• 07.12.2011, 13:38:47
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SOS-Kinderdorf-Nothilfe in Ostafrika: Hilfsappell von Helmut Kutin und Lokalaugenschein in Mogadischu

Kinder und Mütter in Sicherheit. SOS-Hilfsteams leisten unter schwierigsten Bedingungen beeindruckende Arbeit.

Im Flüchtlingscamp Badbado hat SOS-Kinderdorf neben der SOS-Feldklinikein auch einj "child friendly space" eingerichtet, wo Kinder altersgerecht betreut werden und wieder miteinander spielen können. In der provisorischen SOS-Klinik in Mogadischu gab es in nur sechs Tagen über 2.000 Neuaufnahmen von Kindern und 700 schwangeren Frauen.

Mogadischu/Innsbruck (OTS) - Die Tirolerin Monika Psenner
koordiniert für SOS-Kinderdorf International die
SOS-Nothilfeprogramme in Ostafrika und war am vergangenen Wochenende
in Mogadischu, um sich vor Ort ein Bild von der aktuellen Situation
zu machen. Die Sicherheitslage in der somalischen Hauptstadt ist nach
wie vor prekär. Das SOS-Kinderdorf und die SOS-Klinik mussten bereits
vor Wochen evakuiert werden, als sie bei Kämpfen zwischen Al Shaabab
Verbänden und Regierungstruppen zwischen die Fronten geraten waren.

Monika Psenner besuchte die SOS-Kinderdorf-Mütter und Kinder, die
in einem anderen Teil der Stadt in angemieteten Räumen untergebracht
sind. "Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut. Die Frauen sind
großartig und sehr mutig!" so Psenner. "Plötzliche Evakuierungen sind
für sie Teil des Alltags, Pläne und nächste Schritte für den
Ernstfall werden immer gemeinsam von und mit ihnen entschieden. Und
sie schauen trotz aller Probleme zuversichtlich in die Zukunft - und
hoffen, bald wieder ins SOS-Kinderdorf zurückzukehren. Die
Evakuierung bleibt aber vorerst aufrecht: SOS-Kinderdorf und
SOS-Klinik liegen noch immer direkt im umkämpften Teil der Stadt.

2.189 Kinder und 707 schwangere Frauen in nur sechs Tagen neu
aufgenommen

Schwerpunkt der SOS-Nothilfe sind aktuell die provisorische
Krankenstation (knapp einen Kilometer von der SOS-Klinik entfernt)
und die SOS-Feldklinik im Flüchtlingscamp Badbado (10 km entfernt).
"Unsere SOS-MitarbeiterInnen geben dort ihr Letztes, um Leben zu
retten und Überleben zu sichern!" betont Psenner. "Allein vom 26.11
bis 2.12. (in sechs Tagen), gab es in der provisorischen
Krankenstation 1.677 Neuaufnahmen von Kindern unter fünf Jahren und
712 über fünf Jahren, es wurden 95 schwer unterernährte Kinder
behandelt und 707 schwangere Frauen aufgenommen", schildert Psenner.
"Und in der SOS-Klinik im Flüchtlingscamp Badbado versorgt das
SOS-Team täglich rund 250 Patienten, vor allem unternährte Kinder und
Mütter mit Kindern".

"Child friendly space" für 362 Kinder im Flüchtlingscamp Badbado

Am Eingang des Flüchtlinscamps hat SOS-Kinderdorf einen "child
friendly space" eingerichtet, ein großes Zelt, wo Kinder in sicherer
und kindgerechter Atmosphäre betreut werden und miteinander spielen
können. "Wir wollen den Kindern wieder einen normalen Alltag bieten,
wo sie wieder Kind sein dürfen" sagt Psenner. "Diese Momente waren
etwas vom Schönsten, das ich vom Besuch mitnehmen konnte, hier Kinder
wieder fröhlich lachen und spielen zu sehen!"

In Mogadischu selbst ist laut Monika Psenner das Ausmaß der
Zerstörung unbeschreiblich. Teile der Stadt sind völlig zerstört,
alle Häuser zerschossen, zerbombt und von Granateneinschlägen
zerlöchert. Insgesamt ist die Lage in Zentral und Südsomalia sehr
unberechenbar und dynamisch. Das stellt auch Hilfsorganisationen vor
große Herausforderungen und erfordert hohe Fexibilität im täglichen
Handeln und Planen. Die heimischen MitarbeiterInnen von
SOS-Kinderdorf können hier auf mehr als drei Jahrzehnte Erfahrung
zurückgreifen.

Hilfsappell von SOS-Kinderdorf-Präsident Helmut Kutin

Angesichts der nach wie vor großen Not vieler Kinder und Familien
in der Katastrophenregion bittet Helmut Kutin die Menschen in
Österreich um eine Weihnachtsspende für Ostafrika und appelliert auch
an die Medien: "Ich erlebe es bei Katastrophen immer wieder: Wenn die
mediale Aufmerksamkeit zurückgeht, gehen auch die Spenden zurück. Und
das wiederum gefährdet langfristige Hilfsprojekte". Es geht nicht
darum, Mitleid zu erzeugen, sondern zu informieren, dass immer noch
viele Menschen unter unvorstellbaren Umständen leben - und leider
auch sterben. Es soll aber auch gezeigt werden, dass Hilfe ankommt
und Leben rettet", sagt Kutin. "Die Menschen sollen auch positive
Beispiele sehen, was Hilfe aus Österreich vor Ort bewirkt und
verändert!"

Die SOS-Nothilfe in Ostafrika hat seit Juli 70.000 Menschen
erreicht. In Marsabit/Kenja werden 3.000 Schüler in Schulen täglich
verköstigt, 2.000 Familien mittels Lebensmittelkarten versorgt und es
wurden 50.000 Liter Trinkwasser pro Woche verteilt. In Gode/Äthiopien
gibt es Nahrung, Wasser und medizinische Betreuung für 2.000
Familien. In und um Mogadischu/Somalia wurden in den letzten Monaten
etwa 8.000 Familien in Flüchtlingscamps versorgt. In den beiden
bestehenden SOS-Feldkliniken werden derzeit mehrere Tausend Patienten
medizinisch betreut.

Spenden: PSK 1.566.000 (BLZ 60.000) "Ostafrika" oder online
www.sos-kinderdorf.at

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM / Originalbild-Service
sowie im OTS-Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:
Viktor Trager, SOS-Kinderdorf/Presse (Ibk)
Tel. 0676/88144201, E-Mail: [email protected]
Tina Vermeer, SOS-Kinderdorf/Presse (Wien)
Tel. 0676/88144486, E-Mail: [email protected]

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