Wiener Korporationsball für Freiheit und Demokratie

FPÖ-Abgeordnete weisen Unterstellungen scharf zurück

Wien (OTS) - FPÖ-Abgeordnete aus dem Nationalrat und dem Wiener Landtag haben heute in einer Pressekonferenz zur laufenden Diskussion über den Wiener Korporationsball Stellung genommen. Ballorganisator LAbg. Udo Guggenbichler hob hervor, dass der Ball am 27. Jänner im Zeichen von Freiheit und Demokratie stehen werde. Dies sei angesichts der massiven Kampagne gegen den Ball und seine Besucher - allesamt Leistungsträger der Gesellschaft - absolut notwendig: "Freiheit und Demokratie müssen immer wieder neu erkämpft werden, auch im 21. Jahrhundert", erklärte Guggenbichler und betonte, dass viele Ballgegner Andersdenkenden die Grundrechte vorenthalten wollten. Nur so sei es erklärbar, dass öffentlicher Druck auf Vertragspartner des Balles ausgeübt und bei den Demonstrationen immer wieder Gewalt, in erster Linie gegen die Polizei, als Mittel des Widerstands ausgeübt werde.

Der freiheitliche Verfassungssprecher NAbg. Harald Stefan wies die erhobenen Vorwürfe des Rechtsextremismus und Antisemitismus gegen die Ballbesucher scharf zurück. Eine aktuelle Anfragebeantwortung von Innenministerin Mikl-Leitner (ÖVP) an den Grünen-Abgeordneten Karl Öllinger habe klar ergeben, dass weder in Zusammenhang mit dem Ball noch generell gegen Organisationen, die im Wiener Korporationsring vereinigt sind, auch nur der geringste Verdacht verfassungsfeindlicher oder extremistischer Aktivitäten bestehe. Daher sei auch die angekündigte Weisung von Verteidigungsminister Darabos (SPÖ), das Tragen von Uniform beim Korporationsball zu untersagen, ein Versuch, in die Grundrechte und hier besonders in den Gleichheitsgrundsatz einzugreifen. "Wo der Antisemitismus daheim ist, zeigt sich vielmehr daran, dass schon einige Organisationen wie die Grünen Studenten aus dem Bündnis gegen den WKR-Ball ausgetreten sind, weil sie bei mehreren Teilnehmer-Organisationen antisemtische Einstellungen erkennen mussten", so Stefan.

Bildungssprecher NAbg. Walter Rosenkranz zeigte sich insbesondere schockiert, dass sich nun auch Bundespräsident Heinz Fischer in die Reihen der Gegner eingeordnet habe. Fischers Aussage, die Absage künftiger WKR-Balle in der Hofburg sei "gut begründet", hielt Rosenkranz für merkwürdig: "Die einzige Begründung von den Hofburg-Betreibern war die aktuelle politische und mediale Dimension, die der Ball erreicht habe. Die geht aber ganz sicher nicht von den Ballbesuchern aus", hielt Rosenkranz fest. Der FPÖ-Abgeordnete erinnerte auch daran, dass immer wenn Studentenverbindungen in der Geschichte besonders bekämpft wurden, der Zustand der Demokratie im Land ausgesprochen schlecht war. "Das war unter Metternich so, als dann die 1848er-Revolution folgte, unter Kaiser Franz Joseph im Neoabsolutismus, danach im Ständestaat und auch unter dem Nationalsozialismus. Wer jetzt also Verbote für Veranstaltungen von Studentenverbindungen oder die gesamten Organisationen fordert, der stellt sich historisch in diese Reihe", so Rosenkranz.

Der Wiener FPÖ-Klubobmann LAbg. Johann Gudenus äußerte die Befürchtung, dass es auch heuer bei den Protesten gegen den Ball zu massiven Ausschreitungen kommen werde, zumal zahlreiche gewalttätige und auch vom Verfassungsschutz überwachte Gruppen aus Deutschland ihr Kommen angekündigt hätten. Ariel Muzicant und die Israelitische Kultusgemeinde, die am 27. Jänner eine Gedenkveranstaltung am Heldenplatz ausrichtet, nahm er dabei in die Pflicht: "Ich hoffe, er sorgt dafür, dass diese Veranstaltung ruhig abläuft. Falls es zu Gewalt kommt, ist auch er dafür verantwortlich", so Gudenus.

Unter den Abgeordneten herrschte Einigkeit, dass hinter den massiven Angriffen auch der Umstand stecke, dass die FPÖ in Umfragen immer stärker werde: "Man will damit die Freiheitlichen treffen. Lägen wir in der Zustimmung bei vier Prozent, würde der Ball niemanden interessieren", hielt Rosenkranz fest. Dass der Ball am internationalen Holocaust-Gedenktag stattfinde, sei auf Grund des Ballkalenders und des fixen Termins des WKR-Balls so. "Die Ballorganisatoren und Teilnehmer denken über den Holocaust nicht anders als alle anderen demokratischen Kräfte in der Gesellschaft. Wenn anderes behauptet wird, so ist das eine infame Unterstellung", erklärte Harald Stefan.

Die Teilnehmer der Pressekonferenz, die allesamt auch Mitglieder im Ehrenkomitee des Balls sind, gehen von einer wie in den vielen Vorjahren würdigen Veranstaltung aus und geben sich optimistisch, dass es auch im nächsten Jahr einen WKR-Ball geben wird. Die Gesellschafter der Hofburg-Betriebsgesellschaft lud Guggenbichler ein, den Ball zu besuchen und sich selbst ein unbeeinflusstes Bild von der Veranstaltung zu machen. Auch unabhängige Medienberichterstattung vom Ball werde es geben, kündigte der Organisator an.

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