- 01.12.2011, 11:36:09
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Ärztekammer 2: Neue Ansätze bei Behandlung zerebraler Aneurysmen
Weitere Arbeiten zu Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation sowie Diabetes prämiert
Wien (OTS) - Erster Preisträger des diesjährigen
Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen
Sparkassen AG ist Andreas Gruber von der Wiener Universitätsklinik
für Neurochirurgie. Er beschäftigte sich in seiner Arbeit mit dem
Kriterium für eine erfolgreiche mikrochirurgische Behandlung
zerebraler Aneurysmen. Dazu gehört der anatomisch korrekte
Aneurysma-Verschluss durch Anbringung von Aneurysma-Klipsen
unterschiedlicher Form und Größe. ****
Für die intraoperative Kontrolle der Klipsetzung stehen dem
Neurochirurgen verschiedene Methoden zur Verfügung, welche
unterschiedliche technische Vor- und Nachteile aufweisen. In der
vorliegenden Studie wurden bei 104 Patienten mit insgesamt 123
Aneurysmen alle verfügbaren Methoden sequenziell eingesetzt und
hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur intraoperativen Dokumentation eines
Aneurysma-"Misclippings" untersucht. Dabei zeigte sich, dass jede
dieser Technologien neben ihren bekannten Vorteilen auch
charakteristische Schwachstellen aufwies und letztlich kein Verfahren
für sich alleine in allen 123 Aneurysmen absolut zuverlässig war.
Laut Gruber trägt diese vergleichende Analyse der
Untersuchungsergebnisse nun dazu bei, Fehlinterpretationen
intraoperativ zu vermeiden und die Sicherheit der Aneurysma-Chirurgie
weiter zu erhöhen.
Um Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation ging es in der
Arbeit von Zoya Kuzmina von der Wiener Universitätsklinik für Innere
Medizin I / Knochenmarktransplantation. Die chronische
Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD, Spender-gegen-Empfänger-Reaktion)
ist eine schwere Komplikation der allogenen hämatopoetischen
Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation und betrifft 30 bis 80
Prozent der Patienten. Sie kann verschiedenste Organe betreffen,
heterogene klinische Symptome, vergleichbar mit
Autoimmunerkrankungen, haben und mit einer schweren Immundefizienz
assoziiert sein.
Kuzmina konnte in ihren Arbeiten zeigen, dass B-Lymphozyten dabei
eine wichtige Rolle in der Pathogenese der chronischen GvHD
innehaben. So haben Patienten mit aktiver chronischer GvHD eine
signifikante Verstauchung der B-Zell-Subpopulationen.
B-Subpopulationen können somit als neue zelluläre Biomarker für
Immundefizienz und Autoimmunität fungieren.
Die dritte Preisträgerin, Jelena Todoric vom Klinischen Institut
für Labormedizin der Medizinischen Universität Wien, hat in ihrer
Arbeit bewiesen, dass bestimmte Abwehrzellen im Fettgewebe einen
positiven Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Diabetes
haben.
Übergewichtige Menschen erkranken meist dann an Diabetes, wenn
sich die Fettzellen nicht ausreichend vermehren können. Dadurch
werden die vorhandenen Fettzellen immer größer, sterben ab und locken
"Fresszellen" (Makrophagen) an, die eine chronische Entzündung im
Fett verursachen, die dann in Folge zu Leber- und Muskelverfettung
führt. Todoric fand nun heraus, dass bestimmte Abwehrzellen,
sogenannte zelltoxische T-Zellen, im Fettgewebe einen positiven
Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Diabetes haben. Sie
schütten in großen Mengen den Botenstoff Interferon gamma (IFNg) aus,
der die Vermehrung der Fettzellen fördert und damit indirekt
verhindert, dass sich die bestehenden Zellen zu sehr vergrößern. Das
sollte, so Todoric, neue Erkenntnisse in der Therapie des Diabetes
mit sich bringen. (hpp)
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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