- 01.12.2011, 11:33:32
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Ärztekammer und Erste Bank prämieren wissenschaftliche Arbeiten
Sechs Forscherteams in Wien mit dem Billroth-Preis der Ärztekammer sowie dem Erste-Forschungsförderungspreis ausgezeichnet
Wien (OTS) - Heute, Donnerstag, wurden sechs medizinische
Forschergruppen aus Wien mit der Verleihung des
Theodor-Billroth-Preises der Ärztekammer für Wien 2011 sowie des
Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen
Sparkassen AG 2010 für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen der
letzten Jahre belohnt. Alle sechs prämierten Arbeiten kommen aus dem
Bereich der Medizinischen Universität Wien. ****
Mit dem ersten Preis des Theodor-Billroth-Preises wurde Peter
Nagele von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und
Intensivmedizin der Wiener Universitätsklinik für Anästhesie,
Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie ausgezeichnet.
In seiner Arbeit konnte Nagele zeigen, dass es bei erwachsenen
Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand einen 20-prozentigen
Überlebensvorteil gibt, wenn Laien vor Ort ausschließlich
Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung anwenden. Bis jetzt wurde
von führenden Gremien die klassische Wiederbelebung mit
Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung empfohlen. Das muss jetzt
offensichtlich überdacht werden.
Am effektivsten ist die ausschließliche Anwendung der
Herzdruckmassage bei Patienten, die einen Herzstillstand im Rahmen
eines Herzinfarkts erlitten haben.
Zweiter Preisträger des Theodor-Billroth-Preises ist Georg Widhalm
von der Wiener Universitätsklinik für Neurochirurgie. Seine
interdisziplinäre Arbeit bringt neue Erkenntnisse bei der
neurochirurgischen Tumorentfernung: Die adäquate postoperative
Therapie von Patienten mit diffus infiltrierenden Gliomen ist
abhängig von der präzisen Gewebeprobeentnahme aus dem histologisch
"malignesten" Tumorareal, dem sogenannten "Hotspot". Widhalm konnte
nun zeigen, dass das Chemical Shift Imaging (CSI) in der Lage ist,
den "Hotspot" eines heterogen aufgebauten Glioms vor der Operation zu
identifizieren.
Beim CSI handelt es sich um eine neue spektroskopische Methode,
die im Rahmen der standardmäßig notwendigen präoperativen
Magnetresonanztomografie durchgeführt werden kann. Während der
neurochirurgischen Tumorentfernung erleichtern die CSI-Bilddaten in
weiterer Folge das Auffinden des "Hotspots" und optimieren somit die
Zuteilung der Patienten zur korrekten postoperativen Therapie.
Mit dem dritten Preis wurde Daniel Aletaha von der Klinischen
Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere
Medizin III für eine Arbeit über rheumatoide Arthritis ausgezeichnet.
Patienten mit rheumatoider Arthritis erleiden oft schwere
körperliche Behinderungen. Aletahas Studie konnte nun belegen, dass
die Triebfeder dieser Funktionsbehinderung die Zerstörung des
Knorpels, und nicht so sehr des Knochens, darstellt. Im Spektrum der
heutigen Therapie liegt der Erhalt des Knorpels jedoch noch weit
hinter dem Erhalt des Knochens, "was sich durch diese neuen Daten
wohl ändern sollte", so der Studienautor. (hpp)
(Forts.)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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