Ärztekammer und Erste Bank prämieren wissenschaftliche Arbeiten

Sechs Forscherteams in Wien mit dem Billroth-Preis der Ärztekammer sowie dem Erste-Forschungsförderungspreis ausgezeichnet

Wien (OTS) - Heute, Donnerstag, wurden sechs medizinische Forschergruppen aus Wien mit der Verleihung des Theodor-Billroth-Preises der Ärztekammer für Wien 2011 sowie des Forschungsförderungspreises der Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG 2010 für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen der letzten Jahre belohnt. Alle sechs prämierten Arbeiten kommen aus dem Bereich der Medizinischen Universität Wien. ****

Mit dem ersten Preis des Theodor-Billroth-Preises wurde Peter Nagele von der Klinischen Abteilung für Allgemeine Anästhesie und Intensivmedizin der Wiener Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie ausgezeichnet.

In seiner Arbeit konnte Nagele zeigen, dass es bei erwachsenen Patienten mit Herz-Kreislauf-Stillstand einen 20-prozentigen Überlebensvorteil gibt, wenn Laien vor Ort ausschließlich Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung anwenden. Bis jetzt wurde von führenden Gremien die klassische Wiederbelebung mit Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund-Beatmung empfohlen. Das muss jetzt offensichtlich überdacht werden.

Am effektivsten ist die ausschließliche Anwendung der Herzdruckmassage bei Patienten, die einen Herzstillstand im Rahmen eines Herzinfarkts erlitten haben.

Zweiter Preisträger des Theodor-Billroth-Preises ist Georg Widhalm von der Wiener Universitätsklinik für Neurochirurgie. Seine interdisziplinäre Arbeit bringt neue Erkenntnisse bei der neurochirurgischen Tumorentfernung: Die adäquate postoperative Therapie von Patienten mit diffus infiltrierenden Gliomen ist abhängig von der präzisen Gewebeprobeentnahme aus dem histologisch "malignesten" Tumorareal, dem sogenannten "Hotspot". Widhalm konnte nun zeigen, dass das Chemical Shift Imaging (CSI) in der Lage ist, den "Hotspot" eines heterogen aufgebauten Glioms vor der Operation zu identifizieren.

Beim CSI handelt es sich um eine neue spektroskopische Methode, die im Rahmen der standardmäßig notwendigen präoperativen Magnetresonanztomografie durchgeführt werden kann. Während der neurochirurgischen Tumorentfernung erleichtern die CSI-Bilddaten in weiterer Folge das Auffinden des "Hotspots" und optimieren somit die Zuteilung der Patienten zur korrekten postoperativen Therapie.

Mit dem dritten Preis wurde Daniel Aletaha von der Klinischen Abteilung für Rheumatologie der Wiener Universitätsklinik für Innere Medizin III für eine Arbeit über rheumatoide Arthritis ausgezeichnet.

Patienten mit rheumatoider Arthritis erleiden oft schwere körperliche Behinderungen. Aletahas Studie konnte nun belegen, dass die Triebfeder dieser Funktionsbehinderung die Zerstörung des Knorpels, und nicht so sehr des Knochens, darstellt. Im Spektrum der heutigen Therapie liegt der Erhalt des Knorpels jedoch noch weit hinter dem Erhalt des Knochens, "was sich durch diese neuen Daten wohl ändern sollte", so der Studienautor. (hpp)
(Forts.)

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