AK-Studie zeigt: Enorme Schulkosten gefährden Bildungszugang "Schulen müssen Gegenstrategien entwickeln!"

Linz (OTS) - Die AK Oberösterreich schlägt Alarm: Eine von ihr in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass überbordende Schulkosten viele Familien massiv belasten und die soziale Ungleichheit beim Bildungszugang verstärken. Rund 60 Prozent der Eltern geben über 1.500 Euro pro Jahr für den Schulbesuch ihrer Kinder aus! "Es genügt nicht, die Schulbeihilfen zu reformieren", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Die Schulen müssen gemeinsam mit den Eltern Strategien zur Kostensenkung entwickeln!"

Für öffentliche Schulen ist in Österreich die Schulgeldfreiheit gesetzlich verankert. Trotzdem kostet der Schulbesuch beträchtliche Summen. Nun liefert eine von der AK Oberösterreich beauftragte Studie erstmals fundierte Aussagen zur Höhe der Schulkosten: Das Institut für Berufs- und Erwachsenenbildungsforschung (IBE) führte im Schuljahr 2010/11 in mehreren Wellen eine Online-Erhebung mit insgesamt mehr als 3.000 befragten Müttern und Vätern durch.

Oberösterreichs Eltern geben pro Schuljahr durchschnittlich rund 2.500 Euro für den Schulbesuch ihrer Kinder aus. Für das einzelne Schulkind fallen jährliche Kosten von rund 1.350 Euro an. Die Höhe der Jahresschulkosten variiert stark nach Schulstufe und Schultyp. Die größten "Schulkostentreiber" sind die Schulveranstaltungen sowie Ausgaben für Schulmaterialien, wobei hier oft viele kleinere Beträge zu hohen Gesamtsummen führen. Andere Kosten - wie für private Nachhilfe und Nachmittagsbetreuung - betreffen zwar nur einen Teil der Eltern, diesen aber stark.

Eltern begegnen der Schulkostenflut durch striktes Sparen in allen Bereichen, Überstunden, Teilnahmeverzicht (z.B. Schikurse) und kostenbewusste Einkäufe. Trotzdem scheitern Bildungskarrieren an den finanziellen Möglichkeiten. "Dass Kinder aus weniger wohlhabenden Familien von Bildung ausgesperrt oder benachteiligt werden, dürfen wir nicht hinnehmen!", betont der AK-Präsident.

Der AK-Präsident will die politischen Entscheidungsträger in die Verantwortung nehmen und schlägt folgende Maßnahmen zur Senkung der Schulkosten vor:

- Die zentrale Forderung ist die Einführung einer flächendeckenden, gebührenfreien ganztägigen Schule. Die Halbtagsschule übernimmt zu wenig Verantwortung für die Lernergebnisse der Kinder. Attraktive ganztägige Schulformen können -wenn in der Schule mehr geübt und gefördert wird - teure Privatnachhilfe eindämmen. Und die Ganztagsschule hebt auch die Kosten für Nachmittagsbetreuung auf.

- Schulveranstaltungen sind der "Schulkostentreiber" schlechthin:
Wenn Schulveranstaltungen einen nachweislichen Nutzen für die Kinder haben (z.B. mehr Lernerfolg, interkulturelle Erfahrungen), sollten sie generell gratis im Rahmen des Normalunterrichts angeboten werden. Viele Eltern können sich dann hunderte Euro pro Schuljahr sparen.

- Die Schulbeihilfen müssen sozial gerechter werden: Derzeit werden Selbständige und Landwirte massiv bevorzugt. Wir brauchen die Schulbeihilfe schon ab der 9. Schulstufe sowie eine jährliche Wertsicherung.

- Die Schulen können den Eltern auch viel Geld sparen, wenn die Material-Anforderungen der Schule bescheidener und die Organisation effizienter werden. Die Devise muss lauten: mehr Transparenz, Vorgaben mit Augenmaß und mehr Mitbestimmung.

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