Ärztekammer 2: Neue Ansätze bei Behandlung zerebraler Aneurysmen

Weitere Arbeiten zu Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation sowie Diabetes prämiert

Wien (OTS) - Erster Preisträger des diesjährigen Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG ist Andreas Gruber von der Wiener Universitätsklinik für Neurochirurgie. Er beschäftigte sich in seiner Arbeit mit dem Kriterium für eine erfolgreiche mikrochirurgische Behandlung zerebraler Aneurysmen. Dazu gehört der anatomisch korrekte Aneurysma-Verschluss durch Anbringung von Aneurysma-Klipsen unterschiedlicher Form und Größe. ****

Für die intraoperative Kontrolle der Klipsetzung stehen dem Neurochirurgen verschiedene Methoden zur Verfügung, welche unterschiedliche technische Vor- und Nachteile aufweisen. In der vorliegenden Studie wurden bei 104 Patienten mit insgesamt 123 Aneurysmen alle verfügbaren Methoden sequenziell eingesetzt und hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur intraoperativen Dokumentation eines Aneurysma-"Misclippings" untersucht. Dabei zeigte sich, dass jede dieser Technologien neben ihren bekannten Vorteilen auch charakteristische Schwachstellen aufwies und letztlich kein Verfahren für sich alleine in allen 123 Aneurysmen absolut zuverlässig war.

Laut Gruber trägt diese vergleichende Analyse der Untersuchungsergebnisse nun dazu bei, Fehlinterpretationen intraoperativ zu vermeiden und die Sicherheit der Aneurysma-Chirurgie weiter zu erhöhen.

Um Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation ging es in der Arbeit von Zoya Kuzmina von der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin I / Knochenmarktransplantation. Die chronische Graft-versus-Host-Erkrankung (GvHD, Spender-gegen-Empfänger-Reaktion) ist eine schwere Komplikation der allogenen hämatopoetischen Knochenmark- und Blutstammzelltransplantation und betrifft 30 bis 80 Prozent der Patienten. Sie kann verschiedenste Organe betreffen, heterogene klinische Symptome, vergleichbar mit Autoimmunerkrankungen, haben und mit einer schweren Immundefizienz assoziiert sein.

Kuzmina konnte in ihren Arbeiten zeigen, dass B-Lymphozyten dabei eine wichtige Rolle in der Pathogenese der chronischen GvHD innehaben. So haben Patienten mit aktiver chronischer GvHD eine signifikante Verstauchung der B-Zell-Subpopulationen. B-Subpopulationen können somit als neue zelluläre Biomarker für Immundefizienz und Autoimmunität fungieren.

Die dritte Preisträgerin, Jelena Todoric vom Klinischen Institut für Labormedizin der Medizinischen Universität Wien, hat in ihrer Arbeit bewiesen, dass bestimmte Abwehrzellen im Fettgewebe einen positiven Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Diabetes haben.

Übergewichtige Menschen erkranken meist dann an Diabetes, wenn sich die Fettzellen nicht ausreichend vermehren können. Dadurch werden die vorhandenen Fettzellen immer größer, sterben ab und locken "Fresszellen" (Makrophagen) an, die eine chronische Entzündung im Fett verursachen, die dann in Folge zu Leber- und Muskelverfettung führt. Todoric fand nun heraus, dass bestimmte Abwehrzellen, sogenannte zelltoxische T-Zellen, im Fettgewebe einen positiven Einfluss auf die Entstehung und den Verlauf von Diabetes haben. Sie schütten in großen Mengen den Botenstoff Interferon gamma (IFNg) aus, der die Vermehrung der Fettzellen fördert und damit indirekt verhindert, dass sich die bestehenden Zellen zu sehr vergrößern. Das sollte, so Todoric, neue Erkenntnisse in der Therapie des Diabetes mit sich bringen. (hpp)

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