ÖH blickt auf 2011 zurück

kaum Erfreuliches für Studierende und Hochschulen

Wien (OTS) - "Ginge es nach der ÖH gäbe es ausfinanzierte Hochschulen, wirklich sozial abgesicherte Studierende, die es sich ihr Leben leisten könne, Frauen, die tatsächlich an den Hochschulen gefördert werden, soziale Durchlässigkeit durch eine Reform des Schulsystems, das nicht schon mit neun Jahren den weiteren Bildungsweg entscheidet, eine echte Orientierungsphase statt einer Knock-Out-Phase zu Beginn des Studiums sowie eine (Re-) Demokratisierung der Hochschulen", so Martin Schott vom Vorsitzteam der ÖH. "Umgesetzt wurde im Jahr 2011 davon nichts - dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ist für das Jahr 2011 daher ein schlechtes Zeugnis auszustellen."

"Die soziale Situation der Studierenden hat sich durch die Kürzungsbeschlüsse von Loipersdorf enorm verschlechtert. Ab Juli 2011 verloren knapp 30.000 Studierende ihre Familienbeihilfe, die Kosten für die Selbstversicherung verdoppelten sich und durch die Streichung der Zuschüsse zur Studierendenheimsanierung stiegen die Wohnkosten an. Aber auch die finanziellen Situation der Hochschulen spitzte sich rasant zu: Die Universitäten erklärten einen Bedarf von 300 Mio. Euro im Jahr zusätzlich - allein um den, oft nicht zufriedenstellenden, Status Quo aufrecht erhalten zu können. Im September stellte Töchterle zwar die "Hochschulmilliarde" in Aussicht - von Anfang an war aber klar, dass sich hinter diesem schönen Wort maximal eine gemogelte Drittel - Milliarde (330 Mio. auf drei Jahre) verbirgt. Mit den Verhandlungsergebnissen, die kurz vor Weihnachten präsentiert wurden, haben sich unsere Befürchtungen bewahrheitet: bei der angeblichen "Milliarde" handelt es sich um 750 Millionen, die noch dazu auf drei Jahre aufgeteilt werden", erklärt Angelika Gruber vom ÖH Vorsitzteam.

Im Herbst startete das ÖH Projekt "Forum Hochschule". "Ziel ist dabei, einen Alternativplan zum Hochschulplan von Minister Töchterle zu erarbeiten und die derzeitige hochschulpolitische Debatte, die nicht über Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen hinausgeht, zu durchbrechen. In fünf Arbeitsgruppen (soziale Absicherung, Hochschulfinanzierung, Qualität der Lehre, Hochschulorganisation und Wissenschaft und Forschung), werden gemeinsam mit ExpertInnen und Studierenden alternative Hochschulkonzepte erarbeitet", so Peter Grabuschnig, ÖH Generalsekretär.

"Im Rückblick auf 2011 wird leider sehr schnell deutlich, wie wenig Priorität Bildung in Österreich hat. Vor allem Minister Töchterle und Ministerin Fekter sind es, die durch ihre Untätigkeit und ihr fehlendes Zugeständnis zu mehr anstatt weniger Studierenden, die Hochschullandschaft und deren Weiterentwicklung gefährden. Junge Menschen werden zunehmend Steine in den ohnehin steilen und rutschigen Bildungsweg gelegt. Bildung wird Schritt für Schritt wieder zu einem elitären Privileg für Menschen mit reichen Eltern. Anstatt sich den Herausforderungen zu stellen, die in Zukunft auf uns warten, erstarrt die Regierung und verliert sich in der Diskussion um Details. Es braucht ein grundsätzliches Bekenntnis zur Ausfinanzierung der Hochschulen, sowie zur sozialen Absicherung der Studierenden", fordert Janine Wulz vom ÖH Vorsitzteam. "Es wird Zeit, dass endlich einer zukunftsfähigen Hochschulpolitik gearbeitet wird. Dazu braucht es noch einiges an Diskussionen und gemeinsamen Austausch - dazu laden wir alle Studierenden, Interessierten und MinisterInnen auch 2012 herzlich ein!"

Eine ausführlichere, bildungspolitische Analyse des Jahres 2011 finden sie unter diesem Link:
http://www.oeh.ac.at/fileadmin/user_upload/pdf/Presse/Jahresrueckblic
k_2011.pdf

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