- 24.11.2011, 11:34:20
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AKW-Stresstests: Entscheidende Fragen zur Sicherheit für Bevölkerung nicht gestellt
Greenpeace: Sicherheitsrisiko durch 19 Reaktoren in unmittelbarer Nähe zu größeren Städten
Wien/Brüssel (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace übt
heftige Kritik an dem heute von der Europäischen Kommission
vorgelegten Zwischenbericht zu den europäischen AKW-Stresstests.
Ursprüngliches Ziel der Stresstests ist die nukleare Sicherheit nach
den schweren Reaktorunfällen im japanischen Fukushima zu überprüfen.
Mit der derzeitigen Untersuchungsmethode werden jedoch wichtige
Themen, die für die Sicherheit der Bevölkerung entscheidend sind,
gänzlich ausgelassen - so etwa die Evakuierung von Städten und
Dörfern. Was bei Unfall passiert, er wie in Fukushima mehrere
Reaktoren umfasst, bleibt in den meisten Fällen ebenso
unberücksichtigt, wie das Szenario eines Flugzeugabsturzes.
"Die zentrale Frage für die Bevölkerung lautet doch: Wenn es zu
einem Reaktorunfall bei einem Atomkraftwerk in meiner Nähe kommt,
werde ich dann als Betroffener ausreichend Hilfestellungen durch die
staatlichen Stellen bekommen, um das schlimmste von meiner Familie
abwenden zu können? Doch genau diese Frage wird bei den
AKW-Stresstests derzeit gar nicht gestellt", erklärt
Greenpeace-Atomsprecher Niklas Schinerl, warum die derzeitigen
Stresstests keine zusätzliche Sicherheit bringen können.
Die Stresstests untersuchen lediglich technische Probleme, die in
den Kernkraftwerken durch Erdbeben oder Überschwemmungen entstehen
können. Darüber hinaus beurteilen sie Schwachstellen bei
Stromausfällen oder Situationen jeglicher Art, bei denen die
Reaktoren nicht länger gekühlt werden können. Zusätzlich wird in
einer separaten und geheimen Arbeitsgruppe über eine mögliche
Verwundbarkeit durch terroristische Bedrohungen diskutiert.
"Die derzeitigen Stresstests orientieren sich sehr stark an den
Unfallursachen und dem Unfallverlauf in Fukushima, beschäftigen sich
aber nicht mit der Frage, wie nach einem Unfall mit der Sicherheit
der Menschen und der Umwelt umgegangen wird. Und das, obwohl 19 der
in Europa betriebenen Reaktoren weniger als 30 Kilometer von Städten
mit mehr als 100.000 Einwohnern entfernt liegen", zeigt sich Schinerl
bestürzt.
Atomkraftwerke in Europa - Link zur Karte:
www.greenpeace.at/akw-stresstest
Rückfragehinweis:
Niklas Schinerl, Atomsprecher Greenpeace, 0043 664 6126704
Melanie Beran, Pressesprecherin Greenpeace, 0043 664 6126718
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