Ablinger: Urheberrecht modernisieren und an das 21. Jahrhundert anpassen

Einkommenssituation von Kreativen stärken - Keine Kriminalisierung des Schulhofes

Wien (OTS/SK) - Für eine Modernisierung des Urheberrechts und Anpassung an die technologischen Bedingungen des 21. Jahrhunderts sprach sich heute, Mittwoch, SPÖ-Kultursprecherin Sonja Ablinger anlässlich der Pressekonferenz der Plattform "Kunst hat Recht" aus. "Die neuen technologischen Entwicklungen erfordern eine Modernisierung des Urheberrechts. Die Herausforderung dabei ist, neue und vielfältige kreative Ausdrucksformen zu ermöglichen und gleichzeitig eine angemessene Vergütung für die Kulturschaffenden sicher zu stellen", sagte Ablinger gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Ablinger plädierte für die "Entwicklung neuer Regulierungsmodelle, die die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse der in verschiedenen Urheberrechtsbereichen Tätigen berücksichtigen." ****

Insgesamt wurde das Urheberrecht in den vergangenen Jahrzehnten in manchen Bereichen in der Praxis mehr und mehr zu einem "Industrieschutzrecht" und diente immer weniger dem Schutze der Interessen der Kreativen. "Deshalb ist es zentral, dass sich Veränderungen am Urheberrecht auch zu Gunsten der Kreativen auswirken", betonte Ablinger. Es gelte die schöpferisch tätigen Urheberinnen und Urheber in den Mittelpunkt zu rücken und deren Verhandlungsposition gegenüber der Verwertungsindustrie -beispielsweise durch ein Urhebervertragsrecht oder einen Bestsellerparagraph - zu stärken. "Im Zuge eines Interessensausgleiches gilt es, die Verhandlungsposition der Kreativen zum einen und die Stellung der Nutzerinnen und Nutzer sowie der Konsumentinnen und Konsumenten zum anderen zu verbessern. Insgesamt setze ich mich für eine Umverteilung der Einnahmen zugunsten der Kreativen ein", betonte die SPÖ-Kultursprecherin.

Als "keine Lösung" bezeichnete Ablinger die "Kriminalisierung des nicht-kommerziellen Tauschs von Dateien und damit des Schulhofs" oder die "totale Überwachung des Internets". Vielmehr gelte es den Strukturwandel hin zu neuen Geschäftsmodellen aktiv zu begleiten und alternative Formen der Vergütung zu entwickeln. "Eine Reform des Urheberrechts ist eine große Herausforderung - hier treffen starke Interessensgegensätze auf sehr unterschiedliche Positionierungen -auch innerhalb der Kulturschaffenden - und starke Lobbyingaktivitäten. Ich plädiere daher für einen ausgewogenen Diskurs mit der Zielsetzung die Position von Kreativen sowie Nutzerinnen und Nutzer zu stärken", so Ablinger. (Schluss) mb/sas/mp

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