Neues Volksblatt: "Sparpaket" (von Michael Kaltenberger)

Ausgabe vom 17. Jänner 2012

Linz (OTS) - Eines der großen Vorhaben nach der Krise war es, die Macht der Ratingagenturen zu brechen. Denn das waren jene, ohne deren Mithilfe die gigantische Immobilienblase nie entstehen hätte können. Das waren jene, die wertlose Papiere als sichere Anlage gepriesen haben, während die Verkäufer bereits auf den Zusammenbruch wetteten -und damit Milliarden verdienten, während Millionen Anleger ihr Hab und Gut verloren haben.
Man kann sich nur wundern, wie schnell die Regierungen nach der Krise ihre Pläne begraben haben, die Schuldigen für die Wirtschafts- und Finanzkrise zur Verantwortung zu ziehen und sie an die Kandare zu nehmen.
Es sind die gleichen Unternehmen und zu einem guten Teil sogar die gleichen Leute im Dunstkreis der Wallstreet, die über Wohl oder Wehe ganzer Volkswirtschaften entscheiden. Alles ist beim Alten - nur eines hat sich verändert: die Bonuszahlungen, die sind noch höher als vor der Krise. Das mag uns ärgern, erschüttern, was auch immer. Tatsache ist aber: Solange die EU den US-Agenturen nichts entgegenzusetzen hat, müssen wir mit diesen Wölfen heulen.
Aber eines ist klar: Am Sparpaket wären wir in Österreich ohnehin nicht vorbei gekommen. Nicht wegen Standard & Poor's, sondern wegen unseren Kindern und Enkeln. Vielleicht geht's jetzt ein bisserl schneller.

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