• 16.12.2011, 08:25:47
  • /
  • OTS0010 OTW0010

Tierschutzblockade der Salzburger Landwirtschaftskammer um 22 Uhr aufgelöst

Nach 11 1/2 Stunden friedlicher Besetzung ziehen sich die TierschützerInnen zurück - Forderung nach Beteiligung an der Debatte ums Schweine-Kastenstandverbot aufrecht

Wien (OTS) - Genau 11 1/2 Stunden nach Beginn der gestrigen
Besetzungsaktion der Landwirtschaftskammer in Salzburg zogen sich die
TierschützerInnen freiwillig zurück. ÖVP-Tierschutzsprecher und
Kammerpräsident Eßl hatte jedes vernünftige Gespräch verweigert, die
Kammer war auch nicht bereit, ÖVP-Landwirtschaftsminister Berlakovich
per Fax aufzufordern, den Tierschutz an den Verhandlungen zwischen
Berlakovich, der Schweineindustrie und Tierschutzminister Stöger
teilnehmen zu lassen. Bezeichnend für die Position der ÖVP: die
TierschützerInnen, die Eßls Büro besetzten, fanden dort einen Ordner
mit dem Titel "Tierschutz" - allerdings vollständig leer. VGT-Obmann
DDr. Martin Balluch dazu: "Das ist die ÖVP-Tierschutzpolitik, ein
leerer Aktenordner. Zu Tierschutz hat die ÖVP leider überhaupt nichts
zu sagen, außer, dass die BetreiberInnen von Schweinefabriken die
allerbesten TierschützerInnen wären und niemand ihnen dreinreden
solle. Das ist vielleicht der Stil von Ständestaat und
Austrofaschismus, nicht aber einer Demokratie. An den Verhandlungen
über die Zukunft der Schweinehaltung muss der Tierschutz
gleichberechtigt beteiligt werden, auch die Interessen der Schweine
müssen in der Frage ihrer Arbeitsbedingungen berücksichtigt sein."

Gestern um 22 Uhr lösten die TierschützerInnen ihre friedliche
Besetzungsaktion auf. Die Polizei zeigte sich fair und ließ die
AktivistInnen ziehen. Der VGT-Obmann zur Situation: "Der Tierschutz
in Österreich ist in Aufruhr. Es kann nicht angehen, dass man ein
derartig großes Segment der Bevölkerung - wesentlich größer als die
Beteiligten an der Schweineindustrie - einfach aus Verhandlungen
ausschließt und ihr den Lobbyismus-Standpunkt einer Industriesparte
diktieren will. Die Besetzungsaktionen in Wien, St. Pölten,
Innsbruck, Linz, Graz und jetzt auch Salzburg der letzten 2 Wochen
haben gezeigt, dass in ganz Österreich größte Unzufriedenheit mit dem
Vorgehen der ÖVP in der Kastenstandfrage herrscht. Der idealistische
Einsatz der AktivistInnen ist bewundernswert. Während sich die
VertreterInnen der Schweineindustrie ausschließlich für ihren eigenen
Profit einsetzen, kämpfen die TierschützerInnen selbstlos für die
Schwächsten in der Gesellschaft, die Nutztiere. Und sogar der
NÖ-Landeshauptmann Pröll hat kürzlich bei der Eröffnung des neuen
Schimpansengeheges in Gänserndorf festgestellt - und dabei Gandhi
zitiert - dass die Qualität einer Gesellschaft sich daran messe, wie
sie mit ihren schwächsten Gliedern, den Tieren, umgeht. Die
TierschützerInnen sind also anerkannter Maßen jene, die gegen den
Widerstand der ÖVP die Qualität unserer Gesellschaft erhalten und
auszubauen versuchen."

Rückfragehinweis:
DDr. Martin Balluch, 01-9291498

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VGT

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel