Mittelwert nach Schulnotensystem 1,6). Darauf folgen die Ausstattung der Räumlichkeiten (2,1), das Schulnotensystem und das Lehrpersonal (jeweils 2,2). Die größte Unzufriedenheit zeigen die SchülerInnen mit den Lehrplänen (2,3).

Mit dem österreichischen Bildungssystem insgesamt sind die SchülerInnen am wenigsten zufrieden, wobei es Unterschiede zwischen den einzelnen Schultypen gibt: SchülerInnen von sonstigen berufsbildenden Schulen (2,3) und HTL (2,4) bewerten das System besser als jene in HAK und AHS (jeweils 2,7).

Bei politischen Themen sind für die SchülerInnen vor allem sozialpolitische Fragen interessant, wie die Berufs- und Arbeitswelt, für die sich 81 Prozent der Befragten interessieren, gefolgt von Bildung (78 Prozent) und der Gleichberechtigung von Frauen (73 Prozent).

Ein Anliegen ist den SchülerInnen auch Antirassismus und Antifaschismus (65 Prozent), für Integration von Ausländern (63 Prozent) und das Schulrecht (61 Prozent). 36 Prozent der Befragten finden es "sehr wichtig", dass sich die Schule im Sinne politischer Bildung der genannten Themen annimmt, weitere 54 Prozent finden es "eher wichtig". Die SchülerInnen stimmen zu 90 Prozent zu, dass sich die Schule bei der Vermittlung der politischen Themen einbringen soll. 59 Prozent der AHS-SchülerInnen und 36 Prozent der BHS-SchülerInnen empfinden die bisherige Vermittlung als ungenügend.

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