Umweltdachverband an BK Faymann: Anti-Atomgipfel muss Atom-Geschäfte des VERBUNDs stoppen!

- 1. Ministerratsbeschluss zum "AUS für Atomstromhandel des VERBUNDs" gefordert

Wien (OTS) - 2. Öffentliche Kennzeichnung von Pumpstrom gefordert
- Schluss mit "grauen Batterien"!
- 3. Einführung eines Strompickerls gefordert

Anlässlich des morgigen Anti-Atomgipfels stellt der Umweltdachverband drei Forderungen an Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger. "Die Bundesregierung muss endlich Schluss mit der unverantwortlichen Stromhandelspraxis heimischer Energieversorger im öffentlichen Mehrheitseigentum machen. Insbesondere die staatliche Verbundgesellschaft verkauft über ihre Dumping-Tochter Verbund Sales GmbH billigen Graustrom und handelt selbst an den internationalen Strombörsen mit schmutzigem Strom. Damit steht das staatliche Unternehmen an der Spitze der Atomstromhändler unter den heimischen Energieversorgern. Der Anti-Atomgipfel muss die Entscheidung für einen Ministerratsbeschluss für den Ausstieg aus dem Atomstromhandel der Verbundgesellschaft bringen. Solange der Verbund nicht atomstromfrei ist, bleibt jedes politische Atomstromausstiegsszenario ein Lippenbekenntnis. BM Mitterlehner als Eigentümervertreter der Republik Österreich könnte dies, im Gegensatz zu einem absoluten Atomstromimportverbot, als Mehrheitsaktionär mit einer einzigen Aufsichtsratsitzung erledigen", wiederholt Michael Proschek-Hauptmann, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes, die längjährige Forderung des Umweltdachverbandes.

Verstärkung der Stromkennzeichnungspflicht gefordert: "Grüne Batterien" nur mit grünem Strom
"Besonders in den Speicherseen der alpinen Pumpspeicher steckt jährlich eine Strommenge, die 55 % der Jahresproduktion eines Reaktorblocks des AKW Mochovce entspricht. Die Marketing-Slogans des Verbunds von "sauberer Wasserkraft" und "grünen Batterien" sind damit schändliche Öko-Schmähs. Denn der für den Pumpvorgang verwendete Strom wird großteils an den internationalen Strombörsen zu Dumpingpreisen eingekauft, ein Faktum, das der Verbund inzwischen selbst mehrfach und auch gegenüber dem Parlament bestätigt hat", erklärt Proschek-Hauptmann. Der Umweltdachverband fordert daher eine Kennzeichnungs- und Veröffentlichungspflicht der Stromzusammensetzung von Pumpstrom für alle Speicherkraftwerke in Österreich. "Pumpspeicher dürfen nicht mit schmutzigem Atom- oder Kohlestrom betrieben werden. Durch den Pumpvorgang gehen bis zu 25 % der eingespeisten Energie verloren, was den schmutzigen Strom noch schmutziger macht. Der Beiname "grüne Batterien" ist nur für Pumpstrom aus 100 % zertifizierten erneuerbaren Energien gerechtfertigt. Bundeskanzler Faymann und Vizekanzler Spindelegger müssen daher beim Anti-Atomgipfel Nägel mit Köpfen machen und festlegen, dass Pumpspeicher umgehend atomstromfrei werden und mittelfristig ausschließlich mit Erneuerbaren zu betreiben sind", verlangt Proschek-Hauptmann.

UWD fordert Einführung eines Strompickerls
"Der Stromkennzeichnungsbericht 2011 weist 5,6 Tonnen radioaktiven Abfall aus, der unserem Strom unbekannter Herkunft zuzurechnen ist. Doch niemand will den schmutzigen Strom gekauft haben. Die KonsumentInnen müssen in Zukunft wissen, mit welchem Strom Produkte und Leistungen, die sie in Anspruch nehmen, produziert werden. Mit der Einführung eines Strompickerls, das klar macht, welchen Strommix ein Geschäft oder Betrieb bezieht, ist eine wirklich umfassende Stromkennzeichnung rasch und unbürokratisch umsetzbar. Der Anti-Atomgipfel muss auch hier die Weichen stellen", schließt Proschek-Hauptmann.

Rückfragen & Kontakt:

Umweltdachverband
Dr.in Sylvia Steinbauer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (++43-1)40113/21
sylvia.steinbauer@umweltdachverband.at
http://www.umweltdachverband.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OGN0001