Österreichisch-chinesischer Austausch über Wissenschaft und Forschung Delegation des Nationalen Volkskongresses zu Gast im Hohen Haus

Wien (PK) - Eine Delegation des Ausschusses für Wissenschaft, Kultur und Forschung des Nationalen Volkskongresses der VR China unter Leitung ihres Vorsitzenden Bai Keming konnte heute Mittag im Hohen Haus willkommen geheißen werden. Dabei bot sich nicht nur Gelegenheit, die Räumlichkeiten des Parlaments näher kennenzulernen, sondern auch wissenschafts- und forschungspolitische Fragen auf bilateraler Ebene zu erörtern: Im Rahmen einer Aussprache, an der von österreichischer Seite G-Mandatarin Ruperta Lichtenecker, Dritter Nationalratspräsident Martin Graf (F), S-Abgeordnete Renate Csörgits und V-Mandatarin Katharina Cortolezis-Schlager teilnahmen, hob man vor allem die auf Ebene von Wissenschaft und Forschung bestehenden guten Beziehungen zwischen Österreich und China hervor.

Ruperta Lichtenecker, die die Gäste in ihrer Funktion als Obfrau des Forschungsausschusses des Nationalrats im Hohen Haus willkommen hieß, zeigte sich ob der Tatsache, dass der chinesische Volkskongress dem Thema Bildung einen großen Stellenwert beimesse, erfreut. Auch hierzulande habe man sich vorgenommen, den Zukunftsthemen Wissenschaft, Forschung und Bildung verstärkt Augenmerk zu schenken, informierte sie und kam in diesem Zusammenhang auf die österreichische Forschungsstrategie 2020 zu sprechen: Im Rahmen dieser Initiative habe man sich schließlich das Ziel gesetzt, bis zum Jahre 2020 3,76% des BIP für Forschung aufwenden zu wollen, informierte Lichtenecker. Das sei angesichts begrenzter Budgets aber nicht leicht umsetzbar: Man habe deshalb hart an der Erreichung des diesbezüglichen Ziels zu arbeiten.

Dritter Nationalratspräsident und Obmann des Wissenschaftsausschusses Martin Graf (F) zeigte sich ob der Intensivierung der Kontakte mit dem chinesischen Volkskongress erfreut. Was die Themen Wissenschaft und Forschung anbelange, so müsse man feststellen, dass die auf institutioneller Ebene geschlossenen bilateralen Partnerschaften hervorragend funktionierten. Es gelte aber auch, die politische Zusammenarbeit in diesem Fachbereich zu forcieren, wofür mit dem heutigen Austausch ein Grundstein gelegt werde. Dass weit über 3.000 junge ChinesInnen in Österreich studierten, sei erfreulich, meinte Graf, was die Mobilität in die andere Richtung anbelange, bestehe jedoch noch ungenütztes Potential: Man habe deshalb die Verpflichtung, das gesamte wissenschaftliche Angebot chinesischer Hochschulen hierzulande besser bekannt zu machen, schloss er.

V-Mandatarin Katharina Cortolezis-Schlager meinte, die Erfahrungen, die sie persönlich in China habe sammeln dürfen, zeigten, dass ein interkultureller Brückenschlag trotz aller Unterschiede leicht zu bewerkstelligen sei. Auf dem Gebiet der Wissenschaft verfolge man schließlich gleiche Ziele, nämlich die Erarbeitung von Lösungen für eigene und globale Problemstellungen. Besonders erfreut zeigte sich Cortolezis-Schlager daher über die schon heute regen Kooperation in diesem Fachbereich. Um diese zu veranschaulichen, werde im Dezember 2011 eine von den Universitäten beider Staaten erarbeitete "Wissenslandkarte" präsentiert, erläuterte sie. Diese könne als Grundlage für die Erarbeitung gemeinsamer Ziele dienen, aber auch der Wirtschaft einen leichteren Zugang zu diesem Bereich ermöglichen. Der Austausch zwischen den Universitäten müsse man unter anderem durch die Erstellung gemeinsamer Curricula mit englischer Unterrichtssprache forcieren.

S-Abgeordnete Renate Csörgits hob als Vorsitzende der chinesisch-österreichischen Freundschaftsgruppe die hervorragende Arbeit, die am Konfuzius Institut der Universität Wien geleistet wird, hervor. Da sie seit einiger Zeit versuche, die schöne aber schwierige chinesische Sprache zu erlernen, habe sie sich bereits persönlich von der guten Qualität dieser Einrichtung überzeugen können. Als Vorsitzende des Sozialausschusses des Nationalrats zeigte sich Csörgits aber auch ob der Bestrebungen, ein bilaterales Sozialversicherungsabkommen abschließen zu wollen, erfreut: Dadurch könnte man, wie sie ausführte, nicht nur die wirtschaftliche Zusammenarbeit intensivieren, sondern auch die Rahmenbedingungen schaffen, die ArbeitnehmerInnen und Unternehmen brauchten.

Als Vorsitzender des Ausschusses für Wissenschaft, Kultur und Forschung des Nationalen Volkskongresses der VR China dankte Bai Keming für die Gelegenheit, wissenschafts- und forschungspolitische Themen im Rahmen einer solchen Aussprache erörtern zu dürfen und skizzierte die Bemühungen Chinas in Hinblick auf die Stärkung dieser Bereiche: In seiner Heimat habe man schließlich nicht nur ein Entwicklungsprogramm für Wissenschaft und Forschung, sondern auch eines für Bildung auf Schiene gebracht, informierte er. Die Umsetzung der diesbezüglichen Maßnahmen werde man kontinuierlich überprüfen, um zu gewährleisten, dass China sein Ziel, eine "Großmacht hochqualifizierter Menschen" zu werden, erreichen könne. Dazu müsse aber auch das Investitionsvolumen entsprechend gesteigert werden, erläuterte Bai, der die österreichischen MandatarInnen abschließend zu einem Gegenbesuch in Peking einlud. (Schluss)

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