Schultes: Hohe Heizölnachfrage erzeugt hohe Dieselpreise

ÖVP-Umweltsprecher: Heizöl muss schrittweise und konsequent aus den Kellern verschwinden und durch erneuerbare Energie ersetzt werden

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Heizöl und Diesel sind chemisch nahezu ident, der wesentlichste Unterschied liegt in der Farbe. Aus Rohöl fällt bei der Treibstoffproduktion in der Raffinerie Heizöl/Diesel bzw. Benzin in einem bestimmten Verhältnis an. Das bedeutet, dass sich bei einer erhöhten Nachfrage nach Heizöl ein Benzinüberschuss und ein Dieselmangel ergeben. Dies wiederum wirkt sich paradoxerweise auf die Marktpreise insofern aus, dass der Dieselpreis derzeit über dem Benzinpreis liegt", erläutert heute, Freitag, ÖVP-Umweltsprecher Ing. Hermann Schultes.

In der Praxis liegt der Ankaufspreis von größeren Mengen Diesel immer wieder über dem Tankstellenpreis. Die Mineralölwirtschaft mache sich hierbei mehr als ein Körberlgeld auf Kosten der Autofahrer und jener Menschen, die auf Heizöl angewiesen sind, so Schultes. "Der steuerbereinigte Preisvergleich zwischen Heizöl und Diesel, wenn in vergleichbarer Menge eingekauft wird, ergibt, dass man für einen Liter Heizöl sogar einige Cent mehr hinblättern muss. Auch deswegen muss hochwertiges Heizöl aus den Kellern der Häuser schnellstmöglich verbannt und durch erneuerbare Energieträger ersetzt werden."

"IWO -Brennwerteffekt" von neuen Ölbrennwertgeräten bringt kaum Einsparungspotential

"Die höchst bedenkliche Ölkesseltauschförderaktion, welche die Mineralölindustrie anbietet, bewirkt, dass immer noch Haushalte neu in die Heizölfalle gedrängt werden", so der ÖVP-Umweltsprecher. Dabei sei es sinnvoll, möglichst rasch vom "Heizen mit Öl" herauszukommen. Die Vorteile der Biomassebrennstoffe und Förderaktionen von Bund und Ländern würden bewirken, dass die Anzahl von Biomasseheizkesseln und Fernwärmeanschlüssen ständig steigt. Lockangebote mit falschen Versprechungen der Mineralölindustrie würden aber noch immer Kunden dazu verleiten, an einem Ölheizsystem festzuhalten, das seine Zukunft schon verspielt hat. Die Abhängigkeit vieler Konsumenten von umweltschädlichem und gefährlich preisinstabilem Heizöl werde dadurch auf Jahre und Jahrzehnte einzementiert.

Angesichts der kürzlich erfolgten Namensänderung des IWO (Institut für Wärme und Öltechnik) sollte das Institut auch irreführende und unrichtige Behauptungen, nämlich dass der Umstieg auf "moderne Ölbrennwerttechnik" bis zu 40 Prozent Heizkostenersparnis bringt, in der Vergangenheit belassen. Wenn man diese Behauptung analysiert, ergibt sich die meiste Einsparung aufgrund der verbesserten Dämmmaßnahmen am Gebäude, die - unabhängig davon, ob mit Öl, Biomasse, Fernwärme oder anderen Quellen geheizt wird, - in jedem Fall wirksam werden. Faktum ist, dass nur ein sehr geringer Anteil (im günstigsten Fall wenige Prozent) der beworbenen Einsparungen durch den rein rechnerischen "Brennwerteffekt" erzielbar sind, meint Schultes.

ARBÖ und Arbeiterkammer sehen tatenlos zu, wie die Mineralölwirtschaft Diesel- und Heizölknappheit für die eigene Gewinnmaximierung nutzt

"Es überrascht auch, dass der ARBÖ bzw. die Arbeiterkammer (AK) hier nicht auf die Barrikaden steigen. Offenbar kratzt es beide Interessensvertretungen nicht, dass die erhöhte Nachfrage nach Diesel und Heizöl beide Preise in die Höhe treibt. Warum hier die AK die Stimme nicht für die heizkostengeplagten Menschen erhebt und gleichzeitig offensichtlich die Mineralölindustrie schützt, ist mir ein Rätsel. Eine Preisberichterstattung wäre hier mehr als angebracht", so Schultes weiter

Im Bereich der Raumwärme rasch und konsequent aus dem Heizöl auszusteigen sei das Gebot der Stunde. Wärme aus Biomasse könne problemlos als umweltfreundliche, kostengünstige, heimische und unabhängigere Energiequelle das problematische Heizöl sofort ersetzen. "Heizöl ist Vergangenheit. Biomasse bedeutet Wertschöpfung in Österreich und Arbeitsplätze für Menschen in Österreich", schloss Schultes.
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