• 11.12.2011, 11:16:24
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WWF: COP17 macht weltweites Zwei-Grad-Ziel zu Makulatur

Klimakonferenz mit schwachem Ergebnis

Durban/Wien (OTS) - Nach mehr als zweiwöchigen Verhandlungen
endete heute früh in Südafrika der Klimagipfel mit einem sehr mageren
Ergebnis. "Die Welt verdient einen besseren Deal als den lauwarmen
Klimakompromiss von Durban", so Regine Günther, Leiterin des
Klimabereichs des WWF Deutschland. "Länder wie die USA und Kanada
streuten immer wieder Sand ins Getriebe. Es wurde die Chance
verpasst, einen starken Fahrplan zu verabschieden, der den globalen
Temperaturanstieg unter zwei Grad Celsius begrenzen könnte", so das
ernüchternde Fazit des WWF. "Millionen Menschen werden mit diesem
Ergebnis den kommenden Klimakatastrophen ausgeliefert. Die
Regierungen der Welt haben versagt", sagte die Leiterin des
internationalen WWF-Klimaprogramms, Samantha Smith. "Unser Planet
steuert nun auf eine Vier-Grad-plus-Welt zu mit allen Katastrophen,
die damit verbunden sein werden", warnt der österreichische
WWF-Sprecher Franko Petri in Durban. Der WWF wird sich weiterhin für
ein rechtsverbindliches Klimaabkommen, klare Reduktionsziele von
Treibhausgasen und die Finanzierung des Klimaschutzes einsetzen.

Hinter der glänzenden Fassade einer neuen Vereinbarung verbergen sich
kaum belastbare Inhalte. Die Beschlüsse sind reine Formelkompromisse.
Es klafft nach wie vor ein immenser Abgrund zwischen den dringend
notwendigen Maßnahmen und dem politischen Willen. Bei den Beschlüssen
zur zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls blieb offen,
wie die zahlreichen Schlupflöcher geschlossen werden sollen und
welche Laufzeit diese Periode haben wird.

Es blieb unklar, wie die Rechtsverbindlichkeit eines zukünftigen
Abkommens aussehen wird. Das dringend notwendige Monitoring und
Anrechnungsregeln fehlen fast vollständig "Das Ergebnis ist eine
Ansammlung von Unverbindlichkeiten", so Regine Günther vom WWF.

Beim Verhandlungsmarathon in Durban war zudem eine Reihe von
wichtigen neuen Regelungen auf dem Programm. Im Vordergrund stand vor
allem der so genannte Grüne Klimafonds. Die Delegierten einigten sich
immerhin auf einige Spielregeln des Fonds. Woher die angestrebten 100
Milliarden US-Dollar pro Jahr bis 2020 kommen sollen, ist nach wie
vor unklar. Die Entscheidung, ob hierzu Schiffs- und Flugverkehr mit
einer Abgabe belegt werden sollen oder eine Finanztransaktionssteuer
eingeführt wird, wurde nicht getroffen.

Auch die Abmachungen zu REDD+, einem Instrument, mit dem die
Emissionen aus der Waldzerstörung verringert werden sollen, bewegten
sich nur im Schneckentempo. Der WWF befürchtet, dass die weiterhin
bestehenden Unklarheiten sowohl technischer als auch finanzieller Art
das Risiko bergen, dass sowohl Geber- als auch Waldländer die
Motivation verlieren, dieses Instrument zu unterstützen.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. +43-676-83488231 (bis heute 14 Uhr vor Ort in Durban), Handynummer in Südafrika: 076-5918317; EMail: [email protected]; Blog aus Durban auf www.wwf.at; Skype: frankopetri; Facebook: www.facebook.com/WWFOesterreich; Twitter: www.twitter.com/wwfaustria; #wwf, #wwf_media; Youtube: www.youtube.com/wwfaut. Weitere Informationen auf www.panda.org/cop17.

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