Kärntner Vorzeigeprojekt "Lehre mit Matura" evaluiert

Lehrlingsreferent Scheuch: Fortsetzung und Finanzierung für die nächsten Jahre gesichert

Klagenfurt (OTS/LPD) - Ein heute, Donnerstag, im Rahmen einer Pressekonferenz vorgestellter Evaluierungsbericht stellt der "Lehre mit Matura" ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. "Die duale Ausbildung der Lehre mit Matura wird sowohl von Lehrlingen als auch von Betrieben sehr gut angenommen. Sie führt zu hochmotivierten, höherqualifizierten Fachkräften, von denen vier Fünftel erneut die Ausbildungsschiene wieder wählen würden", erklärte Studienverfasserin, Univ. Doz. Gabriele Khan, die für Forschung und Entwicklung zuständige Vizerektorin an der Pädagogischen Hochschule Kärnten. Auch für Lehrlingsreferenten LHStv. Uwe Scheuch handelt es sich um eines der ganz großen Vorzeigeprojekte Kärntens.

"Wir haben die Lehre mit Matura flächendeckend umgesetzt. Dadurch konnte einerseits der Lehrlingsschwund eingebremst werden und andererseits wurden besser qualifizierte Lehrlinge für den Wirtschaftsstandort Kärnten gewonnen. Die Fortführung dieses Projekts ist für mich klar, und auch die Finanzierung für die nächsten Jahre steht bereits", teilte Scheuch mit. Er verwies auch auf die steigenden Teilnehmerzahlen. Im Jahr 2008 hatten wir 583 Teilnehmer in diesem Ausbildungsmodell, 2011 hingegen schon 974. Der große Vorteil der Ausbildungsschiene sei, dass man sowohl die Matura und damit die Studienberechtigung als auch den Lehrabschluss habe.

Der amtsführende Präsident des Kärntner Landesschulrates Walter Ebner betont die Bedeutung der Vernetzung im Rahmen der Lehre mit Matura. "Auffallend ist, dass 71 Prozent der Teilnehmer aus einer mittleren oder höheren Schule mit einem positiven Jahresabschluss in diese Ausbildungsform wechseln. An der Umsetzung sind Lehrkräfte von AHS, BHS und vor allem die Fachberufsschulen beteiligt. Man sieht also sowohl bei den Lernenden als auch den Lehrenden eine ausgezeichnete Durchmischung. Im Bundesländervergleich hat Kärnten insoweit eine Ausnahmestellung", stellte Ebner fest.

Auch Herbert Torta, Landesschulinspektor für den Pflichtschulbereich, steht dem Projekt positiv gegenüber. "Da die Berufsentscheidung schon im Vorfeld fällt, sind die Teilnehmer hochmotiviert". Bester Beweis dafür seien die niedrige Durchfallsrate bei den Reifeprüfungen (13 Prozent) und die noch niedrigere Dropout-Rate (10 Prozent).

Die duale Ausbildung werde auch von den Betrieben sehr geschätzt, weil es eine Investition in die Zukunft ihres Unternehmens sei, obwohl es durch die Vorbereitung in Summe zu rund 30 Tagen Arbeitsentfall komme. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems Richtung Uni, die finanzielle Absicherung während und die guten Berufschancen nach Ende der Ausbildung sind für Torta die wichtigsten Eckpfeiler der "Lehre mit Matura".

Mehr Chancen am Arbeitsmarkt und eine höhere Arbeitsplatzsicherheit seien laut Studienverfasserin Khan die wichtigsten Motive pro Lehre mit Matura. "Trotz der großen Anforderungen und der Mehrfachbelastung aus Berufschule, Lehre mit Matura und dem Privatleben würden 80 Prozent diesen Weg wieder gehen, viele davon würden sich sogar noch mehr Förderunterricht wünschen. Die Verbindung von praktischer Arbeit und Lernen ist ein weiteres wichtiges Kriterium. Und von der Möglichkeit einer universitären Ausbildung wollen 18 Prozent in Vollzeit und 1/3 in Teilzeit Gebrauch machen", zitierte Khan aus der Studie. Als Grundlage der Evaluierung wurde der aktuelle Abgängerjahrgang von Anfang an betreut und ebenso Unternehmen und auch Abbrecher regelmäßig befragt.

Laut Statistik wird die "Lehre mit Matura" quer durch alle Branchen und Betriebsgrößen angenommen. Neben vielen privatwirtschaftlichen Unternehmen bildet auch das Amt der Kärntner Landesregierung 12 Lehrlinge aus.
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