Korun zu jungen Asylsuchenden: Innenministerium betreibt Vogel-Strauß-Politik

Mikl-Leitner soll Bundesländer in die Pflicht nehmen

Wien (OTS) - "Seit letztem Jahr sehen wir, dass immer mehr unbegleitete Jugendliche in Europa um Asyl ansuchen und diese immer jünger werden. Dieser Trend ist naturgemäß auch dem Innenministerium bekannt. Trotz der Tatsache, dass das Ressort mit seinen restriktiven Altersfeststellungen Mitverursacher dieses Trends ist, wurde von VP-Innenministerin Mikl-Leitner weder in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen, noch in den Bundesländern für eine adäquate Betreuung vorgesorgt", kritisiert Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen. "Das Ministerium und Mikl-Leitner betreiben eine verantwortungslose Vogel-Strauß-Politik."
Korun kritisiert, dass es einmal mehr den Hilfsorganisationen überlassen wird, "auf diese Entwicklungen hinzuweisen. Vielmehr wäre es aber Aufgabe des Innenministeriums als verantwortliche Oberbehörde, Kinder, die sich aus Afghanistan oder Pakistan allein nach Europa auf den Weg machen, altersgerecht unterzubringen und zu betreuen."
Die Grüne erinnert das Ministerium an seine Verpflichtung, mehr Betreuungsplätze für Kinder auf der Flucht zu schaffen. Außerdem ist das Innenressort auch dafür verantwortlich, die Jugendlichen nach dem geltenden Flüchtlingsverteilungsschlüssel ordnungsgemäß auf die Bundesländer zu verteilen. Es könne nicht sein, dass Bundesländer sich einfach weigern, jugendliche AsylwerberInnen aufzunehmen und die Inneministerin dabei zusehe.
Korun: "Mir ist diese Nachlässigkeit und Verantwortungslosigkeit, für 300 minderjährige Flüchtlinge gerademal 78 Plätze in der Erstaufnahmestelle Traiskirchen bereitzustellen, nicht erklärbar. Ich möchte die Innenministerin daran erinnern, dass laut UN-Kinderrechtskonvention Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu unterstützen sind. Dazu reicht es nicht, minderjährigen Asylsuchende nur ein Dach über dem Kopf zuzuweisen: Sie müssen altersgerecht untergebracht und betreut werden, sie brauchen Schulbesuch wie auch Unterstützung beim Deutschlernen."
Die Grüne weist darauf hin, dass unbegleitete minderjährige Flüchtlinge eine besonders verletzbare Gruppe darstellen, die nicht wie Verschubware zwischen Innenministerium und Ländern hin und hergeschoben werden darf. Korun: "Ich erwarte mir hier von Innenministerin Mikl-Leitner mehr Umsicht und Tatkraft."

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