Pensionskassen: 2011 bringt mit -3% negatives, aber achtbares Veranlagungsergebnis

Langjähriger Durchschnitt liegt per Ende 2011 bei plus 5,51 Prozent

Wien (OTS/PWK032) - Die österreichischen Pensionskassen haben
im Jahr 2011 ein Veranlagungsergebnis von minus 3,01 Prozent erzielt, wie der Fachverband der Pensionskassen heute bekannt gab. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen: "Unter den Bedingungen im Jahr 2011 ist das ein achtbares Ergebnis. Fukushima, der Krieg in Libyen, die Situation in Griechenland, die Schuldenkrise in Europa und Rezessionsängste in den USA haben zu sehr schwierigen Märkten geführt. So hat etwa der ATX im letzten Jahr 34,87 Prozent verloren, der DAX 14,69 Prozent. Durch rasches Reduzieren des Aktienrisikos und Anpassungen in der Veranlagungsstrategie konnten wir größere Verluste vermeiden."

Im langjährigen Durchschnitt der letzten 21 Jahre (1991 bis 2011), der für die Veranlagung von Pensionskapital relevant ist, erzielten die Pensionskassen bis Ende 2011 einen Ertrag von plus 5,51 Prozent. Aufgrund des negativen Veranlagungsergebnisses für 2011 kommt es zu Kürzungen der Betriebspensionsleistungen von durchschnittlich 5 Prozent - ein Wert, der deutlich besser als die in der Öffentlichkeit kursierenden Angaben ist.

Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen:
"Die Kürzung der Pension ist für jeden der Betroffenen schmerzlich. Höhere Kürzungen betreffen im Wesentlichen alte Sonderverträge, die in den ersten Jahren nach Einführung des Pensionskassensystems in Österreich umgestellt wurden. In diesen Jahren konnten auf dem Kapitalmarkt noch hohe Erträge erzielt werden. 12.600 Betriebspensionisten, mit einen Rechenzins von 5,5 bis 6,5 Prozent, die zusätzlich zu ihrer ASVG Pension von bis zu 2.800 Euro eine Pensionskassenpension in der Höhe von bis zu 11.000 Euro monatlich erhalten, sind davon betroffen. Das sind lediglich 1,6 Prozent der rund 800.000 Berechtigten."

Bei echten Pensionskassenverträgen zahlen Arbeitgeber und Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in der Pension verzinst ausbezahlt werden. Derzeit haben rund 800.000 Österreicherinnen und Österreicher Anspruch auf eine Firmenpension. Insgesamt veranlagen 17 Pensionskassen ein Vermögen von 15,46 Milliarden Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler Österreichs.

Perspektiven 2012

Zum heutigen Zeitpunkt gibt es unter Experten geteilte Meinungen über die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2012. Die Szenarien reichen von Aufschwung bis Rezession. Die Veranlagungsstrategien der Pensionskassen legen ihren Schwerpunkt auf Sicherheit und Langfristigkeit und werden flexibel auf die jeweilige Marktsituation reagieren.

Weiters werden von den Pensionskassen neue Wege der Veranlagung überlegt, um stabile Erträge erwirtschaften zu können. Neben bereits bestehenden Kommunalfinanzierungen werden Veranlagungen in Pflegeheime und den sozialen Wohnbau als Beimischung zum Portfolio im Ausmaß von bis zu 10 Prozent geprüft. Dadurch könnte eine Win-Win-Situation entstehen, einerseits für die Pensionskassen, die eine stabile und anschauliche Veranlagung im Inland vornehmen können, andererseits für Pflegeheime und den sozialen Wohnbau, die aufgrund des Rückzuges der öffentlichen Hand dringenden Bedarf an Großinvestoren haben.

Das Jahr 2012 wird durch Änderungen im Pensionskassengesetz, deren Begutachtungsverfahren am 10.1.2012 abgeschlossen wurde, geprägt sein. Dazu gehört insbesondere die Möglichkeit für Leistungsberechtigte, in eine sogenannte Sicherheits-Pension zu wechseln, die zwar geringere Ertragschancen, dafür aber kein Risiko von Kürzungen in schlechten Veranlagungsjahren birgt. Weiters wird die Novelle des Gesetzes ein "Lebensphasenmodell" ermöglichen, in dem die Veranlagungsstrategie, die Ertragserwartung und somit auch das Veranlagungsrisiko je nach Lebensphase unterschiedlich gewählt werden können. "Das Pensionskassengesetz wird durch die Novelle an Attraktivität gewinnen", so Zakostelsky. Durch die sozialpolitische Notwendigkeit, den Lebensabend mit einander ergänzenden Pensionen abzustützen, wird die Nachfrage nach Pensionskassenpensionen steigen.

Die Entwicklungen in der internationalen Wirtschaft und Politik werden weiterhin die Strategie der Pensionskassen bei der Veranlagung bestimmen. Vor allem in der "Asset Allocation", der Auswahl der Veranlagungswerte, werden die Schuldenkrise und die Entwicklung der Realwirtschaft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bilden. (PM)

Fotos und Grafiken zum Download:

Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen
http://www.pensionskassen.at/images/zakostelsky.jpg

Dr. Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen
http://www.pensionskassen.at/images/janda1.jpg

Folgende Grafik-Downloads sind unter http://www.pensionskassen.at verfügbar:

Grafik: Anlageergebnis der österreichischen Pensionskassen
Grafik: Anlagevermögen der österreichischen Pensionskassen
Grafik: Österreicher mit Anspruch auf eine Pensionskassenpension

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Andreas Zakostelsky
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Tel.: +43-(0)1-505 26 25-66
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