Zwei Jahre nach Haiti-Erdbeben: Wiederaufbau geht trotz Schwierigkeiten voran

Caritas unterstützt gemeinsam mit österreichischen SpenderInnen zehntausende Bebenopfer/ Nach Cholera-Nothilfe nun Fokus auf Häuserbau und Existenzsicherung

Wien (OTS) - Zwei Jahre nach dem Erdbeben in Haiti (12. Jänner 2010) schreitet der Wiederaufbau trotz vieler Schwierigkeiten voran, sagt Caritas-Präsident Franz Küberl: "Gemeinsam mit den österreichischen Spenderinnen und Spendern konnten wir bereits sehr viel für die betroffenen Menschen erreichen".

So erhielten 250.000 Menschen Nothilfepakete, 6.500 Kindern konnten dank der rotweißroten Spenden an die Caritas rasch wieder die Schule besuchen. Nach der erneuten Nothilfe nach dem Ausbruch der Cholera widmet sich die Caritas in Haiti wieder ganz dem Wiederaufbau: "Die Choleraepidemie ist nun Gott sei Dank weitgehend eingedämmt. Damit können wir uns wieder mit aller Kraft den Bauprojekten widmen", sagt Caritas-Katastrophenhilfechefin Sabine Wartha.

Bis Anfang 2013 entstehen in der Region Gressier, etwa 20 km nordwestlich von Port-au-Prince gelegen, 500 kleine Ziegelhäuser. Die ersten 50 Familien sind schon in ihr neues Zuhause eingezogen. Ein Waisenkinder-Zentrum wird ab dem Frühjahr 2013 rund 150 Mädchen ein festes Dach über dem Kopf geben. Derzeit sind die Kinder, die von Ordensschwestern betreut werden, noch in Notquartieren oder bei Verwandten untergebracht. Auch eine Schule für 1.200 Kinder wird bis 2013 wiedererrichtet. Die Caritas hilft in Haiti gemeinsam mit sieben anderen österreichischen Hilfsorganisationen unter dem Dach der Hilfsaktion Nachbar in Not.

Bausteine für eine Hilfe zur Selbsthilfe

Damit die Menschen in Haiti bald wieder auf eigenen Beinen stehen können, erhalten insgesamt 1.500 Familien zudem Hilfe zur Existenzsicherung: Hühner für die Viehzucht, kleine Öfen zur Essenszubereitung oder auch Saatgut für Gemüsegärten sind Bausteine für diese Hilfe zur Selbsthilfe.

Als Hoffnungsschimmer wertet Caritas-Präsident Küberl neben der Eindämmung der Cholera auch Haitis neue Regierung: "Wir haben die humanitäre Hilfe nicht nur in einem der ärmsten Länder der Welt, sondern auch in einem Staat ohne Staat begonnen. Es herrschte ein politisches und wirtschaftliches Chaos. Und dann kam noch die Cholera dazu", erinnert er an die enormen Probleme, mit denen die Menschen in Haiti und auch die HelferInnen zu kämpfen hatten. Auch, wenn Hilfsorganisationen wie die Caritas die Hilfe ausschließlich mit lokalen NGOs umsetzten, brauche es ein gewisses Zusammenspiel mit staatlichen Behörden, betont auch Wartha: "Das geht von den Baugenehmigungen bis zu Landrechtsfragen und so weiter."

Während viele Menschen in Österreich und in der ganzen Welt einen "ungeheuren Solidaritätsbeitrag" geleistet haben, befürchtet der Caritas-Präsident, dass die staatlichen Hilfszusagen wie beim Tsunami im Sand verlaufen könnten: "Damals sind viele großmundige Versprechungen rasch verpufft. Auch für das Erdbeben in Haiti ist bisher von der internationalen Staatengemeinschaft nur ein gutes Drittel der zugesagten Gelder tatsächlich überwiesen worden."

Die Hilfe der Caritas geht jedenfalls noch einige Zeit weiter, versichert Küberl: "Klar ist: Wir werden noch einige Jahre an Ort und Stelle im Einsatz sein. Schließlich geht es darum, in Haiti gemeinsam mit den betroffenen Menschen an einer besseren Zukunft zu bauen."

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