- 19.01.2012, 11:01:18
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Pensionskassen: 2011 bringt mit -3% negatives, aber achtbares Veranlagungsergebnis
Langjähriger Durchschnitt liegt per Ende 2011 bei plus 5,51 Prozent
Wien (OTS/PWK032) - Die österreichischen Pensionskassen haben
im Jahr 2011 ein Veranlagungsergebnis von minus 3,01 Prozent erzielt,
wie der Fachverband der Pensionskassen heute bekannt gab. Andreas
Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen: "Unter den
Bedingungen im Jahr 2011 ist das ein achtbares Ergebnis. Fukushima,
der Krieg in Libyen, die Situation in Griechenland, die Schuldenkrise
in Europa und Rezessionsängste in den USA haben zu sehr schwierigen
Märkten geführt. So hat etwa der ATX im letzten Jahr 34,87 Prozent
verloren, der DAX 14,69 Prozent. Durch rasches Reduzieren des
Aktienrisikos und Anpassungen in der Veranlagungsstrategie konnten
wir größere Verluste vermeiden."
Im langjährigen Durchschnitt der letzten 21 Jahre (1991 bis 2011),
der für die Veranlagung von Pensionskapital relevant ist, erzielten
die Pensionskassen bis Ende 2011 einen Ertrag von plus 5,51 Prozent.
Aufgrund des negativen Veranlagungsergebnisses für 2011 kommt es zu
Kürzungen der Betriebspensionsleistungen von durchschnittlich 5
Prozent - ein Wert, der deutlich besser als die in der Öffentlichkeit
kursierenden Angaben ist.
Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der Pensionskassen:
"Die Kürzung der Pension ist für jeden der Betroffenen schmerzlich.
Höhere Kürzungen betreffen im Wesentlichen alte Sonderverträge, die
in den ersten Jahren nach Einführung des Pensionskassensystems in
Österreich umgestellt wurden. In diesen Jahren konnten auf dem
Kapitalmarkt noch hohe Erträge erzielt werden. 12.600
Betriebspensionisten, mit einen Rechenzins von 5,5 bis 6,5 Prozent,
die zusätzlich zu ihrer ASVG Pension von bis zu 2.800 Euro eine
Pensionskassenpension in der Höhe von bis zu 11.000 Euro monatlich
erhalten, sind davon betroffen. Das sind lediglich 1,6 Prozent der
rund 800.000 Berechtigten."
Bei echten Pensionskassenverträgen zahlen Arbeitgeber und
Arbeitnehmer in Pensionskassen monatlich Beiträge ein, die später in
der Pension verzinst ausbezahlt werden. Derzeit haben rund 800.000
Österreicherinnen und Österreicher Anspruch auf eine Firmenpension.
Insgesamt veranlagen 17 Pensionskassen ein Vermögen von 15,46
Milliarden Euro. Sie sind damit der größte private Pensionszahler
Österreichs.
Perspektiven 2012
Zum heutigen Zeitpunkt gibt es unter Experten geteilte Meinungen
über die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2012. Die Szenarien
reichen von Aufschwung bis Rezession. Die Veranlagungsstrategien der
Pensionskassen legen ihren Schwerpunkt auf Sicherheit und
Langfristigkeit und werden flexibel auf die jeweilige Marktsituation
reagieren.
Weiters werden von den Pensionskassen neue Wege der Veranlagung
überlegt, um stabile Erträge erwirtschaften zu können. Neben bereits
bestehenden Kommunalfinanzierungen werden Veranlagungen in
Pflegeheime und den sozialen Wohnbau als Beimischung zum Portfolio im
Ausmaß von bis zu 10 Prozent geprüft. Dadurch könnte eine
Win-Win-Situation entstehen, einerseits für die Pensionskassen, die
eine stabile und anschauliche Veranlagung im Inland vornehmen können,
andererseits für Pflegeheime und den sozialen Wohnbau, die aufgrund
des Rückzuges der öffentlichen Hand dringenden Bedarf an
Großinvestoren haben.
Das Jahr 2012 wird durch Änderungen im Pensionskassengesetz, deren
Begutachtungsverfahren am 10.1.2012 abgeschlossen wurde, geprägt
sein. Dazu gehört insbesondere die Möglichkeit für
Leistungsberechtigte, in eine sogenannte Sicherheits-Pension zu
wechseln, die zwar geringere Ertragschancen, dafür aber kein Risiko
von Kürzungen in schlechten Veranlagungsjahren birgt. Weiters wird
die Novelle des Gesetzes ein "Lebensphasenmodell" ermöglichen, in dem
die Veranlagungsstrategie, die Ertragserwartung und somit auch das
Veranlagungsrisiko je nach Lebensphase unterschiedlich gewählt werden
können. "Das Pensionskassengesetz wird durch die Novelle an
Attraktivität gewinnen", so Zakostelsky. Durch die sozialpolitische
Notwendigkeit, den Lebensabend mit einander ergänzenden Pensionen
abzustützen, wird die Nachfrage nach Pensionskassenpensionen steigen.
Die Entwicklungen in der internationalen Wirtschaft und Politik
werden weiterhin die Strategie der Pensionskassen bei der Veranlagung
bestimmen. Vor allem in der "Asset Allocation", der Auswahl der
Veranlagungswerte, werden die Schuldenkrise und die Entwicklung der
Realwirtschaft die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bilden. (PM)
Fotos und Grafiken zum Download:
Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der
Pensionskassen
http://www.pensionskassen.at/images/zakostelsky.jpg
Dr. Fritz Janda, Geschäftsführer des Fachverbandes der
Pensionskassen
http://www.pensionskassen.at/images/janda1.jpg
Folgende Grafik-Downloads sind unter http://www.pensionskassen.at
verfügbar:
Grafik: Anlageergebnis der österreichischen Pensionskassen
Grafik: Anlagevermögen der österreichischen Pensionskassen
Grafik: Österreicher mit Anspruch auf eine Pensionskassenpension
Rückfragehinweis:
Mag. Andreas Zakostelsky Judith Rüstmann Tel.: (0)1-316 48-6001 The Skills Group Christiane Fuchs-Robetin Tel.: +43-(0)1-505 26 25-66 E-Mail: [email protected] Web: http://www.skills.at
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