- 15.12.2011, 10:51:41
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Kinderpsychiatrie: Medikamentenverbrauch steigt
Ärztekammer: Fachärztliche Versorgung weiter ausbauen - Zahl medikamentös behandelter Kinder wird weiter steigen
Wien (OTS) - Positiv reagierte die Österreichische Ärztekammer
(ÖÄK) auf den langsamen, aber stetigen Ausbau der Versorgung im
Bereich Kinder- und Jugendpsychiatrie: Nach der
niederösterreichischen Gebietskrankenkasse, der Sozialversicherung
der gewerblichen Wirtschaft (SVA) und der Versicherungsanstalt für
Eisenbahn und Bergbau (VAEB) stehe nun auch bei der
Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter (BVA) ein Abschluss der
Verhandlungen bevor. Dies teilte der Obmann der Bundeskurie
Niedergelassene Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident, Günther Wawrowsky,
Donnerstag in einer Aussendung mit. Nach Berechnungen der ÖÄK liege
der österreichweite Bedarf an Kassenstellen bei ca. 100, jedes zehnte
Kind bräuchte aber psychiatrische Unterstützung. "Diese Zahlen
zeigen, dass noch viel zu tun bleibt", so Wawrowsky.
Die jüngst dargestellte Entwicklung der steigenden Zahl von Kindern
und Jugendlichen, die Psychopharmaka einnehmen, deute auf einen hohen
Behandlungsbedarf hin, ergänzte Charlotte Hartl, Obfrau der
Fachgruppe Kinder- und Jugendpsychiatrie in der ÖÄK. "Bei manchen
Krankheitsbildern ist eine Medikation dringend erforderlich. Bis
jetzt wurden diese aber kaum fachärztlich durchgeführt, sondern
beispielsweise notgedrungen vom Hausarzt verschrieben", so Hartl. Es
sei naheliegend, dass bei besser werdender fachärztlicher Versorgung
auch die Zahl der medikamentös behandelten Kinder weiter steigen
werde. Hartl: "Das hat dann allerdings nichts mit einer
Überversorgung zu tun, sondern mit einer Kompensation des bisherigen
Versorgungsdefizits." Bei manchen Patienten sei zusätzlich eine
Psychotherapie erforderlich, in jedem Fall sei aber das gelindeste
Mittel anzuwenden, um den jungen Patienten zu helfen, betonte die
Expertin.
Hartl abschließend: "Indikationsstellungen für unterschiedliche
Behandlungserfordernisse sollten tunlichst nicht Gegenstand einer
öffentlichen Diskussion sein. Unsere Patienten werden dadurch nur
weiter stigmatisiert, was nicht Ziel der Verantwortungsträger sein
kann." (sl)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]
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