Glawischnig antwortet dem Redakteursrat des ORF

Wien (OTS) - Die Bundessprecherin der Grünen, Eva Glawischnig, beantwortet den Brief des ORF-Redakteursrates an die Klubobleute des Parlaments. Der Redakteursrat übermittelte gestern dessen Forderungen zum ORF-Gesetz. Der Brief von Bundessprecherin Glawischnig im Wortlaut:

Sehr geehrte Frau Ziegler!
Sehr geehrter Herr Wendl!
Sehr geehrter Herr Bornemann!

Ich möchte die Gelegenheit des gestern übermittelten Schreibens des Redakteursrats zunächst nutzen, um mich für Ihr Engagement in den letzten Wochen zu bedanken. Der Aufschrei der RedakteurInnen gegen parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen in den Führungsetagen des Unternehmens war mehr als berechtigt.

Ich bin überzeugt davon, dass diese Debatte auch Standards für die Zukunft gesetzt hat. Politische Deals, wie sie im ORF jahrzehntelang üblich waren, können nicht mehr geschlossen werden, ohne auf eine entsprechende öffentliche Resonanz zu stoßen. Diese nahezu historische Chance muss aus meiner Sicht für eine tiefgreifende Reform der ORF-Strukturen genutzt werden.

Hier kann ich Ihren Optimismus hinsichtlich des Veränderungswillens bei anderen Parteien nicht teilen. Sowohl die RednerInnen der SPÖ als auch jene der FPÖ haben sich in der Parlamentsdebatte zu einer Beschickung des Stiftungsrates durch die politischen Parteien bekannt. Die ÖVP hat dazu nicht explizit Stellung genommen. Ich befürchte, dass es ohne weiteren massiven öffentlichen Druck keine grundlegenden Veränderungen geben wird.

Die Vorschläge des ORF-Redakteursrats weisen eine hohe Übereinstimmung mit dem Dringlichen Antrag auf, den die Grünen letzte Woche im Nationalrat zur Abstimmung gebracht haben. Dieser Antrag - http://www.gruene.at/medien/artikel/lesen/77772/ - wurde allerdings von allen anderen Fraktionen abgelehnt. Hinsichtlich der Beschickung des Stiftungsrates ist es unser Ziel, eine möglichst parteiunabhängige Zusammensetzung sicherzustellen. Auch dieses Ziel eint uns. Ich gehe davon aus, dass auch der Redakteursrat angesichts der personalpolitischen Deals, auf die sich der Betriebsrat im Vorfeld der Wahl des Direktors in der Vergangenheit eingelassen hat, Handlungs- und Veränderungsbedarf sieht.

Die konkreten Umsetzungsvorschläge würde ich sehr gerne in einem persönlichen Gespräch mit Ihnen besprechen. Ich hoffe, dass wir dafür rasch einen Termin finden können.

Mit besten Grüßen

Eva Glawischnig
Bundessprecherin und Klubobfrau der Grünen

Rückfragen & Kontakt:

Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
presse@gruene.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FMB0005