ÖGJ: Generationen-Solidarität heißt nicht, der eigenen Oma die Pension zu kürzen

Wirtschaft soll Fachkräftemilliarde zahlen statt Sozialkürzungspolitik mit Bildungsnotwendigkeiten begründen

Wien (OTS/ÖGB) - "Solidarität zwischen den Generationen bedeutet nicht, den Großeltern die Pension zu kürzen. Da scheinen Sebastian Kurz und leider auch einige Sozialpartner-Jugendorganisationen etwas völlig falsch verstanden zu haben", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), anlässlich der heutigen gemeinsamen Erklärung von JVP, Junger Industrie, Junger Wirtschaft und anderen. "Es macht keine einzige sozialstaatliche Leistung für junge Menschen sicherer, wenn man der älteren Generation die Pensionen zusammenstreicht oder Menschen, die sich krank gearbeitet haben, den Zugang zu Pensionen erschwert."

"Das Budgetdefizit ist nicht eine Folge von Sozialstaat und Pensionen. Erst die Wirtschaftskrise hat die Schulden explodieren lassen", sagt Michlmayr, und deshalb dürften jetzt auch nicht ausgerechnet die PensionistInnen, aber auch nicht die ArbeitnehmerInnen zur Kasse gebeten werden, wenn es um die Bewältigung der Krisenfolgen geht. "Wer jetzt glaubt, mit dem Abbau des Sozialstaats die Schulden abbauen zu können, der ist auf dem Holzweg, der verrennt sich in Unvernunft."

Auch Michlmayr erwartet von den Politikern (darunter auch von Regierungsmitgliedern wie Kurz) mehr Mut: "Und zwar den Mut, sich zur Notwendigkeit von neuen Einnahmen für das Budget, also zu vermögensbezogenen Steuern und Erbschaftssteuern zu bekennen." Aber Kurz redet offenbar lieber davon, wie man Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, die Pensionen kürzen kann, als sich einen gerechten Beitrag von seinen Freunden zu verlangen, die Unternehmen oder Millionenvermögen geerbt haben, ganz ohne etwas dafür zu leisten.

Solidarische Bildungsfinanzierung: Fachkräftemilliarde statt Pensionskürzungen

Geld für die Bildung soll nicht aus Pensionskürzungen kommen, sondern zum Teil von der Wirtschaft, die sich aus der Lehrlingsausbildung zurückzieht, aber andauernd über fehlende Fachkräfte jammert. "Nur mehr 20 Prozent der Betriebe bilden Lehrlinge aus", kritisiert Michlmayr. Weil die Unternehmen freiwillig immer weniger ausbilden, hat die ÖGJ ein Modell für eine Fachkräftemilliarde entwickelt, wonach die Unternehmen ein Prozent der Bruttolohnsumme einzahlen müssen. Michlmayr: "So sieht solidarische Bildungsfinanzierung aus."

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