- 01.12.2011, 14:43:48
- /
- OTS0291 OTW0291
Kärntner Vorzeigeprojekt "Lehre mit Matura" evaluiert
Lehrlingsreferent Scheuch: Fortsetzung und Finanzierung für die nächsten Jahre gesichert
Klagenfurt (OTS/LPD) - Ein heute, Donnerstag, im Rahmen einer
Pressekonferenz vorgestellter Evaluierungsbericht stellt der "Lehre
mit Matura" ein ausgezeichnetes Zeugnis aus. "Die duale Ausbildung
der Lehre mit Matura wird sowohl von Lehrlingen als auch von
Betrieben sehr gut angenommen. Sie führt zu hochmotivierten,
höherqualifizierten Fachkräften, von denen vier Fünftel erneut die
Ausbildungsschiene wieder wählen würden", erklärte
Studienverfasserin, Univ. Doz. Gabriele Khan, die für Forschung und
Entwicklung zuständige Vizerektorin an der Pädagogischen Hochschule
Kärnten. Auch für Lehrlingsreferenten LHStv. Uwe Scheuch handelt es
sich um eines der ganz großen Vorzeigeprojekte Kärntens.
"Wir haben die Lehre mit Matura flächendeckend umgesetzt. Dadurch
konnte einerseits der Lehrlingsschwund eingebremst werden und
andererseits wurden besser qualifizierte Lehrlinge für den
Wirtschaftsstandort Kärnten gewonnen. Die Fortführung dieses Projekts
ist für mich klar, und auch die Finanzierung für die nächsten Jahre
steht bereits", teilte Scheuch mit. Er verwies auch auf die
steigenden Teilnehmerzahlen. Im Jahr 2008 hatten wir 583 Teilnehmer
in diesem Ausbildungsmodell, 2011 hingegen schon 974. Der große
Vorteil der Ausbildungsschiene sei, dass man sowohl die Matura und
damit die Studienberechtigung als auch den Lehrabschluss habe.
Der amtsführende Präsident des Kärntner Landesschulrates Walter
Ebner betont die Bedeutung der Vernetzung im Rahmen der Lehre mit
Matura. "Auffallend ist, dass 71 Prozent der Teilnehmer aus einer
mittleren oder höheren Schule mit einem positiven Jahresabschluss in
diese Ausbildungsform wechseln. An der Umsetzung sind Lehrkräfte von
AHS, BHS und vor allem die Fachberufsschulen beteiligt. Man sieht
also sowohl bei den Lernenden als auch den Lehrenden eine
ausgezeichnete Durchmischung. Im Bundesländervergleich hat Kärnten
insoweit eine Ausnahmestellung", stellte Ebner fest.
Auch Herbert Torta, Landesschulinspektor für den
Pflichtschulbereich, steht dem Projekt positiv gegenüber. "Da die
Berufsentscheidung schon im Vorfeld fällt, sind die Teilnehmer
hochmotiviert". Bester Beweis dafür seien die niedrige Durchfallsrate
bei den Reifeprüfungen (13 Prozent) und die noch niedrigere
Dropout-Rate (10 Prozent).
Die duale Ausbildung werde auch von den Betrieben sehr geschätzt,
weil es eine Investition in die Zukunft ihres Unternehmens sei,
obwohl es durch die Vorbereitung in Summe zu rund 30 Tagen
Arbeitsentfall komme. Die Durchlässigkeit des Bildungssystems
Richtung Uni, die finanzielle Absicherung während und die guten
Berufschancen nach Ende der Ausbildung sind für Torta die wichtigsten
Eckpfeiler der "Lehre mit Matura".
Mehr Chancen am Arbeitsmarkt und eine höhere
Arbeitsplatzsicherheit seien laut Studienverfasserin Khan die
wichtigsten Motive pro Lehre mit Matura. "Trotz der großen
Anforderungen und der Mehrfachbelastung aus Berufschule, Lehre mit
Matura und dem Privatleben würden 80 Prozent diesen Weg wieder gehen,
viele davon würden sich sogar noch mehr Förderunterricht wünschen.
Die Verbindung von praktischer Arbeit und Lernen ist ein weiteres
wichtiges Kriterium. Und von der Möglichkeit einer universitären
Ausbildung wollen 18 Prozent in Vollzeit und 1/3 in Teilzeit Gebrauch
machen", zitierte Khan aus der Studie. Als Grundlage der Evaluierung
wurde der aktuelle Abgängerjahrgang von Anfang an betreut und ebenso
Unternehmen und auch Abbrecher regelmäßig befragt.
Laut Statistik wird die "Lehre mit Matura" quer durch alle
Branchen und Betriebsgrößen angenommen. Neben vielen
privatwirtschaftlichen Unternehmen bildet auch das Amt der Kärntner
Landesregierung 12 Lehrlinge aus.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Kärntner Landesregierung, Landespressedienst
Tel.: 05- 0536-10201
http://www.ktn.gv.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NKL






