Kadenbach: "Kein Gold im Hausmüll - EU-Parlament für bessere Entsorgung von Elektro-Altgeräten"

Altgeräte können künftig beim Händler zurückgegeben werden

Wien (OTS/SK) - Heute, Donnerstag, wurde im EU-Parlament in Straßburg der Neufassung der Elektro- und Elektronik-Altgeräte zugestimmt. "Es ist uns gelungen, einen Kompromiss auszuhandeln, der im Sinne der Verbraucher und vor allem der Umwelt ist", so die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. Die Neufassung sieht vor, dass künftig Kleingeräte von Elektro-Händlern zurückgenommen werden müssen. "Diese Bestimmung war längst überfällig. Wenn dem Konsumenten ermöglicht wird, Handys, MP3-Player und ähnliches nahe seinem Wohnort bequem zu entsorgen, können wir vermeiden, dass diese Kleingeräte im Hausmüll landen", unterstreicht Kadenbach. "Wir müssen uns bewusst sein, dass wir mit jedem unachtsam weggeworfenen Handy auch Gold wegwerfen. Eine Tonne Mobiltelefone enthält rund 300 Gramm Gold. Der Goldgehalt von Erz beträgt ein bis zwei Gramm pro Tonne", erläutert die Abgeordnete, die Mitglied im Umweltausschuss des Europäischen Parlaments ist. ****

Sie verweist darauf, dass die fachgerechte Entsorgung dieser Kleingeräte auch deshalb so wichtig sei, da diese - neben Gold - oft Metalle der seltenen Erde enthalten. "Diese Metalle werden hauptsächlich in China und Indien abgebaut. Durch eine höhere Recyclingquote können wir unsere Abhängigkeit von diesen Ländern verringern, was positiv für den Wirtschaftsstandort Europa ist", sagt Kadenbach.

Deshalb wurde in der Neufassung der Richtlinie auch eine neue Sammelkategorie eingeführt, die jene IT-Geräte umfasst, die diese seltenen Erden beinhalten. Als unbegründet bezeichnet die EU-Abgeordnete auch die Ängste der Händler, dass die Rücknahme hohe Kosten verursachen werde. "Nur große Geschäfte mit einer Größe über 400 Quadratmeter müssen kleine Geräte zurücknehmen, ohne dass der Kunde etwas kauft. Dies kann aber für die betroffenen Geschäfte auch eine Chance sein, werden durch die Rücknahmestellen doch potentielle Kunden ins Geschäft gelockt", so Kadenbach.

Dass es höchst an der Zeit ist, die Sammelquote bei Elektro-Altgeräten zu erhöhen, zeigen auch die aktuellen Zahlen:
Derzeit werden rund 65 Prozent der in Verkehr gebrachten Elektro- und Elektronik-Altgeräte getrennt gesammelt, nur die Hälfte davon wird aber nach den Vorgaben der derzeitigen Richtlinie recycelt. Der Rest wird entweder unsachgemäß behandelt oder illegal in Drittländer gebracht. Dort werden scharfe Chemikalien eingesetzt, um die Rohstoffe aus den Geräten herauszulösen. "Das birgt eine große Gefahr für die Umwelt, da Schadstoffe oftmals ungefiltert in den Boden eindringen und auch für die Arbeitnehmer, die ohne Schutz diesen Giftstoffen ausgesetzt sind", betont Kadenbach. "Eine höhere Recyclingquote ist deshalb nicht nur zu unserem Vorteil, sondern hilft auch den Menschen in den ärmeren Ländern, die zu Niedrigstlöhnen diese gefährliche Arbeit verrichten müssen." (Schluss) bj/mp

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