• 10.12.2011, 12:34:18
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Klimakonferenz in Durban: Waldschutz auf Abstellgleis

Finanzierung ist noch völlig unklar

Durban (OTS) - Das Waldschutzinstrument REDD+ (Reduktion von
Emissionen aus der Entwaldung), das die Finanzierung von
Waldschutzmaßnahmen gewährleisten soll, drohte gestern Nacht auf der
Klimakonferenz in Durban komplett abzustürzen. REDD+ wurde bereits in
Cancun beschlossen, Die wenigen Lichtblicke hier in Durban beim
Waldschutz waren nur kleine Fortschritte in technischen Fragen. Das
Instrument REDD+ wurde zwar angenommen, aber die Finanzierung ist
noch völlig ungeklärt, so der WWF. Abgesehen davon hat die Konferenz
in Finanzierungsfragen versagt. Leider ist eine ausreichende
Finanzierung des Waldschutzinstruments REDD+ noch in weiter Ferne.
Immerhin wurde aber ein Prozess entschieden, der die verschiedensten
Finanzierungsmöglichkeiten analysieren soll. Das gilt sowohl für
öffentliche als auch private Mittel. "REDD+ hat in Durban zwar
überlebt. Wenn wir aber beim Waldschutz mit demselben Schneckentempo
weitermachen und das Thema aufs Abstellgleis schieben, werden
weiterhin 30 Fußballfelder Wald pro Minute für immer verloren gehen",
warnt der Waldexperte des WWF International, Gerald Steindlegger,
heute Mittag in Durban.

Negativ beurteilt der WWF auch, dass kein konkreter Fortschritt
bezüglich Finanzierungsquellen definiert wurde. Das gilt sowohl für
öffentliche als auch private Gelder. Es gibt keine Richtlinien für
potenzielle Investoren. Es bleibt nach wie vor unklar ob und wie sich
die Industrieländer Emissionsrechte aus dem Waldschutz in
Entwicklungsländern anrechnen lassen können. Der WWF hat dazu eine
ganz klare Position: REDD+ darf kein weiteres Schlupfloch werden.
Ohne ausreichende Reduzierung der Treibhausgase im eigenen Land -
mindestens 40 Prozent bis 2020 - soll es Industrieländern nicht
möglich sein dürfen diesen Waldschutzmechanismus ("Offsetting") in
Anspruch zu nehmen. Positiv ist für den WWF, dass die kommende
Finanzierung von REDD mit dem Schutz der Artenvielfalt und der
Einhaltung der Rechte der lokalen und indigenen Bevölkerung gekoppelt
werden soll.

Der WWF hat zu Beginn der Verhandlungen in Durban den "Living Forest
Report vorgestellt". Die Emissionen aus der Waldzerstörung machen
demnach bis zu 20 Prozent aller CO2 Emissionen aus. Die Studie zeigt
auch ganz klar, dass es bis zum Jahr 2020 möglich ist die Entwaldung
weltweit zu stoppen und gleichzeitig Nahrung, Wasser und Energie für
die Weltbevölkerung zur Verfügung zu stellen. "Dazu braucht es nur
zwei Dinge um dieses Ziel zu erreichen - den politischen Willen und
eine ausreichende Finanzierung", sagte Steindlegger. Die
Verhandlungen auf der COP 17 in Durban sollen heute Abend mit einem
Tag Verspätung zu Ende gehen. Bis zum Ende der Konferenz können die
bisherigen Entscheidungen zum Waldschutz von den Regierungen
jederzeit wieder geändert werden.

Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. +43-676-83488231 (vor Ort in Durban), Handynummer in Südafrika: 076-5918317; EMail: [email protected]; Blog aus Durban auf www.wwf.at; Skype: frankopetri; Facebook: www.facebook.com/WWFOesterreich; Twitter: www.twitter.com/wwfaustria; #wwf, #wwf_media; Youtube: www.youtube.com/wwfaut. Weitere Informationen auf www.panda.org/cop17.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WWF

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