• 13.01.2012, 12:10:10
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PATRICK RAMPELOTTO. Adventures in Foam

MAK und Universität für angewandte Kunst Wien starten umfassende Kooperation ANGEWANDTE KUNST. HEUTE

Patrick Rampelotto, Skizze, 2012

Wien (OTS) - Mit einem experimentellen Ausstellungsprojekt des
Designers Patrick Rampelotto starten das MAK und die Universität für
angewandte Kunst Wien, die neue, umfassende Kooperation ANGEWANDTE
KUNST. HEUTE. In "Adventures in Foam" (25. Jänner - 6. Mai 2012)
forscht Rampelotto mit einem ungewöhnlichen Material -
Polypropylenschaum - nach neuen Formen und Gestaltungsstrategien.
Frei nach Claude Lévi-Strauss orientiert er sich am Begriff der
"Bricolage", der "Bastelei", als nicht vorgezeichnetem Prozess mit
möglichen Abweichungen und kommt zu höchst komplexen Resultaten:
Lampenschirmen, Sitzflächen, Gefäßen oder auch Skulpturen, die in
"Adventures in Foam" bereits von ihm entwickelten Designobjekten
gegenübergestellt werden.

Patrick Rampelottos Arbeiten sind klug, fein und vielschichtig;
sie drängen sich nicht auf, sondern fordern bei ihren BetrachterInnen
die Neugier und die Wahrnehmung subtiler Botschaften und
Besonderheiten heraus. Anders als Designprodukte, die erst durch ihre
Benutzung eine Funktion erfüllen, erzwingen Rampelottos Objekte keine
Interaktion, sie laden ein und bieten an. Auch in "Adventures in
Foam" lässt Rampelotto Raum für Assoziation und Inspiration, ohne den
Anspruch auf ein marktfertiges Endprodukt zu erheben.

Anfang 2010 stieß Rampelotto auf den für seine aktuellsten
Arbeiten verwendeten Polypropylenschaum: Er wird mit einer speziellen
Maschine erzeugt, die von der Firma Hammerschmid Maschinenbau GmbH in
der Nähe von Linz als Pilot zur Herstellung neuartiger
Sandwichbauteile für die Maschinen- und Fahrzeugindustrie entwickelt
und patentiert wurde. Das Material muss bei einer Temperatur von
140GradC binnen Sekunden verarbeitet werden, da es bei Abkühlung
rasch erhärtet und formstabil wird. Als einzig bekannte Kunststoffart
ist es schäumbar und zugleich lichtdurchlässig. Hammerschmid willigte
ein, dem jungen Designer die Maschine samt Techniker zur Verfügung zu
stellen. In Folge entwickelte Rampelotto gemeinsam mit seinem
Kollegen Fritz Pernkopf den Prototypen für den Hocker pilot, mit
einer Sitzfläche aus 3D-Polypropylen in Sandwichbauweise, der heuer
auf der internationalen Möbelmesse in Mailand präsentiert und vom
belgischen Label Quinze & Milan seriell produziert wird.

"Adventures in Foam" nahm Rampelotto zum Anlass, künstlerisch frei
und abseits eines Produktnutzens mit Polypropylenschaum zu
experimentieren. Rampelotto spricht von einer Art "Skizzieren", auf
dessen Basis an der Entwicklung eines Produkts weitergearbeitet
werden kann. Beispielsweise sieht er in einem für die Ausstellung
entstandenen Lampenschirm Potenzial für eine Serienproduktion, bei
der dennoch aufgrund der manuellen Herstellung jedes Objekt ein
Einzelstück ergibt.

Viele Arbeiten Rampelottos, der eine strikte Trennung der
Disziplinen ablehnt, oszillieren zwischen Designprodukt und
Kunstobjekt. 1978 in Sterzing, Italien, geboren, studierte Rampelotto
zunächst Jus und wechselte dann an die Universität für angewandte
Kunst Wien. Während seines Industriedesign-Studiums (2000-2006)
beschäftigte er sich mit den Materialien Glas, Silikon und Filz in
Verbindung mit traditionellen Fertigungsmethoden und
Hi-Tech-Produktion.

Aus den Schriften des französischen Anthropologen und Ethnologen
Claude Lévi-Strauss bezieht er wesentliche Inspirationen für seine
Arbeitsweise. In dessen Publikation Das wilde Denken (La pensée
sauvage, 1962) stieß Rampelotto auf den Begriff der "Bricolage", den
mitunter abwertend betrachteten Begriff des "Bastelns", den er nach
seiner Tätigkeit bei der Designfirma EOOS und zahlreichen
freischaffenden Entwurfs- und Ausstellungsprojekten nach wie vor als
wichtigen Denkanstoß nennt. Ähnlich der Bricolage bei Lévi-Strauss
verfolgt Rampelotto eine Designstrategie, in deren Rahmen auch ein
Sich-Einlassen auf ein per se nicht zweckbestimmtes,
experimentierendes Handeln möglich ist, das gerade durch seine
Unmittelbarkeit und Unbestimmbarkeit des Ausgangs zu neuen Ideen und
möglichen Lösungsansätzen führen kann.

