- 16.01.2012, 18:58:22
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NR-Präsidentin Prammer eröffnet Karikaturen-Ausstellung im Parlament Werke von elf KarikaturistInnen laden zum Schmunzeln ein
Wien (PK) - Das Parlament öffnet bereits seit geraumer Zeit seine
Ausschusslokale für zeitgenössische Kunst. In den vergangenen beiden
Jahren rückte Kuratorin Stella Rollig Zeichnung und Fotografie in den
Vordergrund. Ab sofort zieren allerdings Zeichnungen ganz besonderer
Art die Wände in den Ausschusslokalen und anderen Räumlichkeiten.
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer eröffnete heute eine
Ausstellung mit politischen Karikaturen im Hohen Haus. Zehn
Karikaturisten und eine Karikaturistin, die alle für österreichische
Tageszeitungen arbeiten, zeigen drei Monate lang eine Auswahl ihrer
Werke. Ganz unterschiedlich im Stil, geben sie zielsichere visuelle
Kommentare zum aktuellen politischen Geschehen ab.
Der Andrang bei "der ersten Karikaturen-Ausstellung im Parlament" war
jedenfalls enorm. Nationalratspräsidentin Prammer konnte unter
anderem ihren Amtsvorgänger Andreas Khol, zahlreiche aktive
Abgeordnete und die neue Kunstkuratorin des Hohen Hauses, Mumok-
Chefin Karola Kraus, sowie neun der elf KarikaturistInnen begrüßen.
Das Parlament als politischster aller Orte sei geradezu prädestiniert
für eine solche Ausstellung, hielt Prammer fest und wies auf die
wichtige Rolle der Medien bei der Kontrolle der Politik hin. Dabei
kommt ihrer Ansicht nach auch der Karikatur eine besondere Funktion
zu.
Für Prammer sind Karikaturen jedoch nicht nur politische Kommentare,
sondern auch Kleinkunstwerke, deren Qualität darin besteht,
Wesentliches von Nebensächlichem zu trennen und Dinge mit
künstlerischer Präzision auf den Punkt zu bringen. Bei der
Ausstellung werde ein weiter Bogen gespannt, nicht nur was die
Themenwahl betrifft, sondern auch in Bezug auf den künstlerischen
Zugang, hob sie hervor.
Michael Frank, langjähriger Österreich-Korrespondent der Süddeutschen
Zeitung, merkte in seinen Worten zur Ausstellung an, dass die
überwiegende Zahl der Karikaturisten in Deutschland Österreicher
seien. Er führt das darauf zurück, dass die Österreicher den
Deutschen, was den abgründigen Witz betrifft, überlegen seien.
Die schreibenden Journalisten würden die Karikaturisten jedenfalls
oft beneiden, führte Frank aus. Karikaturisten dürften nämlich stets
überzeichnen und provozieren. Ihnen nehme es niemand übel, wenn sie
Fragen stellten, ohne Antworten zu geben. Allerdings glaubt er, dass
auch Karikaturisten manchmal verzweifelt sind, weil die Politik
"eigentlich die bessere Satire ist" und an unfreiwilligem Witz und -
unabsichtlicher - tiefgründiger Komik oft nicht zu überbieten sei.
Die rund 150 Karikaturen werden in einer Reihe von Ausschusslokalen,
den Amtsräumen der Präsidentin und im Pressezentrum gezeigt. Zu sehen
sind Werke von Rachel Gold, Daniel Jokesch, Michael Pammesberger,
Gustav Peichl/Ironimus, Petar und Sinisa Pismestrovic, Silvio Raos,
Erich BUL Schatz, Oliver Schopf, Markus Szyszkowitz und Thomas
Wizany.
Rundgänge durch die Ausstellung werden bis 3. März jeweils an
Samstagen angeboten, eine Voranmeldung unter
[email protected] bzw. unter der Telefonnummer 01-
40110/2400 ist unbedingt erforderlich. Daneben sind eine Auswahl der
Karikaturen und ein zur Ausstellung erschienener Folder ab morgen auf
der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) abrufbar. (Schluss)
HINWEIS: Auf der Website des Parlaments finden Sie - etwas
zeitverzögert - auch Fotos von der Vernissage im Fotoalbum.
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