Korosec ad Eurobarometer: Klarstellung zu veröffentlichten Pflege-Zahlen!

Durchschnittsalter pflegender Angehöriger bei 58 Jahren - Jüngere daher bei solchen Umfragen keine aussagekräftigen Auskunftspersonen.

Wien (OTS) - LAbg. Ingrid Korosec, Bundesobmann-Stellvertreterin
des Österreichischen Seniorenbundes und Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes stellt zu den am Wochenende medial kommentierten Ergebnissen des aktuellen Eurobarometers klar:

"Man will uns also erklären, Österreich sei bei der familiären Pflege mit nur 5% Pflege durch Angehörige Schlusslicht. So sei zumindest das Ergebnis einer Umfrage unter 1.032 Personen aller Altersgruppen in Österreich. Andererseits beschreibt der Endbericht "Zur Situation pflegender Angehöriger in Österreich" (Sozialministerium 2005, 1.151 ausgefüllte Fragebögen): 'Mehr als 80% der Pflegebedürftigen in Österreich werden von Angehörigen gepflegt.' Wobei laut diesem Bericht 40% der Betroffenen von ihren Ehepartnern und 25% der Betroffenen von ihren Kindern gepflegt wurden. Was ist also geschehen? Haben sich in den vergangenen sechs Jahren Heerscharen von Angehörigen von ihren pflegebedürftigen Familienmitgliedern abgewandt? Mitnichten!"

"Des Rätsels Lösung liegt im Durchschnittsalter der familiären Pflegekräfte, welches in Österreich - ebenfalls laut Umfrage des Sozialministeriums 2005 - bei 58 (!) Jahren liegt (mehr als 73% der damals befragten Frauen und mehr als 76% der damals befragten Männer waren 50+!). In der Umfrage des Eurobarometers wurden jedoch Menschen ab 16 gefragt, ob sie denn Angehörige pflegen würden. Während Menschen mit 16, 26, 36, 46 und 56 fast ausschließlich mit 'nein' antworten (je älter, desto eher 'ja'), trifft diese Situation eben fast ausschließlich auf ältere Österreicherinnen und Österreicher zu. Österreichs Seniorinnen und Senioren sind eben der größte Pflegedienst des Landes, Junge in diesem Zusammenhang keine besonders aussagekräftigen Auskunftspersonen, was das Ergebnis eben verzerrt. Und ob die heute Jungen in einigen Jahrzehnten auch in einem solchen Ausmaß die Pflege ihrer Angehörigen übernehmen werden wie die heutigen Seniorinnen und Senioren, ist freilich offen und wird zur Schlüsselfrage in unserem künftigen Pflegesystem werden", führt Korosec zu den statistischen Feinheiten aus.

Abschließend hält Korosec fest: "Österreich ist sowohl beim Pflegegeld mit seinen einzigartigen sieben Pflegegeldstufen, als auch bei der Leistung der pflegenden Angehörigen Europameister. Jetzt brauchen wir noch die angekündigte Pflegestrukturreform, dass dies auch so bleiben kann. Aber dass wir 'Schlusslicht in Europa' seien lassen wir uns gewiss nicht einreden!"

Rückfragen & Kontakt:

Österreichischer Seniorenbund, stv. GS Susanne Walptischeker
Tel.: 0650-581-78-82; swalpitscheker@seniorenbund.at
www.seniorenbund.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SEN0001