Die Ausstellung "Adventures in Foam" begleitet Rampelotto mit
einer filmischen Arbeit, die unterlegt mit Originalzitaten aus Das
wilde Denken den Designprozess selbst thematisiert und einen Blick
hinter die Kulissen der Produktion der Ausstellungsobjekte
ermöglicht.

ANGEWANDTE KUNST. HEUTE
Mit der Ausstellungsreihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE soll eine Plattform
für zeitgenössische Formen der angewandten Kunst und damit eine
größere Sichtbarkeit für besonders interessante Positionen in
Österreich lebender und arbeitender AbsolventInnen der Universität
für angewandte Kunst geschaffen werden. Parallel dazu wird mit den
Veranstaltungen "Kreativität sucht Politik" respektive "Kreativität
sucht Wirtschaft" im Rahmen der gemeinsam durchgeführten
Diskussionsreihe "Praxis. angewandt" insbesondere StudentInnen die
Möglichkeit gegeben, konkrete, praxisbezogene Fragen zu stellen.

"Das MAK wird sich verstärkt für jüngere Generationen von
Kreativen einsetzen. Es liegt auf der Hand, dass die Angewandte dabei
die erste Adresse ist. Das MAK und die Angewandte haben nicht nur
eine gemeinsame Geschichte, sondern sehen übereinstimmend in der
angewandten Kunst wichtige Potenziale, den positiven Wandel unserer
Gesellschaft voranzutreiben. Gemeinsam können wir ein zentrales
offenes Forum am Stubenring werden, das den in Wien wieder verstärkt
notwendigen internationalen Diskurs weiterentwickelt und neuartige
Wege der Verschränkung zwischen künstlerischen Sparten aufzeigt und
nutzbar macht", unterstreicht MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein
die Relevanz der Zusammenarbeit.

Die Ausstellungsreihe ANGEWANDTE KUNST. HEUTE sieht jährlich drei
Ausstellungen vor. Die Diskussionsreihe "Praxis. angewandt" startet
mit den ersten Veranstaltungen im Herbst 2012. Details zu den
weiteren beiden Ausstellungsprojekten dieses Jahres werden bei der
Pressekonferenz am 24. Jänner 2012 bekannt gegeben.

Bildmaterial zur Ausstellung "PATRICK RAMPELOTTO. Adventures in
Foam", sowie Statements von Gerald Bast, Rektor der Universität für
angewandte Kunst Wien und Kuratorin Marlies Wirth stehen unter
MAK.at/presse zum Download bereit.

PRESSEKONFERENZ:
Dienstag, 24. Jänner 2012, 10.30 Uhr
MAK-Studiensammlung Möbel, Stubenring 5, 1010 Wien
Zu Ausstellung und Kooperation:
Christoph Thun-Hohenstein, Direktor MAK
Gerald Bast, Rektor Universität für angewandte Kunst Wien
Marlies Wirth, Kuratorin MAK
In Anwesenheit von Patrick Rampelotto

Eröffnung: Dienstag, 24. Jänner 2012, 19.00 Uhr
Ausstellungsdauer: 25. Jänner - 6. Mai 2012
Öffnungszeiten: Di 10.00-22.00 Uhr, Mi-So 10.00-18.00 Uhr.
Jeden Dienstag 18.00-22.00 Uhr Eintritt frei.
MAK-Eintritt: Euro 9,90 mit MAK-Guide / Euro 7,90 / ermäßigt Euro
5,50

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Presse MAK:
   Judith Anna Schwarz-Jungmann (Leitung)
   Veronika Träger
   Sandra Hell-Ghignone
   Lara Steinhäußer
   Stubenring 5, A-1010 Wien 
   Tel. (+43-1) 711 36-233, 229, 212
   Fax (+43-1) 711 36-227
   [email protected]
   MAK.at
   
   Pressekontakt Die Angewandte:
   Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungsmanagement
   Anja Seipenbusch-Hufschmied (Leitung)
   Oskar Kokoschka-Platz 2, A-1010 Wien
   Tel. (+43-1) 711 33-2160
   Fax (+43-1) 711 33-2169
   [email protected]
   www.dieangewandte.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | MAK

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