- 25.11.2011, 10:56:02
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Greenpeace: Mit jedem Castor rollt viermal Fukushima durch Deutschland
Greenpeace-Thermografie-Aufnahmen verdeutlichen Ausmaß der heißen Fracht
Forbach/Wien (OTS) - Der Castor-Transport aus dem französischen La
Hague hat soeben die deutsch-französische Grenze bei Forbach
passiert. Dies bestätigt ein Greenpeace-Team vor Ort. Mit einer
wärmeempfindlichen Infrarot-Videokamera dokumentieren
Greenpeace-Aktivisten die Hitzeentwicklung an den elf
Castor-Behältern mit hochradioaktivem Atommüll. Die Kamera stellt
unterschiedliche Temperaturen durch verschiedene Farben dar. Die
Radioaktivität der Behälter ist nach Angaben der zuständigen
Gesellschaft für Reaktorsicherheit im Vergleich zum Jahr 2010 noch
einmal leicht angestiegen. Die erhöhte Strahlung erklärt sich aus der
zunehmenden Anreicherung der in Atomanlagen verwendeten Brennelemente
mit Uran-235 und den damit verbundenen stärker strahlenden Abbränden.
"44-mal so viel Radioaktivität wie bislang durch die
Reaktorkatastrophe in Fukushima freigesetzt wurde, rollt nun durch
Deutschland. Ein unkalkulierbares Risiko", sagt Tobias Riedl,
Atomexperte von Greenpeace. "Die Castoren dürfen nicht ins
Zwischenlager Gorleben rollen. Dort wird der Strahlengrenzwert bis
Ende des Jahres überschritten. Dieser Castor-Transport ist illegal."
Greenpeace hatte nachgewiesen, dass die radioaktive Strahlung am
Zwischenlager Gorleben auch ohne die weitere Einlagerung von Castoren
den genehmigten Grenzwert bis Jahresende überschreiten wird. Die
zusätzliche Einlagerung von Atommüll wäre damit rechtswidrig. Auch
der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestags kommt nach
einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" zu dem Schluss,
eine Einlagerung von weiteren Castoren sei möglicherweise unzulässig.
Die der Genehmigung zu Grunde liegende Bewertung des
niedersächsischen Umweltministeriums seien "wenig überzeugend" und
"unwissenschaftlich".
Der Gorlebener Salzstock unter dem Zwischenlager ist geologisch nicht
als atomares Endlager geeignet. Unter dem Salzstock liegt das größte
Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen.
"Mit jedem weiteren Castorbehälter werden Fakten geschaffen und der
ungeeignete Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das
dürfen wir nicht zulassen", so Riedl. Greenpeace fordert, den
hochradioaktiven Atommüll künftig gemäß des Verursacherprinzips ins
Zwischenlager am Atomkraftwerk Philippsburg in Baden-Württemberg zu
transportieren. Die riskante Transportstrecke könnte so erheblich
verkürzt werden.
Die Thermografie-Videobilder erhalten Sie unter Tel. +49-175-5891
718, als Download vom ftp-Server.
Aktuelle Informationen: www.greenpeace.de
Rückfragehinweis:
Melanie Aldrian
Pressesprecherin Greenpeace
Tel.: +43 (0)664 6126725
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