- 09.12.2011, 11:16:05
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Mit der Kettensäge gegen Jaguar und Anaconda
Waldgesetz Brasilien: Reform ist hohes Risiko für seltene Tierarten
Durban/Wien (OTS) - Die anstehende Aufweichung des brasilianischen
Waldgesetzes bedroht laut WWF viele seltene Tierarten im
brasilianischen Amazonasgebiet, darunter auch bis vor wenigen Jahren
gänzlich unbekannte Spezies. "Wir machen uns ernsthaft Sorgen um so
faszinierende Arten wie Jaguar, Riesenotter, Anaconda, Harpyie-Adler,
Riesengürteltier und Spinnenaffe", sagt WWF Amazonas-Referent Roberto
Maldonado. "Wenn das neue Gesetz kommt, bedeutet dies den Verlust von
76,5 Millionen Hektar Regenwald. Auf dieser Fläche, die so groß ist
wie Deutschland, Österreich und Italien zusammen, stünden dann nur
noch Rinder und Monokulturen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass
sich dort auch nur ein Brüllaffe oder Tukan wohl fühlen wird."
Das Amazonas-Gebiet gilt als Schatzkammer des Lebens. Allein zwischen
1999 und 2009 wurden dort 1.200 neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt
- im Schnitt alle drei Tage eine neue Art. Im August hatte die
Entdeckung einer WWF-Expedition für Aufsehen gesorgt, bei der die
Forscher eine neue Affenart im brasilianischen Bundesstaat Mato
Grosso aufgespürt hatten.
Mit solch großartigen Neuigkeiten könnte es bald vorbei sein,
befürchtet WWF-Experte Maldonado. Denn die geplante Lockerung des
Waldgesetzes bedeutet die Zerstörung riesiger Waldflächen. Geplant
sind schwächere Rodungsauflagen für Grundbesitzer und eine Amnestie
für zurückliegende illegale Abholzungen. Das Gesetz soll vor allem
dem Wirtschaftswachstum dienen, insbesondere Rinderzucht und
Soja-Anbau. "Das ist ein Geschenk an die Agroindustrie, die
kurzsichtig nur an das nächste Geschäftsjahr denkt, nicht aber an die
wirtschaftlichen und sozialen Folgen des Kahlschlags", so der
WWF-Referent.
Der WWF appelliert an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff,
das Gesetz in dessen aktuellen Fassung nicht zu unterzeichnen. Unter
www.emergencycallbrasilien.de sammelt der WWF Protest-Mails aus aller
Welt an die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. +43-676-83488231 (vor Ort in Durban), Handynummer in Südafrika: 076-5918317; EMail: [email protected]; Blog aus Durban auf www.wwf.at; Skype: frankopetri; Facebook: www.facebook.com/WWFOesterreich; Twitter: www.twitter.com/wwfaustria; #wwf, #wwf_media; Youtube: www.youtube.com/wwfaut. Weitere Informationen auf www.panda.org/cop17.
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