- 28.11.2011, 09:07:42
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Mehr als eine Million Quadratkilometer Waldverlust droht bis 2030
Entwaldungsstopp kostet bis zu 50 Milliarden Dollar
Durban/Wien (OTS) - Durban/Wien, 28. November 2011 - Die weltweite
Entwaldung kann bis 2020 gestoppt werden, wenn heute die
Voraussetzungen geschaffen werden. Wenn wir diesen Zeitpunkt
versäumen, verlieren wir bis 2030 1,25 Millionen Quadratkilometer
Wald, wie eine neue Studie des WWF zeigt. Das dritte Kapitel der
WWF-Studie "Living Forests Report" hat berechnet, dass bereits bis
2020 mehr als eine halbe Million Quadratkilometer Wald verloren
gehen. Der Verlust der Wälder bis 2030 würde mehr Emissionen
freisetzen als der gesamte Verkehr in der Welt. Um dies zu
verhindern, sind bis 2020 finanzielle Aufwendungen von 30 bis 50
Milliarden US-Dollar aus öffentlichen und privaten Geldern notwendig,
so der WWF. "Die Kosten durch den Klimawandel würden ein Vielfaches
ausmachen", warnt der Österreicher Gerald Steindlegger, politischer
Direktor der Wald- und Klimainitiative des WWF International, heute
in Durban.
Beim Waldschutz geht es nicht nur um die Lebensgrundlagen der
Menschen und den Schutz der Artenvielfalt. Vor allem bedeutet
Waldschutz auch Klimaschutz, denn die Abholzung der Wälder macht
nahezu ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen aus. Ohne
wirksamen Waldschutz, wie er auf der laufenden UN-Klimakonferenz in
Durban beschlossen werden soll, würden bis 2030 24 Gigatonnen CO2
freigesetzt werden, so der neue WWF Bericht. "Das entspricht einer
Menge, die größer ist als alle Emissionen des weltweiten Verkehrs",
warnt Steindlegger. "Die Pflanzung von neuen Wäldern zum Ausgleich
des Waldverlustes ist keine Lösung. Die jungen Bäume würden
frühestens 2040 so viel Kohlenstoff speichern um diese Menge wett zu
machen. Das ist für das Weltklima viel zu spät."
Die UN-Klimakonferenz COP 17 in Südafrika hat beim internationalen
Waldschutz eine Schlüsselstellung. Der WWF ruft die Regierungen der
Welt auf, die notwendigen finanziellen und technischen Mittel zur
Verfügung zu stellen. Dabei sollen die Industrieländer ein
Finanzierungsmodell vorlegen, nach dem die Entwicklungsländer für den
Erhalt ihrer Wälder bezahlt werden. "Ohne ein ausreichend dotiertes
Instrument (REDD+) kann ein vollständiger Stopp der globalen
Entwaldung nicht erreicht werden", so Steindlegger.
"Der WWF weiß, dass diese Verhandlungen sehr komplex sind. Ohne
Entscheidungen beim Waldschutz in Durban sind die Menschheit und die
Artenvielfalt auf unserem Planeten in Gefahr, denn das Abholzen der
Wälder beschleunigt den Klimawandel enorm. Die Regierungen dürfen
sich bei ihrer Entscheidung nicht von technischen Detailfragen
ablenken lassen", so Steindlegger. Mit dem Ziel des Stopps der
Entwaldung bis 2020 wäre die Grundlage geschaffen für einen wirksamen
internationalen Waldschutz. Im Detail geht es bei den Verhandlungen
in Durban um nachhaltige Landnutzung, Rechtssicherheit, genaue
Kontrollen und um ein transparentes und durchsetzbares
Waldmanagement. Auch die Märkte für Holz- und Landwirtschaftsprodukte
müssen nach nachhaltigen Kriterien gestaltet werden. Besonders
wichtig sind hier die Wahrung der Rechte von indigenen Völkern und
der lokalen Gemeinden.
Rückfragehinweis:
MMag. Franko Petri, Pressesprecher WWF, Tel. +43-676-83488231 (vor Ort in Durban), EMail: [email protected]; Blog aus Durban auf www.wwf.at; Skype: frankopetri; Facebook: www.facebook.com/WWFOesterreich; Twitter: www.twitter.com/wwfaustria; Youtube: www.youtube.com/wwfaut. Weitere Informationen auf www.panda.org/cop17.
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